MÄRKTE USA/Börse erholt von Tiefs - Anleger setzen auf umsichtige Fed
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NEW YORK (Dow Jones)--Der russische Einmarsch in die Ukraine führt am Donnerstag auch an der Wall Street zu einem kräftigen Abverkauf. Allerdings haben die Kurse im Verlauf in vielen Fällen ihre Verluste verringert oder sogar wettgemacht. Denn Anleger spekulieren darauf, dass die US-Notenbank bei ihren geplanten Zinserhöhungen weniger energisch vorgehen wird, um einen etwaigen wirtschaftlichen Schaden durch die Ereignisse in der Ukraine zu lindern.
Der Dow-Jones-Index liegt gegen Mittag (Ortszeit New York) noch 1,7 Prozent im Minus. Der S&P-500 verliert 0,8 Prozent. Der Nasdaq-Composite dreht sogar ins Plus und gewinnt 0,2 Prozent. Zur Startglocke hatten alle drei Indizes Verluste von mehr als 2 Prozent verzeichnet.
Die Regierung in Kiew verhängte infolge der russischen Invasion das Kriegsrecht und schloss den Luftraum für zivile Flugzeuge. Die russischen Truppen sollen sich bereits in der Nähe von Kiew befinden. Im Westen wird der Einmarsch als Völkerrechtsbruch scharf verurteilt. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Sanktionen als Reaktion nun verhängt werden. US-Präsident Joe Biden hat den russischen Militärangriff auf die Ukraine scharf verurteilt und der Regierung in Moskau Konsequenzen angedroht.
"Was den meisten Anlegern unglaublich erschien, ist tatsächlich eingetreten", sagt Slava Smolyaninov, Chefstratege bei BCS Global Markets in Moskau. "Es ist eine völlige Veränderung von allem; wir befinden uns jetzt in einer anderen Welt." Die Anleger würden wahrscheinlich noch eine Weile vorsichtig bleiben, merkt Mari Iwashita, Wirtschaftsexpertin bei Daiwa Securities, an und verweist auf die Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014. "Im Moment sind die Märkte nur besorgt und risikoscheu, aber im März wird dies wahrscheinlich Realität werden, da die Inflationsdaten aus den USA und Europa die Auswirkungen der Ölpreiserhöhungen im Februar zeigen dürften", fügt sie hinzu.
Der russische Einmarsch in der Ukraine könnte sich derweil auf die Geldpolitik der US-Notenbank auswirken. Ein US-Zinsschritt von gleich 50 Basispunkten im März wird laut der Deutschen Bank an den Märkten nur noch mit 16 Prozent eingepreist. Die Prognose der Anzahl der erwarteten 25-Basispunkte-Zinserhöhungen im laufenden Jahr hat sich auf sechs von 6,48 reduziert.
Ölpreise legen stark zu - Brent über 100-Dollar-Marke
Die Rohstoffpreise legen mit den Entwicklungen in der Ukraine kräftig zu. Der Preis für die Erdölsorte Brent klettert erstmals seit sieben Jahren wieder über die Marke von 100 Dollar. Die Opec sieht bislang keine dringende Notwendigkeit, angesichts der stark steigenden Preise die Fördermengen zu erhöhen. "Die Situation ist kompliziert und volatil", so ein Opec-Delegierter eines der führenden Produzenten am Persischen Golf. "Der Markt braucht mehr Zeit, um die Entwicklungen zu verdauen und dann kann entschieden werden."
Gesucht sind auch die "sicheren Häfen" Franken, Yen, Dollar und Gold. Für den Dollar-Index geht es 1,3 Prozent nach oben. Auch für die US-Anleihen geht es steil aufwärts. Die Rendite zehnjähriger Papiere sinkt um 5,4 Basispunkte auf 1,94 Prozent, hatte zeitweise aber mehr als 10 Basispunkte abgegeben.
US-Daten ohne Einfluss - Ebay-Aktie mit schwachem Ausblick unter Druck
Alle anderen Ereignisse treten in den Hintergrund. Die veröffentlichten US-Konjunkturdaten werden nur am Rande wahrgenommen. So entsprach der Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal mit 7,0 Prozent in der zweiten Lesung den Erwartungen. Die wöchentlichen Erstanträge fielen ebenfalls weitgehend wie prognostiziert aus. Die Wirtschaftsaktivität in den USA hat sich im Januar dagegen verstärkt.
Die weiter laufende Berichtssaison sorgt nur bei Einzelwerten für Bewegung. Ebay hat im vierten Quartal mehr umgesetzt und verdient als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Umsatz und Ergebnis lagen im Rahmen der Erwartungen des Marktes. Allerdings gab es einen enttäuschenden Ausblick auf das laufende erste Quartal, was die Aktie anfangs sehr stark belastete. Inzwischen hat sich das Minus auf 1,8 Prozent verringert.
Die Aktien der US-Fluggesellschaften stehen deutlich unter Druck, da die Aussicht auf höhere Treibstoffkosten belastet, nachdem der Brent-Ölpreis die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten hat. Für die Aktien von American Airlines, Delta Air Lines, United Airlines und Southwest Airlines geht es um bis zu 3,9 Prozent abwärts.
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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,53 -7,5 1,60 79,8
5 Jahre 1,84 -7,3 1,91 57,6
7 Jahre 1,92 -6,1 1,99 48,4
10 Jahre 1,94 -5,4 2,00 43,2
30 Jahre 2,26 -3,4 2,30 36,3
DEVISEN zuletzt +/- % Do, 9:11 Uhr Mi, 17:06 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1148 -1,4% 1,1258 1,1323 -2,0%
EUR/JPY 128,72 -1,0% 129,10 130,24 -1,7%
EUR/CHF 1,0335 -0,4% 1,0354 1,0384 -0,4%
EUR/GBP 0,8355 +0,1% 0,8343 0,8350 -0,6%
USD/JPY 115,47 +0,4% 114,68 115,04 +0,3%
GBP/USD 1,3345 -1,5% 1,3489 1,3558 -1,4%
USD/CNH (Offshore) 6,3286 +0,3% 6,3202 6,3145 -0,4%
Bitcoin
BTC/USD 36.077,08 -4,2% 35.694,03 38.390,25 -22,0%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 96,30 92,10 +4,6% 4,20 +29,4%
Brent/ICE 103,13 96,84 +6,5% 6,29 +33,0%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.917,64 1.909,04 +0,5% +8,60 +4,8%
Silber (Spot) 24,62 24,55 +0,3% +0,07 +5,6%
Platin (Spot) 1.077,90 1.095,00 -1,6% -17,10 +11,1%
Kupfer-Future 4,48 4,48 -0,0% -0,00 +0,4%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cln/ros
(END) Dow Jones Newswires
February 24, 2022 12:13 ET (17:13 GMT)
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