VW-Aktie kaum verändert: Konzern will laut Medienberichten weitere 50.000 Stellen streichen

Der VW-Konzern will einem Medienbericht zufolge seinen Sparkurs deutlich verschärfen.
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Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant, berichtete das "Manager Magazin" (MM) unter Berufung auf Insider. Vier Werken in Deutschland drohe die Schließung. Der Kurs der Aktie legte in einem schwachen Gesamtmarkt zeitweise leicht zu. Zuletzt ging es jedoch 0,03 Prozent abwärts auf 77,28 Euro.
Die Pläne seien Teil des neuen Zielbilds 2030, das der Vorstand am Mittwoch behandelt habe. Das letzte Wort habe nun der Aufsichtsrat, der am 9. Juli darüber beraten solle.
Bei den vier Werken, die dem Bericht zufolge schließen könnten, handelt es sich um die VW-Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie den Audi-Standort Neckarsulm. Ein konkretes Datum für die Maßnahmen nannte das Blatt nicht. Dem Bericht zufolge könnten sie "mittelfristig" geschlossen werden.
Bis mindestens 2030 gilt an den deutschen Konzernstandorten eine Beschäftigungssicherung, die mit der IG Metall vereinbart wurde. Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen angekündigt, davon 35.000 bei der Kernmarke VW.
Kritik von IG Metall und VW-Betriebsrat
IG Metall und der VW-Betriebsrat üben scharfe Kritik an Berichten über mögliche verschärfte Sparpläne bei VW. "Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Bezirksleiter Thorsten Gröger und Betriebsratschefin Daniela Cavallo.
"Die erneuten Medienberichte verunsichern unsere Belegschaft und unsere Standortregionen zu Recht", heißt es in der Mitteilung. "Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen."
Das "Manager Magazin" hatte zuvor berichtet, der Konzern wolle seinen Sparkurs deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken in Deutschland drohe die Schließung.
Die Pläne sollen dem Bericht zufolge am 9. Juli im Aufsichtsrat beraten werden. Arbeitnehmervertreter stellen dort die Hälfte der Mitglieder, zusammen mit den beiden Vertretern des Landes Niedersachsen sind sie in der Mehrheit. Das Land ist mit 20 Prozent der Stimmrechte an VW beteiligt.
Volkswagen bestätigt Umstrukturierungspläne
VW will sich vorerst nicht im Detail zu Berichten über verschärfte Sparpläne äußern. "Die zu Grunde liegenden Sachverhalte werden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess werden wir nicht vorgreifen", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.
Zugleich bestätigte er: Der Konzernvorstand habe "in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet", so der Sprecher. "Es geht darum, das Unternehmen insgesamt effizienter und schlanker aufzustellen sowie technologische Synergiepotenziale konsequent zu nutzen."
Ziel sei eine "umfassende Transformation", so der Sprecher weiter. "Der gesamte Konzern - inklusive Marken und Gesellschaften - muss sich tiefgreifend verändern." Im nächsten Schritt solle dies nach Befassung des Aufsichtsrats in die Umsetzung gebracht werden. Details zu konkreten Maßnahmen nannte der Sprecher nicht.
VW-Krise wäre fatal für Deutschland
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigt sich besorgt über mögliche verschärfte Sparpläne bei VW. "Das darf sich so nicht realisieren. Deutschland darf sich nicht herunterfahren", sagte der CDU-Politiker. Deutschland müsse den internationalen Wettbewerb gewinnen wollen. Dafür müssten Kosten gesenkt und die Produktivität gesteigert werden.
Volkswagen gehöre zum Markenkern Deutschlands, betonte Kretschmer. "Wenn dieses Unternehmen aufgibt, dann ist das fatal für unser ganzes Land."
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WOLFSBURG (dpa-AFX)
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