MÄRKTE USA/Wall Street zwischen Ukrainehoffnung und Pandemiesorge
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NEW YORK (Dow Jones)--An den US-Börsen setzt sich am Montag im Tagesverlauf kein klarer Trend durch. Zwar hellt sich die Stimmung zum Teil etwas auf, denn die vierte Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland soll am Dienstag fortgesetzt werden. Schon dieser Umstand lässt die Hoffnungen am Markt steigen, obwohl die russischen Invasionstruppen ihre Angriffe auf ukrainische Großstädte ohne Unterlass fortsetzen. "Die bestimmende Nachricht heute ist die bessere Stimmung, die von den ukrainischen und russischen Unterhändlern ausgeht", sagt Marktstratege Edward Park von Brooks Macdonald. Andererseits gerät parallel die technologielastige Nasdaq unter Druck.
Bis zum Mittag US-Ostküstenzeit steigt der Dow-Jones-Index um 0,5 Prozent auf 33.120 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite sinken dagegen um 0,2 bzw. 1,2 Prozent. Die Kurse bewegen sich im Spannungsfeld des Ukraine-Kriegs und neuer Covid-19-Ausbrüche besonders in China. Neue pandemiebedingte Produktionsunterbrechungen in China bremsen vor allem den Technologiesektor, der aber auch Gegenwind von deutlich anziehenden Marktzinsen erhält.
Denn neben der politischen Großwetterlage blicken Anleger auf die US-Notenbanksitzung, die das Ergebnis ihrer Beratungen am Mittwochabend (MEZ) bekannt geben wird. Am Markt wird weithin erwartet, dass die Fed dann erstmals seit 2018 die Zinsen erhöhen wird. Ein Zinsschritt um 25 Basispunkte gilt als eingepreist. Eine Erhöhung um 50 Basispunkte sei dagegen wohl vom Tisch, vermutet Analyst Jeffrey Halley von Oanda. Nicht auszuschließen sei hingegen, dass die Fed bei ihren Zinserhöhungen das Tempo steigere, um die Inflation zu bekämpfen, die so hoch ist wie zuletzt vor 40 Jahren.
Neue Lockdowns in China
Das Thema Corona tritt wieder in den Vordergrund, nachdem in China wegen steigender Fallzahlen in einigen Städten neue Lockdowns angeordnet worden sind. Betroffen ist auch die Hafenstadt und Wirtschaftsmetropole Shenzhen. Sollte der dortige Hafen wegen der Pandemie erneut geschlossen werden, droht eine Verschärfung der Lieferkettenprobleme, wie Halley anmerkt.
Sichere Häfen sind trotz der eher verhaltenen Stimmung am Aktienmarkt nicht gefragt. Der Dollar gibt nach, ebenso wie Yen und Schweizer Franken. Der Dollar-Index sinkt um 0,3 Prozent. Am Anleihemarkt steigen vor dem Zinsentscheid die Renditen weiter, die Papiere werden damit gegeben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen klettert auf ein Dreijahreshoch. Auch Gold wird verkauft - belastet von anziehenden Marktzinsen.
Die Ölpreise kommen deutlich zurück. Hier belaste die Spekulation über eine sinkende Nachfrage aus China infolge der dortigen Pandemiewelle, heißt es. Zudem liefert Russland weiterhin Öl und Gas an als "unfreundlich" eingestufte Staaten. Und auch das Atomabkommen mit dem Iran sei trotz des jüngsten Raketenangriffs auf den Irak noch nicht tot, sagt ein Händler. Damit könnte weiteres Angebot auf den Markt kommen.
Apple wegen Foxconn gedrückt
Unter den Einzelwerten fallen Apple um 1,7 Prozent. Der taiwanische Zulieferer Foxconn hat zwei Werke in Shenzhen wegen des Lockdowns vorübergehend geschlossen.
Dagegen ziehen die Papiere der Corona-Impfstoffhersteller Biontech und Moderna um 14,5 bzw. 12,7 Prozent an. "Die Pandemie ist zwar medial in den Hintergrund gerückt, aber sie wütet weiter", so ein Marktteilnehmer auch mit Blick auf China. Pfizer gewinnen 4,1 Prozent.
Kräftig verkauft werden Aktien chinesischer Unternehmen. Alibaba fallen um 8, Bilibili um 6,9, JD.com um 8,2, Pinduoduo um 11,6 und Xpeng um 10,3 Prozent. Neben der Corona-Situation in China belastet weiter die Drohung der US-Behörden, die Börsennotierung chinesischer Unternehmen in den USA zu beenden, sollten diese sich nicht an die dort geltenden Rechnungslegungsvorschriften halten.
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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 33.120,15 +0,5% 175,96 -8,9%
S&P-500 4.197,87 -0,2% -6,44 -11,9%
Nasdaq-Comp. 12.687,85 -1,2% -155,96 -18,9%
Nasdaq-100 13.151,58 -1,1% -150,25 -19,4%
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,81 +6,6 1,75 108,4
5 Jahre 2,05 +10,2 1,95 78,8
7 Jahre 2,11 +10,5 2,00 66,5
10 Jahre 2,10 +10,5 2,00 59,1
30 Jahre 2,46 +10,2 2,36 55,7
DEVISEN zuletzt +/- % Mo,8:28 Fr,17:31 % YTD
EUR/USD 1,0987 +0,5% 1,0924 1,0938 -3,4%
EUR/JPY 129,61 +0,9% 128,62 128,10 -1,0%
EUR/CHF 1,0281 +0,7% 1,0220 1,0212 -0,9%
EUR/GBP 0,8417 +0,4% 0,8379 0,8375 +0,2%
USD/JPY 117,95 +0,4% 117,80 117,11 +2,5%
GBP/USD 1,3054 +0,1% 1,3022 1,3063 -3,5%
USD/CNH (Offshore) 6,3862 +0,3% 6,3675 6,3531 +0,5%
Bitcoin
BTC/USD 38.882,81 +3,1% 38.620,65 38.747,71 -15,9%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 101,38 109,33 -7,3% -7,95 +36,2%
Brent/ICE 104,89 112,67 -6,9% -7,78 +36,1%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.956,02 1.980,94 -1,3% -24,92 +6,9%
Silber (Spot) 25,14 25,67 -2,0% -0,53 +7,9%
Platin (Spot) 1.044,11 1.074,80 -2,9% -30,69 +7,6%
Kupfer-Future 4,51 4,62 -2,3% -0,11 +1,0%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/flf/cln
(END) Dow Jones Newswires
March 14, 2022 12:17 ET (16:17 GMT)
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