Astronomische Umsatzprognose

SpaceX-Umsatzexplosion? Elon Musk pulverisiert die Prognosen von Morgan Stanley

15.06.26 20:30 Uhr

SpaceX-Umsatz: Wall Street schätzt optimistisch - Elon Musk will das Dreifache | finanzen.net

Der US-Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceX sorgt nach seinem fulminanten Börsendebüt mit spektakulären Wachstumsprognosen für Aufsehen.

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• SpaceX-CEO Elon Musk prognostiziert einen Umsatz von rund einer Billion US-Dollar bis zum Jahr 2030
• Schätzungen von Morgan Stanley und Goldman Sachs werden damit um das Vielfache übertroffen
• Der jüngste Mega-Börsengang katapultiert die Bewertung des Unternehmens über die Marke von zwei Billionen US-Dollar

Diskrepanz zwischen Banken-Prognose und Musks Vision

Die Umsatzperspektiven des frisch börsennotierten Raumfahrt- und Technologiekonzerns SpaceX werden am Markt derzeit intensiv debattiert. Der renommierte Finanzexperte Jon Erlichman veröffentlichte auf der Kurznachrichtenplattform X, ehemals Twitter, basierend auf Daten des US-Finanzhauses Morgan Stanley, eine detaillierte Umsatzprognose für das von Elon Musk geführte Unternehmen. Demnach taxieren die Analysten der Investmentbank die zukünftigen Erlöse von SpaceX für das Jahr 2028 auf 160 Milliarden US-Dollar und für das Jahr 2030 auf rund 330 Milliarden US-Dollar. Für das Jahr 2040 stellt das Institut ein Erlösvolumen von 3,4 Billionen US-Dollar in Aussicht, nachdem im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 ein realisierter Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar in den Büchern stand.

Diese ohnehin ambitionierten Erwartungen der Wall Street wurden umgehend durch den Unternehmensgründer selbst relativiert und drastisch nach oben korrigiert. In einer direkten Reaktion via X auf die Veröffentlichung der Zahlen durch Jon Erlichman erklärte SpaceX-CEO Elon Musk wörtlich: "I think SpaceX might be able to reach approximately $1T revenue in 2030" (zu Deutsch: "Ich denke, SpaceX könnte im Jahr 2030 einen Umsatz von rund einer Billion US-Dollar erreichen"). Nur kurz darauf legte der Multi-Unternehmer nach und adressierte an die Marktteilnehmer die Ergänzung: "And I would be surprised if revenue is not greater than $1T in 2031" (zu Deutsch: "Und ich wäre überrascht, wenn der Umsatz im Jahr 2031 nicht größer als eine Billion US-Dollar ist"). Damit prognostiziert Musk für das Jahr 2030 ein Erlösniveau, welches das Dreifache der ohnehin optimistischen Annahmen von Morgan Stanley beträgt. Und auch die Schätzungen von Goldman Sachs liegen einem WSJ-Bericht von Anfang Juni bei 470 Milliarden US-Dollar bis 2030.

Finanz-Alchemie und die fundamentale Realität der Bilanz

Das Erreichen solcher Umsatzdimensionen setzt eine fundamentale Transformation des bisherigen Geschäftsmodells voraus, das gegenwärtig primär auf den Säulen der Falcon-9-Trägerraketen sowie dem Satelliten-Internetdienst Starlink fußt. Laut bankenunabhängigen Hintergrundberichten zur Finanzstruktur resultiert der immense Optimismus auch aus einer strategischen Fusion, bei welcher Elon Musk Anfang des Jahres seine Raumfahrtfirma SpaceX und sein im Bereich der künstlichen Intelligenz agierendes Unternehmen xAI im Rahmen eines milliardenschweren Deals zusammengelegt hat. Durch diese Maßnahme flossen dem Vernehmen nach rund 250 Milliarden US-Dollar an xAI, um eine technologische Symbiose aus orbitalen Rechenzentren, weltraumgestützter KI und globaler Kommunikationsinfrastruktur zu forcieren. Kritische Stimmen am Markt bemängeln in diesem Kontext jedoch eine künstliche Aufpolierung der Bilanzstrukturen durch Methoden der Finanz-Alchemie.

Die harten Fundamentaldaten des jüngst publizierten Emissionsprospekts stehen nämlich in einem extremen Kontrast zu den ausgerufenen Billionen-Umsätzen und den damit verknüpften Erwartungen der Investoren. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete SpaceX bei einem Umsatz von knapp 18,7 Milliarden US-Dollar einen Nettoverlust von fast 5 Milliarden US-Dollar, welcher maßgeblich durch die immensen Entwicklungskosten des Starship-Raketenprogramms generiert wurde. Das aktuelle Kurs-Umsatz-Verhältnis der Gesellschaft beläuft sich damit auf das fast Hundertfache des historischen Jahresumsatzes, was selbst für den US-Technologiesektor eine außergewöhnlich hohe Prämie darstellt. Zudem sichern Sonderregelungen an der NASDAQ Elon Musk trotz einer Minderheitsbeteiligung am Eigenkapital eine Stimmenmehrheit von über 85 Prozent, wodurch außenstehende Aktionäre de facto keinerlei Kontrollrechte im Konzern ausüben können.

Erinnerungen an 2018: Musks SpaceX-Prognosen im Schatten des Tesla-"Funding Secured"-Skandals

Aus Perspektive von Tradern verkörpert die Aktie von SpaceX ein hochgradig spekulatives Vehikel, dessen astronomische Bewertung primär auf extrem weiten Zukunftsszenarien und der massiven Diskontierung künftiger Cashflows basiert. Langzeit-Investoren sollten bei diesen euphorischen Umsatzprognosen jedoch die historische Kontinuität von Musks Social-Media-Ankündigungen kritisch reflektieren. So weckt das aktuelle Posting unweigerlich Erinnerungen an seine kontroverse Twitter-Meldung aus dem Jahr 2018, die Tesla-Aktie bei 420,00 US-Dollar unter vorgeblichem Rückgriff auf eine gesicherte Finanzierung von der Börse nehmen zu wollen, was weitreichende SEC-Untersuchungen nach sich zog. Auch die traditionell stark verschobenen Produkt-Launches innerhalb seines Firmenimperiums - vom Full Self-Driving über den Cybertruck bis hin zum verspäteten Marktstart des Tesla Roadster - mahnen zur bilanziellen Vorsicht. Sollten die avisierten Meilensteine im orbitalen Sektor verfehlt werden, dürfte dies angesichts des eingepreisten Perfektionsszenarios einen drastischen Abverkauf einleiten, weshalb das Papier primär als hochvolatiler Spielball zwischen visionärer Rhetorik und der harten Realität zukünftiger Quartalszahlen eingestuft werden könnte.

Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: FotoField / Shutterstock.com, Skyloom Production / Shutterstock.com

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