Satellitenwettlauf

Amazon-Aktie vs. SpaceX-Aktie: Was Leo im Wettlauf mit Starlink für Anleger bedeutet


Amazon-Aktie vs. SpaceX-Aktie: Was Leo im Wettlauf mit Starlink für Anleger bedeutet

Amazon will sein Satelliteninternet Leo noch 2026 gegen Starlink von SpaceX an den Start schicken, doch die aktuellen Zahlen zeigen einen großen Rückstand.

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  • Amazon Leo soll noch 2026 kommerziell starten
  • Bis zum 2. Juli 2026 waren erst 396 der geplanten Satelliten im Orbit
  • Die FCC gab Amazon am 5. Juni 2026 mehr Zeit für den Satellitenausbau
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Amazon treibt den Ausbau seines Satelliteninternets Leo, vormals als Project Kuiper bekannt, derzeit spürbar voran und hält an einem kommerziellen Start noch im laufenden Jahr fest. Zuletzt brachte Amazon am Donnerstag 29 Satelliten für den Dienst ins All, mit dem sich der Online-Riese gegen SpaceX und dessen Starlink positionieren will.

Es liege "noch viel Arbeit vor uns", kommentierte Chris Weber, Leiter des "Leo"-Projekts, die jüngsten Satellitenstarts auf der Kurznachrichtenplattform X. "Unter anderem müssen all diese neuen Satelliten auf ihre zugewiesene Umlaufbahn gebracht werden - aber wir haben bereits genügend Starts für die Aufnahme des Betriebs in diesem Jahr absolviert und zukünftige Missionen dienen lediglich der Erweiterung von Abdeckung und Kapazität", so Weber.

Für Anleger der Amazon-Aktie stellt sich jedoch die Frage, wie weit der Ausbau tatsächlich gediehen ist, welche Risiken bestehen und welches Gewicht das Projekt für den Konzern überhaupt hat.

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Ausbau kommt voran, Rückstand bleibt riesig

Nach eigenen Angaben von Amazon sind nun insgesamt mehr als 390 Leo-Satelliten im niedrigen Erdorbit aktiv. Das reiche für einen durchgehenden Betrieb in den zuerst angepeilten Breitengraden. Zum Vergleich: SpaceX betreibt für Starlink bereits mehr als 10.000 aktive Satelliten, ein Vielfaches der Leo-Flotte.
Insgesamt hat die US-Aufsichtsbehörde FCC Amazon eine Konstellation von gut 3.200 Satelliten genehmigt, wovon nach mehr als einem Jahr Ausbau jedoch erst rund ein Achtel im Orbit kreist.

Amazon hätte ursprünglich bis zum 30. Juli 2026 die Hälfte der genehmigten Konstellation, also rund 1.618 Satelliten, in Betrieb nehmen müssen. Weil der Konzern dieses Ziel nicht erreichen konnte, beantragte er bereits im Januar 2026 bei der FCC eine Fristverlängerung. Die Behörde kam Amazon am 5. Juni 2026 entgegen und strich die Zwischenfrist, bei der Begründung verwies sie dabei auf ihr Interesse an einem zweiten großen Satelliten-Breitbandanbieter neben Starlink. Im Gegenzug für die Fristverlängerung verliert Amazon jedoch für alle Satelliten, die nach dem 31. Juli 2026 starten, vorübergehend den bevorzugten Zugriff auf Frequenzen, bis das Unternehmen entweder die Hälfte der Konstellation erreicht oder der 30. März 2028 erreicht ist. Die Enddeadline für die komplette erste Generation bleibt unverändert auf den 30. Juli 2029 datiert.

Satelliten sind für die Amazon-Bilanz bislang ein Nebenschauplatz

Finanziell fällt Leo bei Amazon kaum ins Gewicht. Der Konzern meldete am 29. April 2026 für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 181,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, während allein die Cloud-Sparte AWS um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden US-Dollar zulegte. Für das Gesamtjahr 2026 plant Amazon Investitionen von rund 200 Milliarden US-Dollar, vor allem für Rechenzentren und KI-Infrastruktur bei AWS. Der bislang bekannte Investitionsrahmen für das gesamte Leo-Projekt bewegt sich mit rund 10 Milliarden US-Dollar in einer deutlich kleineren Größenordnung.
Ergänzt wird die Strategie jedoch durch die Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar, die Amazon am 14. April 2026 bekanntgab und mit der sich der Konzern Frequenzen und Infrastruktur für Mobilfunkdienste ohne Bodennetz sichert. Im Zuge dessen übernimmt Amazon auch den 20-Prozent-Anteil von Apple an Globalstar und wird künftig die Satellitenfunktionen von iPhone und Apple Watch versorgen.

Analysten und eine neue Konkurrenz an der Börse

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten für Amazon lag zuletzt bei 312,56 US-Dollar, der Rating-Trend der vergangenen sechs Monate zeigte Buy. Die Studien drehen sich dabei überwiegend um die Cloud- und KI-Story von AWS, etwa als Jefferies am 18. Juni 2026 die Einstufung Buy mit einem Kursziel von 320 US-Dollar bestätigte und dies laut dpa-AFX vor allem mit der Partnerschaft zwischen AWS und OpenAI begründete. Leo taucht in diesen Studien bislang eher als Randnotiz auf.

Neu ist jedoch, dass Anleger die Leo-Konkurrenz seit dem Börsengang von SpaceX an der NASDAQ am 12. Juni 2026 erstmals auch direkt kaufen können, was den Wettbewerb zwischen beiden Satellitenanbietern nun auch an der Börse sichtbar macht. In Sachen Marktkapitalisierung kann Amazon hier mit 2,61 Billionen US-Dollar noch einen Vorsprung vor SpaceX mit einem Börsenwert von 2,14 Billionen US-Dollar verbuchen. Zuletzt schloss die Amazon-Aktie am Donnerstag dabei an der US-Börse NASDAQ mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 242,67 US-Dollar, während es für die SpaceX-Aktie um 2,83 Prozent auf 162,00 US-Dollar aufwärts ging.

Zunächst dürfte der Aufbau der eigenen Satellitenflotte für Amazon-Aktionäre aufgrund all dieser Faktoren jedoch vor allem ein Beobachtungsposten am Rande des deutlich größeren Investitionsprogramms rund um AWS und künstliche Intelligenz bleiben.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Ioan Panaite / Shutterstock.com, JHVEPhoto / Shutterstock.com

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09.07.26 SpaceX Buy UBS AG
07.07.26 SpaceX Buy Deutsche Bank AG
07.07.26 SpaceX Overweight JP Morgan Chase & Co.
07.07.26 SpaceX Outperform Bernstein Research
07.07.26 SpaceX Outperform RBC Capital Markets