MÄRKTE USA/Börse verringert Verluste - Biden beschwichtigt
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach herben Verlusten zu Handelsbeginn erholen sich die US-Börsen am Mittwoch im Verlauf von ihren Tagestiefs. Der erste Schrecken über die unerwartet stark gestiegenen Verbraucherpreise lässt nach. Einen Anteil daran dürften nach Aussagen aus dem Handel beschwichtigende Worte des US-Präsidenten haben: Joe Biden räumte zwar ein, dass das Niveau der Inflation "inakzeptabel" hoch sei, nannte die Daten aus dem Juni aber auch "veraltet". Sie spiegelten etwa noch nicht die seither deutlich gesunkenen Benzinpreise wider.
Die Jahresinflationsrate der Verbraucherpreise hatte zunächst verschreckt. Erwartet wurde ein Anstieg auf 8,8 nach 8,6 Prozent, tatsächlich hat die Teuerung in den USA einen Wert von 9,1 Prozent erreicht. Damit steht zum ersten Mal seit 1981 eine 9 vor dem Komma. Auch die Kernrate liegt über den Prognosen. Gegen Mittag (Ortszeit New York) liegt der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent im Minus bei 30.785 Punkten, S&P-500 und Nasdaq-Composite verlieren 0,4 bzw. 0,2 Prozent.
Schon marginal höhere Werte hätten die Aussicht auf eine forsche Gangart der US-Notenbank bei der Inflationsbekämpfung untermauert. Nun deuten die Werte möglicherweise sogar auf eine noch straffere Geldpolitik der Fed hin. Angesichts dieser Aussicht steigen die Rezessionsängste an der Börse, denn die erhoffte "weiche Landung" der Konjunktur wird immer unwahrscheinlicher. "Es dürfte kaum ein Zweifel daran bestehen, dass die Leitzinsen noch in diesem Monat um 75 Basispunkte erhöht werden", heißt es im Handel. Allerdings wächst auch das Lager derjenigen, die sogar einen Zinsschritt von 100 Basispunkten erwarten: War ein solcher Schritt am Dienstag noch mit 7,6 Prozent eingepreist worden, so waren es am Mittwoch schon 42 Prozent.
Delta Air Lines im Sinkflug
Bei steigenden Zinserwartungen verliert der Bankensektor 1,9 Prozent, obwohl höhere Zinsen das Geschäftsmodell der Institute begünstigen. Doch überwögen nun die Rezessionsbefürchtungen, heißt es. Unter den Einzelaktien sinken Delta Air Lines um 6,7 Prozent. Die Fluggesellschaft verfehlte im zweiten Quartal gewinnseitig die Markterwartungen. Der Umsatz schlug jedoch die Prognosen und stellte sich über das Vorpandemieniveau ein. Der Kurs des Industrieausstatters Fastenal sinkt um 5,8 Prozent. Händler sprechen zwar von soliden Zweitquartalszahlen, die Umsatzentwicklung enttäusche jedoch. Zudem befürchten Händler wegen der hohen Inflation trübe Nachfragetrends.
Der Dollar kommt nach einem zwischenzeitlichen Anstieg leicht zurück, trotz der zunehmenden Zinsfantasien, der Dollar-Index sinkt um 0,2 Prozent und bewegt sich damit aber weiter auf einem 20-Jahreshoch. Der Euro erholt sich leicht. Der kanadische Dollar zieht derweil zu seinem US-Pendant an. Während über eine 100-Basispunkte-Zinserhöhung der US-Notenbank bislang nur spekuliert wird, hat die Bank of Canada diesen Schritt am Mittwoch schon vollzogen. Für einen Kanada-Dollar werden 0,7722 US-Dollar gezahlt. Im Tagestief vor dem Zinsentscheid waren es 0,7658.
Am Rentenmarkt dominieren Rezessionssorgen, was sich in einer deutlich inversen Zinskurve spiegelt. Die mit den Zinsspekulationen verbundenen Rezessionsängste in Verbindung mit dem festen US-Dollar bremsen die Erdölpreise. Diese hatten allerdings am Dienstag schon eine rasante Talfahrt hingelegt, wobei die Preise für die Sorten WTI und Brent unter 100 Dollar je Barrel absackten, so dass sich die Verluste nun in Grenzen halten. Auch die deutlich gestiegenen Ölvorräte der USA belasten nicht weiter.
Der Goldpreis erholt sich derweil mit dem leicht nachgebenden Dollar. Das Edelmetall dürfte auch vor dem Hintergrund der ungewissen Wirtschaftsaussichten gesucht sein.
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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 30.784,73 -0,6% -196,60 -15,3%
S&P-500 3.801,83 -0,4% -16,97 -20,2%
Nasdaq-Comp. 11.238,51 -0,2% -26,22 -28,2%
Nasdaq-100 11.722,43 -0,2% -22,56 -28,2%
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 3,11 +6,6 3,04 237,7
5 Jahre 3,03 +0,3 3,03 177,0
7 Jahre 3,02 -2,0 3,04 157,9
10 Jahre 2,95 -2,5 2,97 143,9
30 Jahre 3,14 -2,5 3,16 123,9
DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:17 Mo, 17:42 % YTD
EUR/USD 1,0087 +0,5% 1,0032 1,0077 -11,3%
EUR/JPY 138,44 +0,8% 137,46 138,42 +5,8%
EUR/CHF 0,9858 +0,0% 0,9852 0,9877 -5,0%
EUR/GBP 0,8458 +0,2% 0,8424 0,8470 +0,7%
USD/JPY 137,26 +0,3% 137,03 137,34 +19,2%
GBP/USD 1,1925 +0,3% 1,1909 1,1897 -11,9%
USD/CNH (Offshore) 6,7164 -0,3% 6,7297 6,7152 +5,7%
Bitcoin
BTC/USD 19.359,20 +0,1% 19.465,47 20.410,60 -58,1%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 95,42 95,84 -0,4% -0,42 +32,2%
Brent/ICE 98,65 99,49 -0,8% -0,84 +31,7%
GAS VT-Schluss +/- EUR
Dutch TTF 180,50 175,10 +4,6% 7,89 +32,5%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.738,50 1.726,16 +0,7% +12,34 -5,0%
Silber (Spot) 19,25 18,93 +1,7% +0,32 -17,4%
Platin (Spot) 862,45 849,38 +1,5% +13,08 -11,1%
Kupfer-Future 3,31 3,30 +0,4% +0,01 -25,5%
YTD zu Vortagsschluss
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/cln/flf
(END) Dow Jones Newswires
July 13, 2022 12:24 ET (16:24 GMT)
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| Datum | Rating | Analyst | |
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