MÄRKTE USA/Wall Street zum Start fester erwartet


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NEW YORK (Dow Jones)--Nach den Verlusten des Vortages wird die Wall Street mit Aufschlägen zu Handelsbeginn am Mittwoch erwartet. Der Terminkontrakt auf den S&P-500 legt vor der Startglocke 1,5 Prozent zu. Bestimmendes Thema ist und bleibt weiterhin die Coronaviruskrise und die Auswirkungen der Pandemie auf die globale Wirtschaft. Die Anleger hoffen, dass das schlimmste überstanden ist, nachdem immer mehr Länder die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie lockern wollen. Ganz entscheidend stützt die Nachricht, dass das Biotechnologie-Unternehmen Gilead Erfolge mit dem Mittel Remdesivir im Kampf gegen Covid-19 meldet. Remdesivir habe den primären Endpunkt der Studie erreicht. Dies weckt Hoffnungen im Markt. Zudem läuft die Bilanzsaison auf vollen Touren mit einer Flut an Unternehmenzahlen.

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Die vor Handelsbeginn veröffentlichten BIP-Daten für das erste Quartal veranschaulichen indessen, wie hart der Sillstand die USA getroffen hat. Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 4,8 Prozent eingebrochen und damit stärker als von Ökonomen mit minus 3,5 Prozent erwartet. Im vierten Quartal war sie noch um revidiert 2,1 Prozent gewachsen.

Die Anleger warten nun mit Spannung auf die Einschätzung der US-Notenbank zum Zustand der US-Wirtschaft. Gerechnet wird mit einem klaren Bekenntnis der Fed zur weiteren Stützung der Wirtschaft. Konkrete Maßnahmen werden allerdings nicht erwartet.

"Die Investoren wollen von der Fed wissen, wie lange der Wirtschaftsabschwung voraussichtlich anhalten wird", so Eddy Loh, Senior Investment Stratege bei Maybank Group Wealth Management.

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Alphabet und Spotify springen nach oben

Alphabet machen vorbörslich einen Satz von 8,5 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat im ersten Quartal einen überraschend deutlichen Umsatzsprung verzeichnet, warnte bei der Vorlage der Zahlen aber auch vor rückläufigen Werbeeinnahmen als Folge der Corona-Krise.

Kräftig nach oben um 9,6 Prozent geht es auch für die Spotify-Aktie. Der Musik-Streamingdienst hat im ersten Quartal Nutzer hinzugewonnen. Der Umsatz aus Abonnements stieg stärker als erwartet, allerdings gingen die werbefinanzierten Erlöse deutlich zurück. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde gekürzt.

Biontech legen 6,3 Prozent zu. Das in den USA gelistete deutsche Biotechnologie-Unternehmen und der US-Pharmariese Pfizer haben mit der klinischen Prüfung ihres Covid-19-Impfstoffkandidaten BNT162 begonnen. Für die Pfizer-Aktie geht es um 2,0 Prozent aufwärts.

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Die Aktie von General Electric gibt hingegen 2,9 Prozent nach. Der Konzern hat die Folgen der Coronavirus-Pandemie im ersten Quartal deutlich zu spüren bekommen. Die weltweiten Einschränkungen schmälerten den Gewinn im Industriegeschäft und den freien Cashflow. Der Konzern kündigte an, 2 Milliarden Dollar auf der Kostenseite einzusparen, um die rückläufigen Umsätze und Gewinne auszugleichen.

Die Ford-Aktie notiert 3,2 Prozent leichter. Der Autohersteller hat im ersten Quartal einen drastischen Umsatzrückgang und einen Milliardenverlust verbucht. Überdies stimmte das Unternehmen die Anleger auf noch erheblich höhere Verluste im zweiten Quartal ein.

Boeing hat für das erste Quartal Zahlen vorgelegt, die nicht ganz so schlecht ausfielen, wie erwartet. Zwar wurden die Verlust- und Umsatzerwartungen verfehlt, der freie Cashflow rutschte allerdings nicht so stark ins Minus wie befürchtet. Die Aktie notiert 4,6 Prozent fester.

Belastet von einer Umsatzwarnung für das laufende Jahr gibt der Aktienkurs des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) 2,2 Prozent nach.

Starbucks musste im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie viele ihrer Filialen schließen, weshalb der Umsatz auf Quartalssicht erstmals seit elf Jahren zurückging. Das laufende zweite Quartal dürfte noch schlimmer werden, warnte die Kaffeehauskette. Die Aktie zeigt sich 0,2 Prozent fester.

Ölpreise erholen sich

Mit einer deutlichen Erholung zeigen sich die Ölpreise nach dem Einbruch der vergangenen Tage. Beobachter sprechen allerdings nur von einer technischen Gegenbewegung, denn die jüngsten Belastungsfaktoren bestünden weiter - ein Ölüberangebot, ein Nachfrageeinbruch im Zuge der Coronavirus-Pandemie und knapp werdende Lagerkapazitäten. Vor diesem Hintergrund dürfte von den am Nachmittag anstehenden wöchentlichen US-Öllagerdaten der nächste Impuls ausgehen. Die US-Sorte WTI legt 20,3 Prozent zu auf 14,84 Dollar. Für die europäische Sorte Brent geht es um 8,1 Prozent nach oben.

Am Devisenmarkt tut sich im Vorfeld der Aussagen der US-Notenbank wenig. Der Dollar kommt etwas zurück. Der Euro steigt auf 1,0851 von 1,0838 Dollar am Vorabend.

Gold als vermeintlich sicherer Hafen gibt mit der gestiegenen Risikoneigung der Anleger 0,2 Prozent nach auf 1.704 Dollar. Am Anleihemarkt sinkt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen mit steigenden Notierungen um 0,7 Basispunkte auf 0,61 Prozent.

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US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 0,20 -2,7 0,23 -99,9

5 Jahre 0,36 -2,2 0,38 -156,3

7 Jahre 0,53 0,9 0,52 -172,1

10 Jahre 0,61 -0,7 0,61 -183,8

30 Jahre 1,21 -0,0 1,21 -186,2

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 9:54 Di, 17:35 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0851 +0,27% 1,0853 1,0838 -3,3%

EUR/JPY 115,73 +0,08% 115,62 115,82 -5,1%

EUR/CHF 1,0565 +0,15% 1,0555 1,0562 -2,7%

EUR/GBP 0,8736 +0,29% 0,8719 0,8712 +3,2%

USD/JPY 106,66 -0,19% 106,53 106,86 -2,0%

GBP/USD 1,2424 0,0% 1,2461 1,2440 -6,2%

USD/CNH (Offshore) 7,0828 -0,04% 7,0818 7,0860 +1,7%

Bitcoin

BTC/USD 8.255,26 +6,68% 7.950,76 7.719,76 +14,5%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 14,84 12,34 +20,3% 2,50 -75,0%

Brent/ICE 22,12 20,46 +8,1% 1,66 -65,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.703,95 1.707,40 -0,2% -3,46 +12,3%

Silber (Spot) 15,23 15,20 +0,2% +0,03 -14,7%

Platin (Spot) 779,80 776,25 +0,5% +3,55 -19,2%

Kupfer-Future 2,37 2,35 +1,0% +0,02 -15,6%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/err/flf

(END) Dow Jones Newswires

April 29, 2020 09:12 ET (13:12 GMT)

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