MÄRKTE EUROPA/Zahlenflut im Fokus - BoJ bremst Kauflaune


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Indizes

24,865.67 EUR -599.58 EUR -2.35 %

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FRANKFURT (Dow Jones)--Wie erwartet mit leichtem Minus sind Europas Börsen am Freitag in den Handel gestartet. Nachdem am Vortag noch US-Notenbank und EZB für gute Stimmung an den Börsen gesorgt hatten, kommt nun ein Stimmungsknick durch Japans Notenbank (BoJ). Der DAX gibt um 0,1 Prozent nach auf 16.391 Zähler, der Euro-Stoxx-50 um 0,2 Prozent auf 4.437 Punkte. Die BoJ hat zwar Leitzins und Zielrendite der Staatsanleihen unverändert belassen. Allerdings will sie die Obergrenze von 0,5 Prozent flexibler handhaben.

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Spekulanten lösen Yen-Finanzierungen auf

Da sich internationale Marktteilnehmer gern im günstigen Yen verschulden, hatte die Aussicht auf eventuell höhere Kosten Aufwertungsdruck beim Yen, Abgaben im Nikkei sowie steigende Renditen an den Anleihemärkten zur Folge. Schon am Donnerstag hatten Spekulationen über eine Lockerung des Zinsdeckels der BoJ zu einem Ausverkauf am US-Anleihemarkt geführt, da das in Yen geliehene Geld regelmäßig in höherverzinsliche US-Anleihen angelegt wird.

Damit wurden im Gegenzug die US-Renditen nach oben getrieben, was wiederum die Aktien belastete. Die US-Aktienmärkte beendeten darauf nach 13 Handelstagen die Gewinnserie im Dow-Jones-Index. Die maßgebliche Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen sprang über die 4-Prozent-Marke.

Konjunktur ohne gute Nachrichten aus Deutschland

Bei den Konjunkturdaten weisen die bisher vorgelegten Inflationszahlen aus Europa auf einen gedämpften Anstieg: Sowohl in Frankreich als auch Nordrhein-Westfalen sank das Tempo des Preisanstiegs in den 5-Prozent-Bereich. In Spanien zog es zwar etwas an, das aber auf dem viel niedrigeren 2-Prozent-Niveau. Dazu wird auch mit Spannung auf BIP-Daten gewartet, allerdings mit Tendenz zur Schwäche im Vergleich zum extrem starken Plus in den USA von 2,4 Prozent im Quartal.

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Eon und BASF im DAX mit Zahlen

Der Markt muss sich zudem mit einer Flut von Unternehmenszahlen aus Europa herumschlagen. Im DAX legen Eon nach guten Halbjahreszahlen und einer erhöhten Prognose um 1 Prozent zu. Der Versorger erwartet nun ein bereinigtes Konzern-EBITDA von 8,6 bis 8,8 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Prognose noch bei 7,8 bis 8,0 Milliarden Euro gelegen. Der Markt hatte laut der Citigroup 8,1 Milliarden Euro erwartet.

Keine großen Reaktionen gibt es bei BASF (-0,2%) nach den finalen Zweitquartalszahlen. Analysten heben die unterschiedliche Entwicklung diverser Firmenteile hervor. So merken Jefferies an, Chemicals und Materials hätten sich besser entwickelt, Industrial Solutions, Nutrition und Care dagegen schwächer.

Beim Autozulieferer Valeo sind die Halbjahreszahlen im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Jedoch ist der Cashflow negativ ausgefallen, was auch andere Brachenwerte belastet. So fallen im DAX Continental um 1,8 Prozent und Vitesco um 1,6 Prozent.

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Evotec sacken um 7,7 Prozent ab. Wegen des Cyberangriffs im April mussten die Prognosen für das laufende Jahr massiv gesenkt werden. Evotec erwartet nun einen Konzernumsatz zwischen 750 und 790 Millionen Euro, zuvor waren 820 bis 840 Millionen Euro avisiert worden.

