MÄRKTE EUROPA/Vor US-Arbeitsmarkt fest - Vonovia Reformprofiteur

02.07.26 13:30 Uhr

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DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten geht es am Donnerstag nach oben. Am Gesamtumfeld hat sich wenig getan. Am deutschen Aktienmarkt steht das Reformpaket der Bundesregierung im Fokus, das einen positiven Impuls setzen kann. Als Profiteur gelten auf den ersten Blick Vonovia, aber auch Infrastruktur-Unternehmen sollten davon profitieren. Der DAX gewinnt 1,0 Prozent auf 25.282 Punkte, der Euro-Stoxx-50 notiert 0,6 Prozent höher bei 6.318 Punkten. Der Ölpreis gibt weiter nach, Brent notiert knapp unter der Marke von 71 Dollar das Fass. An den Anleihemärkten geht es mit den Renditen leicht nach oben.

CDU/CSU und SPD wollen mit dem auf den Weg gebrachten Reformprogramm Deutschland fit für die Zukunft machen. Für die Volkswirte der Commerzbank haben insbesondere die geplanten Maßnahmen zum Bürokratieabbau das Potenzial, den Unternehmen in Deutschland wieder mehr Luft zum Atmen zu geben. Eine gewisse Lockerung gebe es bei der Regulierung am Arbeitsmarkt. Die Anpassungen bei den Steuern seien eher geringfügig. Mit einem Deutschlandfonds und der Förderung von Zukunftsbranchen laufe die Politik wiederum in Gefahr, sich in einer Förderpolitik zu verzetteln. Wie stark die deutsche Wirtschaft von diesen Reformen tatsächlich profitieren könnte, hänge insbesondere beim Bürokratieabbau maßgeblich von der genauen Umsetzung im Gesetzgebungsverfahren ab.

Vonovia Reformprofiteur

Vonovia legen um 4,9 Prozent zu und gehören damit zu den größten Gewinnern im DAX. Die Analysten von JP Morgan verweisen darauf, dass die Bundesregierung ein Gesetz zur Verhinderung von Wohnungs-Enteignungen durch die Bundesländer einführen will. Dies sei eindeutig positiv für Vonovia, angesichts der Enteignungsdebatte in Berlin, wo das Unternehmen einen Bestand im Wert von 23 Milliarden Euro aufgeteilt auf 138.245 Einheiten besitze, was 29 Prozent seines Gesamtportfolios ausmache.

Bayer bündelt das US-Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Einheit. Die Ruveon LLC soll als Teil des Bayer-Konzerns ihren Sitz in St. Louis haben und von der Preisgestaltung und der Markteinführungsstrategien bis hin zu Produktion und Logistik für alle Aspekte des US-Glyphosatgeschäfts zuständig sein. Für Bayer geht es um 6 Prozent nach oben, auch gestützt durch eine neue Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Das Urteil des Obersten US-Gerichtshofs in der vergangenen Woche sei ein entscheidender Schritt in Bayers vielschichtige Strategie, einen Schlussstrich unter die Glyphosat-Haftung zu ziehen, urteilt die Deutsche Bank und hebt das Volum auf "Kaufen" mit Kursziel 60 Euro an.

Im Handel ist von einem positiv aufgenommenen nachbörslichen Pre-Close-Call von Continental (+4,4%) die Rede. Offenbar sei das zweite Quartal solide verlaufen. Das Unternehmen habe sich zudem zuversichtlich geäußert, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Am Vormittag veranstaltet Kion einen Pre-Close-Call.

Die Absage des geplanten Börsengangs des Panzerbauers KNDS stellt nach Einschätzung aus dem Handel keinen Belastungsfaktor für den Rüstungssektor im allgemeinen dar. KNDS habe damit lediglich auf die aktuelle Stimmungsflaute für die Branche an den Börsen reagiert, diese werde aber durch das IPO-Aus nicht noch zusätzlich verstärkt. Auch sei der KNDS-Börsengang nur verschoben, aber nicht grundsätzlich abgesagt worden, heißt es. Rheinmetall steigen um 3,6 Prozent, Hensoldt um 5,3 und Renk um 4,0 Prozent.

Höhepunkt des Nachmittags wird die Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten für Juni. Hier wird ein Anstieg der Zahl der Beschäftigten von 115.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,3 Prozent verharren. Die am Vortag veröffentlichten ADP-Daten waren etwas schwächer als prognostiziert ausgefallen. Private Unternehmen schufen im Juni netto 98.000 Stellen, Ökonomen hatten mit 110.000 neu geschaffenen Stellen gerechnet.

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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 6.318,20 +0,6 35,70 6.282,50 9,1

Stoxx-50 5.397,10 +0,4 22,29 5.374,81 9,7

DAX 25.282,35 +1,0 242,07 25.040,28 3,2

MDAX 32.331,17 +0,9 274,53 27.039,42 5,6

TecDAX 3.873,39 -0,4 -15,78 3.091,28 6,9

SDAX 18.151,23 -0,2 -44,36 13.062,07 5,7

FTSE 10.527,07 +0,5 48,73 10.478,34 6,0

CAC 8.407,54 +0,8 70,25 8.337,29 3,2

SMI 14.213,51 +0,7 99,51 14.114,00 7,1

ATX 6.441,75 +0,9 54,94 6.386,81 20,9

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:30

EUR/USD 1,1413 +0,3 0,0037 1,1376 1,1393

EUR/JPY 184,15 -0,4 -0,8000 184,95 185,0200

EUR/CHF 0,9195 -0,2 -0,0015 0,9210 0,9207

EUR/GBP 0,856 -0,1 -0,0009 0,8569 0,8576

USD/JPY 161,32 -0,8 -1,2400 162,56 162,3800

GBP/USD 1,3331 +0,5 0,0060 1,3271 1,3280

USD/CNY 6,7886 -0,1 -0,0056 6,7942 6,7942

USD/CNH 6,7933 -0,0 -0,0013 6,7946 6,7937

AUS/USD 0,6896 +0,1 0,0005 0,6891 0,6903

Bitcoin/USD 61.229,30 +1,9 1.151,43 60.077,87 60.248,76

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 67,42 -1,7 -1,16 68,58

Brent/ICE 70,57 -1,4 -1,00 71,57

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.065,85 +0,9 35,96 4.029,89

Silber 59,87 +1,2 0,73 59,14

Platin 1.608,60 +2,0 31,73 1.576,87

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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July 02, 2026 07:31 ET (11:31 GMT)

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