Medios: Hier droht kurzfristig Gefahr

02.07.26 11:33 Uhr

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Bei Medios läuft es noch nicht rund. Das neue Management will jetzt an der Profitabilitätsschraube drehen und schließt einen Produktionsstandort.

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Wer regelmäßig auf Medikamente angewiesen ist, der dürfte in der Apotheke seines Vertrauens bereits die schmerzliche Erfahrung gemacht haben, dass das Stammmedikament nicht mehr verfügbar ist. Zumindest an der Medikamentenfront, sprich in den Apotheken, wird ganz offen über Medikamentenengpässe für bestimmte Arzneien und Wirkstoffe gesprochen. Weniger Medikamente bedeuten für einen Pharmahändler eigentlich auch weniger Umsatz. Zumindest im Q1 war bei Medios hiervon noch nichts zu spüren.

Ziele 2026 bestätigt

Da nämlich steigerte Medios den Umsatz um fast 9 Prozent auf 527,6 Mio. Euro. Der Schuh klemmte an anderer Stelle, denn die Ergebniskennzahlen vermittelten ein anderes Bild: Das um diverse Sonderposten bereinigte EBITDA verminderte sich um knapp 8 Prozent auf 21,2 Mio. Euro und das Nettoergebnis sank sogar um über 22 Prozent auf 5,0 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr hält das Management um CEO Thomas Meier aber an den Zielen fest. So soll der Umsatz zwischen 2,0 und 2,12 Mrd. Euro und das bereinigte EBITDA zwischen 94 und 102 Mio. Euro liegen.

Ertragsziele stehen im Feuer

Ob sich Umsatzzuwächse wie im Q1 fortschreiben lassen, ist fraglich. Durch den Krieg am Golf standen die weltweiten Lieferketten unter Druck. Da schätzungsweise 60 bis 70 Prozent der weltweit benötigten chemischen Grundstoffe für die Pharmaherstellung aus Asien kommen, könnten sich die logistischen Einschränkungen im Q2 durchaus auch im Umsatz niederschlagen. Auf diese externen Effekte hat das Management kaum Einfluss. Deshalb ist es richtig, das Unternehmen stärker auf Profitabilität zu trimmen und die Zahl der Produktionsstandorte zu optimieren.

Fazit

Der jüngst geschlossene Produktionsstandort in Aschaffenburg war auf die Herstellung von Medikamenten für den Bereich der patientenindividuellen Therapien spezialisiert. Diese sind deutlich margenstärker, als das übrige Geschäft von Medios. Möglicherweise muss daher, zumindest noch im Jahr 2026, mit insgesamt geringeren Margen kalkuliert werden. Auch der Chart spiegelt die aktuelle Entwicklung wider. Im Jahreschart zeigt sich ein steil absteigendes Dreieck mit einer unteren Begrenzungslinie bei rund 12 Euro. Die derzeitige Gemengelage lässt befürchten, dass die Aktie noch einmal unter diese Marke rutschen könnte. In diesem Fall sind Kurs von 11 Euro und weniger drin.

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Erstellung am 02.07.26 um 11:06 Uhr.

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