Immobilienwert Patrizia brechen sogar 10 Prozent ein nach einer Gewinnwarnung. Das Unternehmen sieht das EBITDA im Gesamtjahr nur noch bei 50 bis 70 Millionen Euro. Bisher lag das obere Ende der Prognosespanne bei 90 Millionen Euro. Die Warnung an sich überrascht Händler zwar nicht mehr, jedoch das Ausmaß. Die Baubranche leide unter hohen Zinsen, Kaufzurückhaltung, hohen Kosten, und es drohten Fire Sales.

Europas Unternehmen mit durchwachsenen Zahlen

Beim Luxushersteller Kering (+0,5%) überzeugen die Zahlen nicht ganz. Der Umsatz auf vergleichbarer Basis entsprach zwar mit 5,06 Milliarden Euro der Markterwartung. Nicht überzeugen konnte allerdings der Umsatzanstieg von 1 Prozent der Problemsparte Gucci. Hier hatten Analysten wie von Bernstein mit 4 Prozent mehr gerechnet.

L'Oreal legen 0,7 Prozent nach besseren Zweitquartalszahlen zu. Das organische Umsatzwachstum ist mit 13,7 Prozent laut Citigroup über der Konsensschätzung von 11,9 Prozent ausgefallen.

Bei Air France-KLM geht es trotz positiver Nachrichten um 4 Prozent nach unten. Die Airline hatte zwar besser als erwartete Zahlen vorgelegt und verhandelt über eine Kapitalspritze von Finanzinvestor Apollo, kritisiert wird aber der Ausblick auf die Kapazitätsauslastung. Während zahlreiche Airlines diese schon über dem Vor-Corona-Jahr 2019 erwarten, sieht sich Air France noch darunter.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 4.433,01 -0,3% -14,43 +16,9%

Stoxx-50 4.035,35 -0,1% -3,19 +10,5%

DAX 16.376,78 -0,2% -29,25 +17,6%

MDAX 28.430,14 -1,2% -349,86 +13,2%

TecDAX 3.284,61 -1,0% -32,49 +12,4%

SDAX 13.682,96 -0,4% -54,49 +14,7%

FTSE 7.711,51 +0,2% 18,75 +3,2%

CAC 7.435,91 -0,4% -29,33 +14,9%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 2,54 +0,07 -0,03

US-Zehnjahresrendite 4,01 +0,01 +0,13

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:22 Uhr Do, 18:09 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0948 -0,3% 1,0962 1,0996 +2,3%

EUR/JPY 152,93 -0,1% 152,79 155,08 +9,0%

EUR/CHF 0,9560 +0,2% 0,9545 0,9548 -3,4%

EUR/GBP 0,8569 -0,1% 0,8584 0,8552 -3,2%

USD/JPY 139,71 +0,2% 138,94 141,06 +6,6%

GBP/USD 1,2776 -0,2% 1,2779 1,2856 +5,6%

USD/CNH (Offshore) 7,1643 -0,1% 7,1563 7,1663 +3,4%

Bitcoin

BTC/USD 29.132,54 -0,2% 29.180,33 29.281,21 +75,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 80,10 80,09 +0,0% +0,01 +1,6%

Brent/ICE 84,24 84,24 0% 0 +1,3%

GAS VT-Settlem. +/- EUR

Dutch TTF 27,08 28,43 -4,8% -1,35 -64,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.949,52 1.944,87 +0,2% +4,65 +6,9%

Silber (Spot) 24,17 24,15 +0,1% +0,02 +0,9%

Platin (Spot) 939,20 940,50 -0,1% -1,30 -12,1%

Kupfer-Future 3,90 3,88 +0,6% +0,02 +2,2%

YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/raz

(END) Dow Jones Newswires

July 28, 2023 04:01 ET (08:01 GMT)

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