Ministerium sieht Initiative gegen Vorkasse bei Flügen skeptisch
BERLIN (Dow Jones)--Das Bundesverkehrsministerium hat sich skeptisch zu der Bundesratsinitiative Niedersachsens geäußert, das Vorkasse-Prinzip bei Flugreisen abzuschaffen. Man werde den Vorschlag aus Niedersachsen "selbstverständlich gründlich prüfen, sobald er uns vorliegt", sagte ein Sprecher von Minister Volker Wissing (FDP) dem Handelsblatt. Grundsätzlich setze sich die Bundesregierung für eine EU-weite Lösung in dieser Frage ein, "da angesichts der Praxis des internationalen Luftverkehrsmarktes, zu dessen Standard auch die Vorauszahlung gebuchter Flugtickets gehört, nationale Regelungen zu Umgehungen führen können und insofern die Gefahr negativer wettbewerblicher und wirtschaftlicher Auswirkungen bergen".
Das Bundesverbraucherministerium warnte indes Airlines vor einer zögerlichen Ticketerstattung für Reisende, deren Flüge wegen der vielen Flugausfälle im Sommer gestrichen wurden. "Der Anstieg der Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr könnte darauf hindeuten, dass dies derzeit nicht immer ganz reibungslos verläuft", sagte Verbraucher-Staatssekretärin Christiane Rohleder dem Handelsblatt. "Wenn es hier holpert, gehört das Prinzip der Vorkasse aus meiner Sicht auf den Prüfstand." Das habe sie auch im Gespräch mit den Fluggesellschaften "klar kommuniziert".
Laut Verbraucherministerium hat am 15. Juli ein Austausch zwischen Rohleder und Vertretern verschiedener Fluggesellschaften stattgefunden. Thema des Treffens seien insbesondere die Belastungen der Verbraucher durch die zahlreichen Flugausfälle sowie die Umsetzung der Fluggastrechte in dieser Situation gewesen. Rohleder sagte dazu: "Die Fluggesellschaften sind in der Pflicht, die berechtigten Ansprüche der Fluggäste auf Erstattungen, Ausgleichszahlungen und Entschädigungen schnell und unbürokratisch zu erfüllen."
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August 22, 2022 09:47 ET (13:47 GMT)