MÄRKTE USA/Nahost-Eskalation dürfte Wall Street drücken


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DOW JONES--Das von US-Präsident Donald Trump verkündete Ende des Waffenstillands zwischen den USA und dem Iran dürfte zur Wochenmitte die Wall Street erheblich belasten. Der Aktienterminmarkt deutet eine leichtere Handelseröffnung am Kassamarkt an. Der Aussage von Trump waren neuerliche gegenseitige Angriffe vorausgegangen, offenbar ausgelöst durch iranische Angriffe auf Handelsschiffe. Darauf hatten die USA auch die Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe wieder in Kraft gesetzt. "Die Entwicklungen haben die Bedenken hinsichtlich der Energieversorgung und des geopolitischen Risikos neu entfacht. Die jüngste Eskalation stellt die bislang ernsthafteste Bewährungsprobe für die Waffenruhe dar", erläutert Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank. Die Risikostimmung falle schwach aus, aber nicht so ausgeprägt wie vielleicht angesichts der Angriffe zu erwarten sei.

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Die Ölpreise reagieren mit deutlichen Aufschlägen auf die Eskalation rund um den Nahen Osten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent legt um 6 Prozent auf 78,59 Dollar zu. Die Wiederaufnahme der Schiffspassagen durch die Straße von Hormus gerät mit der Entwicklung wieder in Gefahr, wodurch die globale Ölversorgung beeinträchtigt werden dürfte. Allerdings scheint Trump die Tür für weitere Verhandlungen mit dem Iran offen zu lassen.

Der Ölpreisanstieg entfacht wieder Inflationsängste und damit Spekulationen auf Zinserhöhungen. In der Folge ziehen die Renditen am Anleihemarkt an. Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen 4 Ticks mehr ab und rentieren mit 4,57 Prozent. Höhere Marktzinsen, steigende Zinserhöhungsspekulationen und ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis stützen den Dollar - der Dollar-Index legt um 0,1 Prozent zu. Gold ist angesichts dieses Marktumfeldes nicht gefragt, der Goldpreis ermäßigt sich um 1,0 Prozent je Feinunze. Angesichts der Konzentration auf die Geopolitik dürften die anstehenden Großhandelsumsätze aus dem Mai im Verlauf kaum eine Rolle spielen.

Etwas mehr Aufmerksamkeit dürfte dagegen das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung erhalten, doch auch dieses dürfte von der Geopolitik überlagert werden. Es wird im späten US-Handel veröffentlicht. Die erste Sitzung von Kevin Warsh als Fed-Vorsitzender hatte die Märkte dazu veranlasst, weitere Zinserhöhungen einzupreisen. Grund waren sein Bekenntnis zur Preisstabilität sowie Projektionen, die eine Möglichkeit einer Straffung signalisierten. Allerdings habe Warsh eine geldpolitische Leitlinie ausdrücklich vermieden, weshalb es unwahrscheinlich sei, dass er eine solche über das Protokoll zulassen werde, argumentiert Analyst Steve Englander von Standard Chartered.

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Am Aktienmarkt dürften Halbleiterwerte nach den teils kräftigen Vortagesabgaben erneut unter Druck stehen, als selbst Rekordzahlen von Samsung Electronics und LG Electronics den Sektor nicht zu stützen vermocht hatten. Die Branche stehe unter anderem unter Druck durch indexgebundene Vermögensverwalter, die Platz in den Portfolios für den US-Börsengang am Freitag für SK Hynix an der Wall Street schaffen müssten, heißt es. Letztlich würden aber vor allem Gewinne im Sektor mitgenommen. Zudem belasten auch steigende Marktzinsen gerade den Technologiesektor mit seinem hohen Fremdmittelanteil bei Investitionen. Für die Intel-Aktie geht es vorbörslich um weitere 3,5 Prozent abwärts. Das KI-Startup Perplexity wird künftig die Vera-CPU von Nvidia einsetzen, womit eine weitere Einnahmequelle für den Teilbereich gefunden wurde. Dies dämpft den Druck auf die Nvidia-Aktie, die sich am Vortag dem Abwärtstrend widersetzt hatte, etwas - der Kurs verliert 1,4 Prozent. AMD büßen 2,2 Prozent ein, Micron 4,6 Prozent.

Apple setzt vermehrt auf in den USA hergestellte Mikrochips und will in den nächsten fünf Jahren mehr als 30 Milliarden US-Dollar in Broadcom-Produkte investieren. Der iPhone-Hersteller gab bekannt, dass er eine neue Vereinbarung mit seinem langjährigen Partner getroffen habe, mit der die Produktion von mehr als 15 Milliarden Chips auf amerikanischem Boden angegangen wird. Des Weiteren hat der Technologiegigant eine Klage vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) verloren. Das Unternehmen hatte eine Entscheidung der EU angefochten, die das Betriebssystem iOS und den App Store als Dienste eingestuft hatte, die unter die EU-Kartellvorschriften fallen. Der Kurs verliert 0,5 Prozent, Broadcom büßen 0,9 Prozent ein. Begünstigt von steigenden Ölpreisen ziehen Chevron (+2,1%) und ExxonMobil (+2,2%) an.

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US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 4,20 +0,04 4,23 4,17

5 Jahre 4,30 +0,04 4,32 4,27

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10 Jahre 4,57 +0,04 4,59 4,54

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:40

EUR/USD 1,1400 -0,1 -0,0011 1,1411 1,1426

EUR/JPY 185,24 +0,1 0,2600 184,98 184,9900

EUR/CHF 0,9218 -0,0 -0,0004 0,9222 0,9214

EUR/GBP 0,8544 +0,1 0,0005 0,8539 0,8542

USD/JPY 162,46 +0,2 0,3700 162,09 161,8700

GBP/USD 1,3341 -0,1 -0,0011 1,3352 1,3374

USD/CNY 6,7995 +0,1 0,0061 6,7934 6,7934

USD/CNH 6,8056 +0,0 0,0021 6,8035 6,8002

AUS/USD 0,6917 -0,2 -0,0011 0,6928 0,6933

Bitcoin/USD 62.286,90 -2,2 -1.380,59 63.667,49 63.738,57

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 73,97 +5,0 3,53 70,44

Brent/ICE 78,59 +6,0 4,43 74,16

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.063,20 -1,0 -42,50 4.105,70

Silber 58,78 -2,1 -1,23 60,01

Platin 1.579,53 -3,7 -61,09 1.640,62

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/ros

(END) Dow Jones Newswires

July 08, 2026 08:01 ET (12:01 GMT)

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