Ministerium: Bafin nutzt im Fall Grenke alle rechtlich verfügbaren Instrumente
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Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Die Finanzaufsicht Bafin wird nach Angaben des Bundesfinanzministeriums im Fall von nun bekannt gewordenen Betrugsvorwürfen eines spekulativen Anlegers gegen das Leasingunternehmen Grenke "alle ihr rechtlich zur Verfügung stehenden Instrumente" zur Aufklärung nutzen. Das betonte ein Ministeriumssprecher bei einer Pressekonferenz in Berlin.
"Die Bafin ist die zuständige Aufsichtsbehörde, die ist dran", sagte Ministeriumssprecher Christoph Kuhn auf die Frage, ob sich das Ministerium einschalten werde. Er betonte, die Grenke AG sei ein Finanzdienstleistungsunternehmen und werde schon von der Bafin beaufsichtigt. Entsprechend werde die Bafin ihre Erkenntnisse aus der laufenden Aufsicht sowie sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Instrumente zur Prüfung der Vorwürfe nutzen.
Die Möglichkeiten umfassten unter anderem die Veranlassung einer aufsichtsrechtlichen Sonderprüfung. Dies schließe auch die Untersuchung etwaiger geldwäscherechtlicher Verstöße und die Möglichkeit einer Bilanzprüfung zu möglichen Verstößen gegen Bilanzierungsvorschriften ein, sagte er.
Die Bafin hatte nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe Ermittlungen in alle Richtungen eingeleitet. Eine Sprecherin bestätigte, dass zum einen untersucht werde, ob es Marktmanipulationen durch unrichtige Informationen zur Bilanzierung gegeben habe. Zum anderen werde einer möglichen Marktmanipulation in Form von Leerverkäufen nachgegangen. Damit nimmt die Behörde sowohl das Unternehmen als auch den Investor Fraser Perring ins Visier.
Dieser hatte mit geliehenen Aktien auf einen Kurssturz der Grenke-Aktie gewettet, den ein umfangreicher Bericht seiner Researchfirma Viceroy mit Vorwürfen gegen das Unternehmen am Dienstag auch auslöste. Laut Fraser Perring soll der Leasinganbieter und Finanzdienstleister Grenke seine Bilanzen aufgebläht und überteuert von verbundenen Firmen gekauft haben. Grenke hat die Vorwürfe aber zurückgewiesen. Der Bericht von Viceroy Research "enthält Unterstellungen, die Grenke auf das Schärfste zurückweist", hieß es in einer Mitteilung des MDAX-Konzerns.
Die Aktie ist am Nachmittag um weitere 30 Prozent gefallen, nachdem sie am Vortag bereits um knapp 20 Prozent eingebrochen war.
(Mitarbeit: Olaf Ridder)
Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com
DJG/ank/uxd/smh
(END) Dow Jones Newswires
September 16, 2020 09:29 ET (13:29 GMT)
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