MÄRKTE EUROPA/Moderate Erholung - Schott legen mit Ausblick stark zu
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DOW JONES--Mit Gewinnen haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag den Handel beendet. Nach dem Kursrutsch am Vortag kam es zu einer leichten Erholung. Der DAX erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 25.118 Punkte und holte damit knapp die Hälfte seiner Vortagesverluste wieder auf. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,3 Prozent auf 6.284 Punkte. Hier führten die Technologie-Werte mit einem Plus von 2,7 Prozent die Gewinnerliste an, angetrieben von den kräftigen Gewinnen der Tech-Werte an der Wall Street.
Die Ölpreise zeigten sich volatil und pendelten zwischen leichten Gewinnen und Verlusten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent fiel um 1,9 Prozent auf 76,53 Dollar. Die USA griffen in der Nacht zwar wieder Ziele im Iran an, US-Präsident Donald Trump dämpfte am Vortag aber seine Aussagen zum Ende eines Waffenstillstands ab und sprach davon, keine vollständige Wiederaufnahme des Krieges zu planen.
Händler sprachen davon, dass die Märkte die fragile Lage im Nahen Osten davor viel zu selbstgefällig behandelt hätten. Neue Risiken gebe es nicht, mit dem Kursrutsch am Vortag seien nur die schon immer bestehenden Risiken wieder realistisch bewertet worden.
Inflation stand neben dem Ölpreisanstieg auch mit dem Fed-Protokoll im Fokus. Es zeigte eine geteilte Meinung der Notenbanker zu weiteren Zinserhöhungen. Von der Societe Generale hieß es, das Protokoll deute auf eine restriktive Haltung der Notenbank hin. Dennoch sei eine unmittelbare Zinserhöhung im Juli angesichts des schwächeren US-Arbeitsmarktberichts für Juni weniger wahrscheinlich.
Wichtige Konjunkturdaten standen nicht an. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) war am 11. Juni, eine Woche vor Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und dem Iran, prinzipiell zu einer weiteren Straffung seiner Geldpolitik bereit. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, sah das Gremium angesichts der unübersichtlichen Lage am Golf zwar von einer entsprechenden Aussage ab, signalisierte aber, dass die am 11. Juni beschlossene Zinserhöhung um 25 Basispunkte auch im Falle eines "milderen" als damals sich abzeichnenden Szenarios angemessen gewesen wäre. Zudem wies es darauf hin, dass das Basisszenario der Stabsprojektionen zwei weitere Zinserhöhungen vorsehe.
Im Fokus des Marktes standen Volkswagen (-1,2%) mit ihrer Aufsichtsratssitzung. Der Konzern plant einem Magazinbericht zufolge weitreichende Sparmaßnahmen. Diese werde der Vorstand dem Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am heutigen Nachmittag vorlegen, darunter die Streichung von mehr als 70.000 Stellen und die Schließung bzw. das Auslaufen von vier Konzern-Werken, berichtete die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Insider.
Beim Optiker Fielmann wurden die Ergebnisse für das zweite Quartal als ordentlich bezeichnet. Nur der Ausblick sei einen Tick gedämpfter ausgefallen wegen der schlechten Verbraucherstimmung in Deutschland. Die Aktien reduzierten sich um 0,9 Prozent. Positiv kam dagegen die erhöhte Prognose für das Geschäftsjahr von Schott Pharma an. Hier wird mit einem höheren Umsatz und erhöhter Marge gerechnet. Dazu kam noch eine Hochstufung durch RBC Capital. Der Kurs sprang um 13,5 Prozent nach oben. Leicht positiv wurden die Geschäftszahlen von Südzucker (+0,5%) aufgenommen.
Die Aktien von Astrazeneca verloren 6,2 Prozent. Das Medikament Wainua gegen Herzerkrankungen konnte keine erhöhte Wirksamkeit gegenüber einem Placebo nachweisen. Die zusätzliche Gabe von Wainua brachte laut Astrazeneca keinen statistisch signifikanten Nutzen. Weit über 40 Prozent des Umsatzes hingen aktuell an Krebsmitteln, hieß es. Diese Strategie sei zwar wegen eines Medikaments noch lange nicht gescheitert, werde nun aber definitiv verzögert.
