Unusual Machines-Aktie schießt nach oben: Drohnenspezialist vor Pentagon-Deal?
Die Aktie des US-Drohnenherstellers Unusual Machines zieht kräftig an. Hintergrund sind Berichte über mögliche Pentagon-Aufträge im Bereich autonomer Waffensysteme.
Werte in diesem Artikel
• Unusual Machines steigt nach Berichten über mögliche Pentagon-Aufträge deutlich
• Drohnenhersteller profitiert von Erwartungen an US-Rüstungsprogramme
• Anleger setzen auf wachsende Bedeutung autonomer Waffensysteme
Die Aktie des US-Drohnenspezialisten Unusual Machines sorgt derzeit für Aufsehen an der Wall Street. Laut einem Bericht des Wall Street Journal könnte das Unternehmen von der US-Regierung im Rahmen eines milliardenschweren Pentagon-Programms profitieren. Die Folge: Die Aktie schoss am Donnerstag an der NYSE letztlich um 57,2 Prozent auf 29,60 US-Dollar nach oben. Am heutigen Freitag lässt sich jedoch schon wieder ein deutliches Minus beobachten: Hier geht es zeitweise um 10,68 Prozent auf 26,44 US-Dollar nach unten. Die Aktien von Unusual Machines haben sich innerhalb der vergangenen zwölf Monate bereits um rund 414 Prozent verteuert. Der Börsenwert liegt inzwischen bei etwa 1,41 Milliarden US-Dollar.
Pentagon setzt verstärkt auf Drohnen-Technologie
Wie Barron’s unter Berufung auf das Wall Street Journal und mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, verhandelt die Regierung von US-Präsident Donald Trump aktuell mit mehreren privaten Drohnenunternehmen über mögliche staatliche Finanzierungen. Ziel sei es, die amerikanischen Fähigkeiten im Bereich autonomer Waffensysteme massiv auszubauen.
Zu den potenziellen Kandidaten gehört auch Unusual Machines, ein Anbieter von Drohnenteilen, der politisch brisant ist: Donald Trump Jr. sitzt im Beirat des Unternehmens. Laut Barron’s wollte sich das Unternehmen zu den Spekulationen nicht äußern.
"Als Angelegenheit der Politik des Kriegsministeriums werden wir uns nicht zu durchgesickerten Dokumenten, gemunkelten internen Diskussionen oder den Einzelheiten von Angelegenheiten vor einer Entscheidung äußern, die weiterhin Änderungen unterliegen", wird ein Vertreter des Verteidigungsministeriums von Barron’s zitiert.
Drohnen-Boom treibt Rüstungsaktien an
Auch andere Unternehmen aus dem Drohnen- und Verteidigungssektor profitierten von der Nachricht. So legten unter anderem Red Cat am Donnerstag an der NASDAQ letztlich um 32,61 Prozent auf 14,15 US-Dollar zu, Ondas gewann 22,69 Prozent auf 13,25 US-Dollar und Aerovironment kletterten um 18,26 Prozent auf 214.39 US-Dollar. Anleger setzen zunehmend darauf, dass moderne Kriegsführung künftig stark von autonomen Drohnensystemen geprägt wird.
Insbesondere die Konflikte im Iran und in der Ukraine zeigen, wie stark günstige Kampfdrohnen das militärische Kräfteverhältnis verändern können. Iran habe im bisherigen Konflikt tausende sogenannte Shahed-Drohnen eingesetzt, deren Produktionskosten deutlich unter denen vergleichbarer US-Systeme liegen.
Milliardenprogramm für autonome Waffen - und was das für Anleger bedeutet
Die US-Regierung plant offenbar gewaltige Investitionen. Der Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr 2027 enthält mehr als 50 Milliarden US-Dollar für autonome Waffensysteme - darunter Drohnen und Abwehrtechnologien gegen Drohnenangriffe.
Besonders im Fokus steht dabei die neu gegründete "Defense Autonomous Warfare Group" (DAWG). Sie organisiert sogenannte "Gauntlet"-Wettbewerbe, bei denen günstige Drohnensysteme schnell für militärische Einsätze verfügbar gemacht werden sollen.
Bereits nach Abschluss von "Gauntlet I" im März hat die US-Regierung Drohnentechnik im Wert von rund 150 Millionen US-Dollar bestellt. Für die nächste Wettbewerbsrunde im Juni sind weitere Investitionen von bis zu 300 Millionen US-Dollar geplant.
Für Anleger zeigt der Fall, wie stark politische Entscheidungen und Rüstungsprogramme einzelne Titel im Drohnensektor bewegen können. Erwartete staatliche Aufträge sorgen schnell für deutliche Kursreaktionen, bergen aber auch entsprechende Schwankungen. Wer investiert ist, setzt damit zunehmend auf die Fantasie rund um autonome Waffensysteme und deren langfristige Bedeutung für die moderne Kriegsführung.
Bettina Schneider, Thomas Zoller, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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