Rheinmetall zieht Konsequenzen nach F126-Aus: So reagiert die Aktie - auch TKMS & Co. im Blick
Nach dem Aus für die Fregatte F126 zieht Rheinmetall bei seiner Marinesparte die Reißleine. Das bedeutet dieser Schritt für die Aktie.
Werte in diesem Artikel
- Rheinmetall stoppt geplanten Aufbau von 900 Stellen bei Naval Systems
- Grund ist das gestoppte Fregattenprojekt F126 der Bundeswehr
- Konzern warnt vor Umsatzausfall von bis zu 300 Millionen Euro in 2026
Rheinmetall zieht Konsequenzen aus der Absage für die Fregatte F126 und stoppt den geplanten Personalaufbau bei seiner Militärschiffbausparte Naval Systems. Wie Dow Jones Newswires berichtet, hatte der Konzern dort ursprünglich 1.000 zusätzliche Stellen geplant, davon waren bereits 100 neue Mitarbeiter eingestellt worden. Die restlichen 900 Stellen liegen nun jedoch auf Eis. "Ohne den Auftrag der Bundeswehr können wir keinen weiteren Mitarbeiter einstellen", heißt es aus Unternehmenskreisen. Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz: Naval Systems war als Wachstumsmotor der Marinesparte eingeplant, und der Ausfall des größten Einzelauftrags der jüngeren Firmengeschichte trifft die Sparte an einer empfindlichen Stelle, kurz nachdem Rheinmetall dort erst kräftig investiert hatte.
Ein teurer Rückzieher bei der Marinesparte
Erst im März hatte Rheinmetall die Militärmarinesparte Naval Vessels Lürssen von der Bremer Lürssen Werft übernommen und damit sein maritimes Standbein ausgebaut, in der Hoffnung auf den milliardenschweren F126-Auftrag der Bundeswehr. Die neu geschaffenen Kapazitäten sollten den Bau von bis zu sechs Fregatten stemmen. Mit dem Stopp des Programms fehlt nun die Auslastung, für die die zusätzlichen 900 Stellen gedacht waren. Der Umbau der Sparte selbst wird dadurch nicht zurückgedreht, doch das Tempo, in dem sie wachsen sollte, verlangsamt sich deutlich. Für die Belegschaft der bereits übernommenen Werften bedeutet das vorerst keine Ausweitung, für neue Bewerber schließt sich das Fenster, bis ein Ersatzauftrag oder ein neues Marineprojekt in Sicht ist.
Warum die Bundeswehr die Reißleine zog
Das Verteidigungsministerium hatte das Projekt Ende Juni endgültig beendet und dies mit erheblichen Verzögerungen, absehbaren Kostensteigerungen und Risiken eines Generalunternehmerwechsels begründet. Statt sechs F126-Fregatten sollen nun acht kleinere Schiffe des Typs Meko A-200 beim deutschen Hersteller TKMS bestellt werden. Die erste Meko-Fregatte soll demnach bereits 2029 an die Bundeswehr übergeben werden, deutlich früher als ursprünglich bei der F126 vorgesehen. Für Rheinmetall bedeutet der Wechsel des Zulieferers einen direkten Auftragsverlust an einen inländischen Wettbewerber.
Was das für Rheinmetall bedeutet
Wie viel das Rheinmetall am Ende kostet, hat der Konzern selbst beziffert. In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 2. Juli 2026 erklärte das Unternehmen, sollten sich keine kurzfristigen Ausgleichsaufträge finden lassen, könnten sich die Umsatzauswirkungen im Jahr 2026 auf bis zu 300 Millionen Euro belaufen. Der geplante Beitrag des F126-Programms zur mittelfristigen Umsatzprognose für 2030 lag jedoch nur bei unter 3 Prozent, das Programm war also strategisch relevant, aber kein tragender Pfeiler der Konzernziele.
Das Trading-Update für das zweite Quartal mit einem erwarteten Umsatzwachstum von über 60 Prozent bleibt laut Rheinmetall unverändert bestehen. Ein detaillierteres Update zu möglichen weiteren Effekten auf die Gesamtjahresprognose will der Konzern mit den kommenden Quartalszahlen liefern - dann dürfte sich zeigen, mit welchen Aufträgen Rheinmetall den Ausfall kompensieren will.
So reagiert die Rüstungsbranche
Anleger nahmen die aus dem F126-Aus resultierenden Konsequenzen für den Stellenaufbau bei Rheinmetall nicht gelassen hin. auf XETRA schloss das Papier bei 1.058,80 Euro (-4,75 %).
Die Branchenkollegen TKMS verloren derweil schlussendlich 1,88 Prozent auf 88,80 Euro, während RENK-Aktien 5,15 Prozent auf 45,77 Euro nachgaben. HENSOLDT-Papiere schlossen mit minus 2,77 Prozent bei 78,68 Euro schwächer.
Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 09:01 | Rheinmetall Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 08.07.26 | Rheinmetall Outperform | Bernstein Research | |
| 08.07.26 | Rheinmetall Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 07.07.26 | Rheinmetall Buy | UBS AG | |
| 03.07.26 | Rheinmetall Buy | Deutsche Bank AG |
