Preisschock bei der Xbox, Aktie mit Kurssturz: Microsoft gerät an zwei Fronten unter Druck

Höhere Speicherchipkosten treffen Spieler und Anleger: Während Microsoft ab August mehr für seine Konsole verlangt, erlebt die Aktie im Juni den schärfsten Kursrückgang seit Jahren.
Werte in diesem Artikel
• Microsoft erhöht Xbox-Preise spürbar
• Steigende Chip-Kosten werden an Kunden weitergegeben
• Aktie sackt im Juni deutlich ab
Microsoft gibt steigende Kosten für Speicherchips an seine Kunden weiter. Der Konzern hat angekündigt, die Preise für seine Spielkonsole Xbox weltweit anzuheben, gültig ab dem 1. August. Die Nachricht trifft auf einen Markt, der ohnehin nervös auf die hohen Investitionsausgaben des Unternehmens reagiert: Im Juni verzeichnet die Microsoft-Aktie bislang einen historischen Kursrückgang, ausgelöst durch die Zurückhaltung von Anlegern gegenüber den steigenden Ausgaben des Konzerns.
Preiserhöhung bei Xbox: Chips als Kostentreiber
Microsofts Entscheidung, die Xbox-Preise anzupassen, folgt einem Muster, das sich quer durch die Technologiebranche zieht. Speicherchips haben sich in den vergangenen Quartalen verteuert, und anders als bei Software lassen sich diese Kosten im Hardwaregeschäft nicht durch Skaleneffekte allein auffangen. Für Konsumenten bedeutet das: Wer nach dem 1. August eine neue Xbox kauft, zahlt mehr als zuvor. "Der Preis für Xbox-Konsolen steigt um 100 US-Dollar für die 512-GB-Modelle und um 150 US-Dollar für die 1-TB-Modelle. Das 2-TB-Modell wird nicht mehr angeboten", heißt es in der Pressemitteilung. Wie stark die Erhöhung je nach Region ausfällt, hat der Konzern bislang jedoch nicht im Detail kommuniziert.
Aktie im freien Fall: Anleger strafen hohe Ausgaben ab
Parallel zur Preisanpassung im Hardwarebereich steht Microsoft an der Börse unter erheblichem Druck. Der Kursrückgang im Juni gilt als historisch, weil er das Ausmaß früherer Korrekturen bei dem Konzern übersteigt. Auslöser ist kein operativer Einbruch, sondern die Sorge der Investoren vor einem anhaltend hohen Investitionsniveau. Microsoft hat in den vergangenen Monaten massiv in Rechenzentren und Künstliche Intelligenz investiert, was die Profitabilität kurzfristig belastet. Wachstumsausgaben dieser Größenordnung wurden bisher von Anlegern mitgetragen, solange der Ertrag sichtbar blieb. Kippt dieses Vertrauen, folgt der Kurs. Konkret ging es in den vergangenen 30 Tagen um 21,64 Prozent nach unten. Zum Wochenende ließ sich jedoch eine Erholungstendenz beobachten. Im NASDAQ-Handel ging es für die Microsoft-Aktie letztlich um 5,71 Prozent nach oben auf 372,97 US-Dollar.
Zwei Belastungen, eine Aktie
Die Kombination aus steigenden Endverbraucherpreisen und einem rückläufigen Aktienkurs zeigt, dass Microsoft gerade an zwei Fronten unter Druck steht. Im Hardwarebereich gibt der Konzern Kostensteigerungen weiter, was den Absatz von Xbox-Konsolen belasten könnte, gerade in einem Markt, in dem Sony mit der PlayStation direkt konkurriert. An der Börse wiederum sind die hohen Ausgaben ein Vertrauensproblem: Solange Microsoft nicht nachweist, dass die Investitionen in absehbarer Zeit in Ertrag umschlagen, bleibt die Aktie anfällig für weitere Rücksetzer.
Die nächste Möglichkeit, Klarheit zu gewinnen, bietet das nächste Quartalsergebnis von Microsoft, bei dem Anleger vor allem auf die Margenentwicklung und die Richtung der Investitionsausgaben achten werden.
Evelyn Schmal, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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