Was der phänomenale SpaceX-IPO über Microsofts Aktienflaute aussagt

Während der US-Raumfahrtanbieter SpaceX erst vor Kurzem ein historisches Börsendebüt schaffte, gelingt der Microsoft-Aktie schon lange kein großer Wurf mehr.
Werte in diesem Artikel
• SpaceX-IPO voller Erfolg
• Microsoft-Aktie schafft den Turnaround nicht
• Kann OpenAI-Börsengang für Trendwende sorgen?
Am 12. Juni gelang dem Musk-Konzern SpaceX ein historischer Börsengang, der alle bisher gekannten Dimensionen sprengte. Das Börsendebüt bescherte dem Raumfahrtunternehmen Einnahmen in Höhe von 75 Milliarden US-Dollar und machte zugleich Gründer Elon Musk zum ersten Billionär der Welt. SpaceX hat sich auch den Titel des größten Börsengangs der Welt gesichert, zuvor war es der saudische Ölkonzern Aramco gewesen, der bei seinem Börsendebüt in 2019 rund 29 Milliarden US-Dollar eingenommen hatte. Schon am ersten Börsentag erreichte SpaceX mit einem Erstkurs von 150 US-Dollar eine Börsenbewertung von 1,77 Billionen US-Dollar und zog damit direkt an Techgrößen wie beispielsweise Meta Platforms vorbei.
Gemessen am letzten Schlusskurs von 162,00 US-Dollar kommt SpaceX aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 2,08 Billionen US-Dollar (Stand: Schlusskurs 02.07.2026).
Microsoft-Aktie im Abwärtssog
Der Hard- und Softwarehersteller Microsoft hingegen sieht sich seit längerem einer Flaute gegenüber. So verzeichnete die Aktie an der NASDAQ seit Jahresbeginn ein Minus von 19,26 Prozent auf zuletzt 390,49 US-Dollar (Stand: Schlusskurs 02.07.2026). Mit einem Börsenwert von 2,85 Billionen US-Dollar kann sich der Techkonzern derzeit vor SpaceX behaupten, wenige Tage nach dem IPO war SpaceX zeitweise aber sogar an Microsoft und E-Commerce-Riese Amazon vorbeigezogen.
Dabei gibt es mehrere Faktoren, die aktuell auf der Microsoft-Aktie lasten. So zeigen sich Anleger wenig begeistert von den Plänen des US-Konzerns in 2026 190 Milliarden US-Dollar für Investitionen auszugeben - ein Sprung von fast 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei sind es zum einen steigende Chippreise, die auf dem Budget lasten, gleichzeitig ist weiterhin unklar, wann die groß angelegten Strukturinvestitionen auch tatsächlich ein messbares Wachstum des freien Cashflows nach sich ziehen, was die hohen Preise rechtfertigt.
So zitiert Yahoo Finance-Experte Brian Sozzi Evercore ISI-Analyst Kirk Materne aus einer Mitteilung: "Wir sind der Ansicht, dass die prognostizierte Beschleunigung bei Azure und einige vielversprechende Trends im Zusammenhang mit Copilot die steigenden Investitionsausgaben stützen, auch wenn dies das Aufwärtspotenzial kurzfristig begrenzen könnte."
Scharfe Konkurrenz
Daneben ist Microsoft mit anhaltenden Bedenken konfrontiert, dass seine Anwendungen für Geschäftsanwender, wie beispielsweise Office 365, durch Konkurrenzprodukte im Bereich der künstlichen Intelligenz wie "Claude Cowork" von Anthropic beeinträchtigt werden könnten. Gleichzeitig herrscht die Wahrnehmung, dass die Funktionalität von Copilot hinter der Leistung anderer KI-Tools zurückbleibt.
OpenAI-Börsengang geplant
Vor dem Hintergrund des boomenden KI-Markts sowie der Begeisterung mit der SpaceX an der Börse willkommen geheißen wurde, stellt sich für Sozzi die Frage, was der Microsoft-Aktie überhaupt noch neues Leben einhauchen könnte, wenn es nicht mal dieses Ausnahmeereignis schafft. Schließlich wirft der mehr als gelungene SpaceX-IPO auch ein positives Licht auf weitere geplante Börsengänge wie es beispielweise auch ChatGPT-Entwickler und Microsoft-Beteiligung OpenAI plant. Allerdings hielt sich der KI-Konzern mit Details zu dem geplanten IPO noch sehr bedeckt und betonte bei der Beantragung der Aktienplatzierung, dass es mit dem Börsengang noch dauern könnte. Darüber hinaus hat auch KI-Rivale Anthropic bereits öffentlich gemacht, ebenso an die Börse zu streben. Gemeinsam mit SpaceX könnten es die Mega-Börsengänge dieses Jahres werden, sollten sie den Schritt noch in 2026 wagen.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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