MÄRKTE USA/Kaum verändert - Zwischen Hilfspaket und Corona-Pandemie
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NEW YORK (Dow Jones)--Mit einer wenig veränderten Tendenz dürfte zur Wochenmitte die Wall Street starten. Im Blick stehen weiter die Verhandlungen um ein neues Hilfspaket. So spricht die Verhandlungsführerin der US-Demokraten, Nancy Pelosi, zwar von "Fortschritten" bei den Gesprächen mit den Republikanern und zeigt sich optimistisch, dass das Paket bis zum Wochenende stehen werde. Doch unklar ist, ob eine ausreichende Zahl von republikanischen Senatoren das Paket unterstützen werden.
"Der Markt wird derzeit von den Schlagzeilen um das Konjunkturpaket getrieben, aber wir gehen weiter davon aus, dass eine Einigung vor der US-Präsidentschaftswahl unwahrscheinlich ist", sagt Chef-Strategin Seema Shah von Principal Global Investors. "Wir können von Pelosi und Mnuchin so viel über den Fortgang der Gespräche hören, wie wir wollen, aber einige Senatoren haben einfach gesagt, dass sie kein Paket unterstützen werden", ergänzt die Teilnehmerin.
Hauptbelastungsfaktor bleibt die immer schneller steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Auch befinden sich immer mehr Länder oder Regionen in einem erneuten Lockdown. Und angesichts der immer noch zunehmenden Pandemiewelle und Ängsten, dass diese die konjunkturelle Erholung gefährde, könnte selbst der positive Effekt einer Einigung auf ein neues Konjunkturpaket schnell wieder verpuffen, heißt es von der Commerzbank.
Der Future auf den S&P-500 gewinnt aktuell 0,1 Prozent. Wichtige Konjunkturdaten stehen nicht auf der Agenda. Am Abend wird allerdings die US-Notenbank ihr "Beige Book" veröffentlichen. Darin enthalten sind Kommentare der zwölf regionalen Zentralbanken der USA über die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen in ihren Regionen.
Dollar zeigt sich schwach
Der Dollar steht unter Druck, der DXY-Dollarindex verliert aktuell 0,4 Prozent und markiert den tiefsten Stand seit einem Monat. Parallel stieg der Euro in der Spitze bis auf 1,1871 Dollar und damit ebenfalls auf ein Einmonatshoch. Im Handel verweist man auf gestiegene Hoffnungen auf ein Zustandekommen eines US-Konjunkturpaketes noch vor den US-Wahlen. Damit verliert der Greenback als vermeintlich sicherer Devisenhafen in unsicheren Zeiten an Zuspruch. Außerdem dürfte ein Konjunkturpaket die Schulden in den USA weiter in die Höhe treiben, was sich ebenfalls negativ auf die Dollar-Wechselkurse auswirkt.
Die Ölpreise geben einen Großteil der Vortagesgewinne wieder ab, nachdem die Notierungen auf den höchsten Stand seit sieben Wochen geklettert waren. Auslöser waren die Aussichten, dass es doch noch zu einer Einigung auf ein neues US-Stimulipaket kommen könnte. Als Belastungsfaktor wirkt dagegen der überraschende Anstieg der US-Rohölvorräte, den der Branchenverband API am späten Dienstag vermeldet hatte. Nun wird auf die offiziellen Daten am Nachmittag gewartet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um 1,3 Prozent auf 41,16 Dollar, für Brent geht es um 1,4 Prozent auf 42,57 Dollar nach unten.
Mit einem Plus zeigt sich der Goldpreis. Die Feinunze verteuert sich um 0,8 Prozent auf 1.923 Dollar. Teilnehmer verweisen auf den unter Druck stehenden Dollar mit der Aussicht auf ein weiteres US-Konjunkturpaket.
Für die US-Anleihen geht es mit der weiterhin herrschenden Zuversicht nach unten. Die Rendite zehnjähriger Papiere steigt um 3,1 Basispunkte auf 0,82 Prozent.
Netflix enttäuscht - Tesla im Blick
Bei den Einzelwerten geht es für die Netflix-Aktie vorbörslich um 5,6 Prozent abwärts. Nachdem der Streaming-Anbieter zu Beginn der Krise noch davon profitiert hatte, dass mehr Menschen zu Hause blieben, bekam das Unternehmen nun die Konkurrenz von Disney+ und HBO Max zu spüren. Netflix gewann weniger Neukunden als erwartet. Auch das Gewinnwachstum blieb hinter den Annahmen zurück. Für die nahe Zukunft zeigt sich das Unternehmen wegen der Pandemie vorsichtig.
Der US-Pharmakonzern Abbott Laboratories hat nach einem zweistelligen Wachstum im dritten Quartal seine Prognose angehoben. Mit den Zahlen wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen. Die Aktie steigt um 1,0 Prozent.
Der US-Mobilfunkkonzern Verizon Communications hat im dritten Quartal weniger verdient und umgesetzt. Dennoch schnitt der Konzern besser ab als von Analysten erwartet und ist etwas zuversichtlicher für das Geschäftsjahr. Die Aktie honoriert das mit einem Plus von 1,1 Prozent.
Texas Instruments übertraf mit den Geschäftszahlen zum dritten Quartal und dem Ausblick auf das kommende Quartal die Markterwartungen. Die Titel zeigen sich mit einem kleinen Minus. Nach der Schlussglocke wird noch der Elektroautobauer Tesla einen Blick in die Bücher gewähren. Für die Aktie geht es im Vorfeld um 0,3 Prozent nach unten.
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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,14 -0,4 0,15 -106,1
5 Jahre 0,36 2,4 0,33 -156,7
7 Jahre 0,59 2,7 0,56 -166,2
10 Jahre 0,82 3,1 0,79 -162,6
30 Jahre 1,63 3,3 1,59 -144,2
DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 10:11 Uhr Di, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1863 +0,33% 1,1867 1,1827 +5,8%
EUR/JPY 124,21 -0,40% 124,56 124,82 +1,9%
EUR/CHF 1,0718 -0,07% 1,0721 1,0729 -1,3%
EUR/GBP 0,9064 -0,78% 0,9090 0,9124 +7,1%
USD/JPY 104,69 -0,74% 104,97 105,57 -3,8%
GBP/USD 1,3088 +1,12% 1,3058 1,2958 -1,2%
USD/CNH (Offshore) 6,6415 -0,31% 6,6379 6,6664 -4,7%
Bitcoin
BTC/USD 12.363,75 +3,63% 12.170,50 11.947,50 +71,5%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 41,16 41,70 -1,3% -0,54 -27,1%
Brent/ICE 42,57 43,16 -1,4% -0,59 -30,5%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.922,67 1.906,75 +0,8% +15,92 +26,7%
Silber (Spot) 25,11 24,68 +1,8% +0,43 +40,7%
Platin (Spot) 890,08 875,15 +1,7% +14,93 -7,8%
Kupfer-Future 3,18 3,14 +1,3% +0,04 +12,7%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/err
(END) Dow Jones Newswires
October 21, 2020 08:47 ET (12:47 GMT)
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