MÄRKTE USA/Hongkong-Sorgen beenden Rally - US-Daten im Fokus
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NEW YORK (Dow Jones)--Die Sorgen vor einer weiteren Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und China dürften die jüngste Rally an der Wall Street zunächst einmal beenden. Die US-Regierung hatte der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong am Mittwoch ihren Sonderstatus nach US-Recht entzogen und reagierte damit auf ein in Peking geplantes Sicherheitsgesetz, durch das nach Ansicht von Kritikern massiv in die Autonomierechte eingegriffen werden soll. China verurteilte die Entscheidung mit scharfen Worten.
"Das ist nur eine weitere potenzielle Sorge neben der Coronavirus-Pandemie", meint Marktstratege Brian O'Reilly vom Vermögensverwalter Mediolanum. "Ob wir tatsächlich in einen Handelskrieg 2.0 geraten - ich glaube, selbst in einer zweiten Trump-Amtszeit würden sie sich zurückhalten, diesen Weg einzuschlagen", so der Teilnehmer weiter.
Daneben stehen die vorbörslich veröffentlichten US-Konjunkturdaten im Fokus. So hat sich die Zahl der wöchentlichen Erstanträge um 323.000 auf 2,123 Millionen reduziert, Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 2,05 Millionen gerechnet. Damit ist die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger erstmals seit März wieder gesunken. Die Daten stützen die Hoffnung auf ein mögliches Ende des rasanten Stellenabbaus, heißt es.
Das US-BIP fiel im ersten Quartal etwas deutlicher als zunächst vermeldet. In der zweiten Lesung wurde ein Rückgang um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal mitgeteilt, nach minus 4,8 Prozent. Eingebrochen ist der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter, der im April 17,2 Prozent einbüßte. Er lag damit aber im Rahmen der Erwartung. Der März-Wert wurde nach unten revidiert. Die Verbraucherausgaben fielen im ersten Quartal um 6,8 Prozent, nachdem einem vorläufigen Minus von 7,6 Prozent.
Die Daten haben jedoch bislang kaum Einfluss auf den Handel. Der Future auf den S&P-500 zeigt sich wie vor der Veröffentlichung der Daten wenig verändert.
Ölpreise geben weiter nach - Euro weiter über 1,10 Dollar
Weiter abwärts geht es mit den Ölpreisen. Die Furcht vor einem Überangebot erhielt am späten Dienstag neue Nahrung durch Daten des Branchenverbands API, der eine deutliche Zunahme der US-Rohölvorräte gemeldet hatte, während Volkswirte eine Abnahme erwartet hatten. Die Akteure am Ölmarkt warten nun gespannt auf die offiziellen Öllagerdaten des US-Energieministeriums, die im Verlauf veröffentlicht werden. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI reduziert sich um 0,5 Prozent auf 32,64 Dollar. Für Brent geht es um 0,1 Prozent auf 34,71 Dollar nach unten.
Der Goldpreis legt um 0,8 Prozent auf 1.724 Dollar zu und liegt damit wieder über der wichtigen Marke von 1.700 Dollar, unter die er am Vortag zwischenzeitlich gerutscht war. Vor allem die Zuspitzung der Lage in Hongkong stütze das Edelmetall, heißt es. Die US-Daten haben keinen Einfluss auf den Goldpreis.
Der Euro behauptet seine Vortagesgewinne zum Dollar und wird aktuell mit 1,1027 Dollar gehandelt - der höchste Stand seit Anfang April. Der Dollar kommt mit den Daten leicht unter Druck. Der Dollar-Index büßt 0,2 Prozent ein.
Auch die US-Anleihen geben mit den vorbörslichen Konjunkturdaten leicht nach. Die Rendite zehnjähriger Titel steigt um 1,0 Basispunkte auf 0,70 Prozent.
HP nach Zahlen unter Druck - Boeing-Aktie legt zu
Bei den Einzelwerten dürften die Aktien des Druckerherstellers HP mit einem kräftigen Minus in den Handel starten. Im zweiten Geschäftsquartal des Unternehmens enttäuschte der Umsatz, während das bereinigte Ergebnis je Aktie die Erwartungen des Marktes übertraf. Auch zeigte sich HP pessimistisch mit Blick auf das laufende dritte Geschäftsquartal. Für die Aktie geht es vorbörslich um 6,7 Prozent nach unten.
Dagegen legt die Boeing-Aktie um 4,8 Prozent zu. Der US-Flugzeughersteller hat die Produktion der einem weltweiten Flugverbot unterliegenden 737 Max wieder aufgenommen. Diese sei auf "niedrigem" Niveau wieder angelaufen, teilte der krisengeschüttelte Konzern mit. Die Produktion war seit Januar ausgesetzt gewesen.
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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,18 0,4 0,18 -101,9
5 Jahre 0,34 -0,3 0,34 -158,3
7 Jahre 0,53 0,6 0,52 -171,9
10 Jahre 0,70 1,2 0,69 -174,8
30 Jahre 1,47 3,2 1,44 -159,3
DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:38h Mi, 17:11 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1027 +0,17% 1,1021 1,0977 -1,7%
EUR/JPY 118,85 +0,23% 118,86 118,34 -2,5%
EUR/CHF 1,0682 +0,24% 1,0670 1,0638 -1,6%
EUR/GBP 0,8979 +0,03% 0,8979 0,8985 +6,1%
USD/JPY 107,78 +0,05% 107,82 107,81 -0,9%
GBP/USD 1,2280 +0,15% 1,2274 1,2216 -7,3%
USD/CNH (Offshore) 7,1646 -0,23% 7,1730 7,1865 +2,8%
Bitcoin
BTC/USD 9.398,26 +3,75% 9.149,76 9.193,01 +30,4%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 32,64 32,81 -0,5% -0,17 -44,6%
Brent/ICE 34,71 34,74 -0,1% -0,03 -45,3%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.723,55 1.709,25 +0,8% +14,30 +13,6%
Silber (Spot) 17,34 17,25 +0,5% +0,09 -2,9%
Platin (Spot) 831,45 824,25 +0,9% +7,20 -13,8%
Kupfer-Future 2,40 2,38 +0,6% +0,02 -14,7%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/mgo
(END) Dow Jones Newswires
May 28, 2020 09:07 ET (13:07 GMT)
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