Mega-Börsengang voraus

Noch vor dem Mega-IPO: So können Anleger jetzt schon auf die SpaceX-Aktie setzen

24.05.26 22:45 Uhr

Noch vor dem Börsengang: SpaceX-Aktie löst Milliardenrausch auf der Blockchain aus | finanzen.net

Während Investoren auf das historische Mega-IPO von SpaceX warten, handeln Krypto-Trader über synthetische Kontrakte schon jetzt auf die Bewertung des Elon-Musk-Konzerns.

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• SpaceX peilt historisches Mega-IPO an
• Krypto-Märkte handeln bereits synthetische SpaceX-Kontrakte
• Hohe Verluste treffen auf enorme Zukunftsfantasie

Der geplante Börsengang von SpaceX elektrisiert die Finanzmärkte. Seitdem das Raumfahrtunternehmen am 20. Mai 2026 sein offizielles S-1-Filing bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, läuft der Countdown für das größte Marktdebüt der Geschichte. Das von Elon Musk geführte Unternehmen peilt eine Bewertung zwischen 1,75 und 2,0 Billionen US-Dollar an und will bis zu 75 Milliarden US-Dollar einsammeln. Während die institutionelle Roadshow am 4. Juni beginnt und die Erstnotiz an der NASDAQ (Ticker: SPCX) für den 12. Juni 2026 angesetzt ist, bleiben Privatanleger beim klassischen Zuteilungsverfahren im Vorfeld wie gewohnt außen vor. Diese Exklusivität bricht nun jedoch eine neue Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzmarkt und Krypto-Welt auf.

Der Pre-IPO-Ansturm auf trade.xyz

Anleger, die nicht bis zur offiziellen Erstnotiz warten wollen, weichen in Scharen auf den On-Chain-Handel aus. Ermöglicht wird dies durch die dezentrale Plattform trade.xyz, die erst Mitte Mai 2026 online ging. Über das sogenannte HIP-3-Framework hat die Plattform einen Pre-IPO-Markt für SpaceX-Kontrakte initiiert, der technologisch auf der On-Chain-Derivatebörse Hyperliquid aufsetzt. Das Handelsvolumen explodierte nach dem Start regelrecht und passierte binnen kürzester Zeit die Marke von 40 Millionen US-Dollar. Dieser Ansturm sorgt gleichzeitig für massives Momentum im gesamten Hyperliquid-Ökosystem, dessen nativer Token Hype infolgedessen stark zulegte, während die zugrundeliegende Infrastruktur durch Partnerschaften mit Branchengrößen wie Coinbase und Circle weiter an institutionellem Gewicht gewinnt.

Reine Wetten statt echter Aktienanteile

Dieses innovative Handelsmodell unterscheidet sich allerdings fundamental von einem klassischen Wertpapierinvestment. Wer über trade.xyz agiert, erwirbt keine echten Anteile an SpaceX und hält auch kein Anrecht auf eine spätere Zuteilung realer Papiere. Es handelt sich um rein synthetische Kontrakte - sogenannte Perpetual Futures mit dem Ticker SPCX-USDC -, die "cash-settled" in der stabilen Kryptowährung USDC abgerechnet werden. Trader spekulieren hier ausschließlich auf die Entwicklung des Marktwerts. Dieser rein synthetische Ansatz umgeht geschickt die regulatorischen und rechtlichen Hürden, an denen konkurrierende Plattformen wie PreStocks zuvor scheiterten: Deren Versuche, vorbörsliche Aktien über Zweckgesellschaften (SPVs) verbriefen zu wollen, brachen regelmäßig in sich zusammen, weil die betroffenen Tech-Konzerne solche privaten Aktienübertragungen in ihren Statuten schlicht für nichtig erklärten.

Krypto-Trader bewerten SpaceX astronomisch hoch

Die Dynamik an diesem On-Chain-Marktplatz offenbart eine extreme Diskrepanz zur Realität der traditionellen Investmentbanken. Zum Start des Kontrakts lag der Referenzpreis bei 150 US-Dollar, was exakt der offiziellen SpaceX-Zielbewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar entsprach. Binnen weniger Stunden schossen die Notierungen auf der Blockchain jedoch auf über 210 US-Dollar und kletterten im Zuge des anhaltenden Hypes phasenweise sogar in eine Spanne zwischen 290 und 380 US-Dollar. Auf Basis dieser On-Chain-Kurse bewertet die Krypto-Community das Raumfahrtunternehmen implizit mit weit über 2,5 Billionen US-Dollar. Die dezentrale Preisfindung läuft den offiziellen Bewertungsmaßstäben der Wall Street damit meilenweit voraus.

Die nackten Zahlen des S-1-Filings

Wie viel Substanz hinter diesen Vorschusslorbeeren steckt, legt das S-1-Filing schonungslos offen. Im Jahr 2025 erwirtschaftete SpaceX zwar einen Gesamtumsatz von 18,674 Milliarden US-Dollar, verbuchte jedoch einen operativen Verlust von 2,589 Milliarden US-Dollar. Auch das erste Quartal 2026 setzte diesen Trend mit einem Umsatz von 4,694 Milliarden US-Dollar und einem vierteljährlichen Nettoverlust von 1,943 Milliarden US-Dollar fort. Ein wesentlicher Grund für das Defizit ist die im Februar 2026 abgeschlossene Fusion mit Elon Musks KI-Unternehmen xAI (Grok), die erhebliche Liquidität bindet, während das Satelliten-Netzwerk Starlink weiterhin die tragende Ertragssäule bildet. Ungeachtet der roten Zahlen untermauern die operativen Daten die marktbeherrschende Stellung des Konzerns: SpaceX zeichnete zuletzt für mehr als die Hälfte aller weltweiten Raketenstarts verantwortlich und beförderte die absolute Mehrheit der globalen Satellitenmasse in den Orbit. Ob die Aktie nach dem offiziellen Handelsstart am 12. Juni die astronomischen Vorab-Bewertungen des Krypto-Marktes rechtfertigen kann, bleibt das spannendste Spektakel des Finanzjahres.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Thrive Studios ID / Shutterstock.com, SpaceX

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