Beim schweizerischen Schokoladenhersteller Barry Callebaut sah es durchwachsen aus: Die vorausgegangene Explosion der Schokoladenpreise hat den Absatz auf Jahressicht deutlich fallen lassen. Ein Lichtblick war aber das jüngste Quartal mit einer leichten Erholung. Die Aktien gaben um 4,1 Prozent nach.
Gesucht waren die Aktien der Windkraftanlagenhersteller. Nordex stiegen um 4,8 Prozent, Vestas um 3,0 Prozent und Siemens Energy um 2,9 Prozent. Kurstreiber war der überraschend starke Auftragseingang bei Nordex. Analysten wie von Berenberg und der Citi lobten ihn und betonten, die Aufträge lägen über den Konsenserwartungen und dass bei gleichzeitig stabilen Preisen.
Deutz gewannen 6,0 Prozent. Der Motorenhersteller übernimmt die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft vollständig und verschafft sich damit Zugang zum Geschäft mit kompletten Militärfahrzeugen. Der Kaufpreis liegt bei 1,6 Milliarden Euro und soll zum Teil in neuen Aktien beglichen werden.
Auch Umstufungen sorgten für Bewegung: Bei Siltronic hat Exane BNP das Rating auf "Outperform" nach "Neutral" erhöht. Zusammen mit der marktbreiten Erholung europäischer Chip-Aktien sprangen die Titel um 13,4 Prozent nach oben.
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Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%)
Euro-Stoxx-50 6.284 +1,3 +7,1
Stoxx-50 5.385 +0,7 +8,8
Stoxx-600 641 +0,8 +7,4
DAX 25.118 +0,9 +1,7
FTSE-100 London 10.489 -0,2 +5,6
CAC-40 Paris 8.253 +0,9 +1,3
AEX Amsterdam 1.076 +0,7 +13,1
ATHEX-20 Athen 6.315 +0,3 +18,0
BEL-20 Brüssel 5.630 +0,3 +10,9
BUX Budapest 140.842 +1,3 +26,9
OMXH-25 Helsinki 6.056 +1,8 +6,2
OMXC-20 Kopenhagen 1.642 +0,3 +2,1
PSI 20 Lissabon 9.085 +0,4 +9,9
IBEX-35 Madrid 19.104 +1,1 +10,4
FTSE-MIB Mailand 51.817 +1,1 +15,3
OBX Oslo 1.892 -1,0 +18,4
PX Prag 2.593 +0,6 -3,5
OMXS-30 Stockholm 3.144 +1,3 +9,1
WIG-20 Warschau 139.442 +0,3 +18,6
ATX Wien 6.377 +1,3 +19,7
SMI Zürich 14.174 +0,3 +6,8
* gerundet
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:12
EUR/USD 1,1439 +0,2 0,0025 1,1414 1,1406
EUR/JPY 185,64 +0,0 0,0300 185,61 185,5000
EUR/CHF 0,9224 -0,1 -0,0005 0,9229 0,9228
EUR/GBP 0,853 +0,1 0,0004 0,8526 0,8532
USD/JPY 162,26 -0,2 -0,3200 162,58 162,6100
GBP/USD 1,3406 +0,2 0,0020 1,3386 1,3366
USD/CNY 6,7921 -0,2 -0,0104 6,8025 6,8025
USD/CNH 6,7942 -0,2 -0,0120 6,8062 6,8088
AUS/USD 0,6943 +0,2 0,0015 0,6928 0,6920
Bitcoin/USD 62.859,75 +1,3 786,02 62.073,73 61.626,47
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 72,10 -1,9 -1,42 73,52
Brent/ICE 76,53 -1,9 -1,49 78,02
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.128,41 +1,3 52,09 4.076,32
Silber 60,36 +3,5 2,06 58,30
Platin 1.626,53 +3,1 48,28 1.578,25
(Angaben ohne Gewähr)
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/sha
(END) Dow Jones Newswires
July 09, 2026 12:13 ET (16:13 GMT)
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