Monatliche Dividende: Warum die Aktien Realty Income & Main Street Capital bei Anlegern beliebt sind
Realty Income und Main Street Capital zahlen weiter monatlich, Main Street Capital zusätzlich mit Sonderdividenden - doch Zinsen, Risiken und Steuern bleiben relevant.
Werte in diesem Artikel
• Realty Income zahlt im September seine 674. monatliche Dividende in Folge
• Main Street Capital schüttet monatlich 0,265 US-Dollar je Aktie aus
• Zinsen, Kreditrisiken, US-Quellensteuer und EUR/USD-Kurs bleiben wichtige Faktoren
Realty Income-Aktie: Monatliche Dividende seit Jahrzehnten
Realty Income setzt seine lange Serie monatlicher Ausschüttungen fort. Der US-Immobilienkonzern kündigte im August seine 674. monatliche Dividende in Folge an. Am 15. September sollen Aktionäre 0,2710 US-Dollar je Aktie erhalten. Hochgerechnet entspricht dies einer jährlichen Ausschüttung von 3,252 US-Dollar je Aktie. Bereits im Juni hatte Realty Income die monatliche Dividende von 0,2705 auf 0,2710 US-Dollar angehoben. Es war nach Unternehmensangaben die 135. Dividendenerhöhung seit der Börsennotierung an der New York Stock Exchange im Jahr 1994. Realty Income gehört seit mehr als 31 Jahren zu den Unternehmen mit jährlich steigenden Ausschüttungen und bezeichnet sich selbst als "The Monthly Dividend Company".
Hinter den Ausschüttungen steht ein breit gestreutes Immobilienportfolio. Zum Ende des zweiten Quartals umfasste dieses mehr als 15.500 Immobilien in allen 50 US-Bundesstaaten, Großbritannien und acht weiteren europäischen Ländern. Im zweiten Quartal lag die Auslastung bei 98,8 Prozent. Die für Immobilienunternehmen wichtige Kennzahl "Adjusted Funds from Operations", kurz AFFO, erreichte 1,09 US-Dollar je Aktie und lag damit 3,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr erwartet Realty Income einen AFFO von 4,44 bis 4,45 US-Dollar je Aktie.
Gewerbeimmobilien bringen Mieten, aber auch Ausfallrisiken
Für die Stabilität der Realty Income-Dividende ist die Entwicklung des Immobilienportfolios entscheidend. Im zweiten Quartal erreichte der Konzern bei neu vermieteten Objekten eine "Rent Recapture Rate" von 102,7 Prozent. Die Kennzahl setzt die neue Miete ins Verhältnis zur zuvor erzielten Miete. Gleichzeitig nennt Realty Income mögliche Zahlungsausfälle, Insolvenzen von Mietern und Vertragsverletzungen ausdrücklich als Risiken für das Geschäft. Auch Veränderungen bei Zinsen, Wechselkursen sowie der Zugang zu Fremd- und Eigenkapital können die Geschäftsentwicklung beeinflussen.
Zinsen spielen bei Real Estate Investment Trusts (REITs) eine besondere Rolle, da Immobilienunternehmen für Investitionen und Refinanzierungen auf die Kapitalmärkte angewiesen sind. Sinkende Renditen am Anleihemarkt können zudem die relative Attraktivität von Dividendenwerten verändern. Umgekehrt können höhere Finanzierungskosten Immobilienunternehmen belasten. Für Realty Income ist die Zinsentwicklung damit ein wichtiger Faktor, ohne dass sich daraus eine sichere Prognose für die Aktie ableiten lässt.
Main Street Capital kombiniert Monatsdividende mit Zusatzdividenden
Eine zweite bekannte Aktie mit monatlicher Dividende ist Main Street Capital. Anders als Realty Income ist das Unternehmen kein REIT, sondern eine Investmentgesellschaft, die unter anderem Fremd- und Eigenkapital für Unternehmen des unteren Mittelstands sowie Fremdkapital für Private-Equity-finanzierte Unternehmen bereitstellt. Für Oktober, November und Dezember dieses Jahres hat der Verwaltungsrat jeweils reguläre Monatsdividenden von 0,265 US-Dollar je Aktie beschlossen. Insgesamt ergeben sich damit 0,795 US-Dollar für das vierte Quartal. Die reguläre Ausschüttung liegt 3,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Seit dem Börsengang im Oktober 2007 hat Main Street Capital nach eigenen Angaben seine reguläre monatliche Dividende je Aktie nie gesenkt.
Hinzu kommt am 28. September eine Zusatzdividende von 0,30 US-Dollar je Aktie. Sie wird nach Unternehmensangaben aus dem zum 30. Juni vorhandenen, noch nicht ausgeschütteten steuerpflichtigen Einkommen finanziert. Für das zweite Quartal 2026 meldete Main Street Capital einen ausschüttungsfähigen Nettoanlageertrag von 97,4 Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,04 US-Dollar je Aktie. Der Nettoinventarwert stieg gegenüber Ende März um 1,4 Prozent auf 33,92 US-Dollar je Aktie.
Main Street Capital trägt andere Risiken als Realty Income
Bei Main Street Capital hängen die Erträge stärker von der Entwicklung der finanzierten Unternehmen und vom Kreditmarkt ab. Zum Ende des zweiten Quartals befanden sich rund 1,1 Prozent des Investmentportfolios gemessen am beizulegenden Zeitwert im Non-Accrual-Status, bei dem die vereinbarten Zinserträge nicht mehr regulär erfasst werden. Gemessen an den ursprünglichen Anschaffungskosten waren es rund 4 Prozent. Das Unternehmen verwies zugleich darauf, dass niedrigere Referenzzinssätze die Zinserträge aus variabel verzinsten Krediten belasteten. Ein höheres Volumen ertragbringender Fremdkapitalinvestitionen wirkte dem teilweise entgegen.
Damit reagieren Realty Income und Main Street Capital unterschiedlich auf Veränderungen der US-Zinsen. Bei Realty Income sind unter anderem Finanzierungskosten und Kapitalmarktzugang relevant. Main Street Capital erzielt dagegen einen erheblichen Teil seiner Erträge mit Krediten, deren Verzinsung an Referenzzinssätze gekoppelt sein kann. Regelmäßige monatliche Zahlungen allein sagen daher nichts darüber aus, wie sich Erträge, Dividenden oder Aktienkurse künftig entwickeln.
US-Quellensteuer und Währungsrisiko beachten
Für deutsche Anleger kommen bei US-Dividenden steuerliche Besonderheiten hinzu. Das W-8BEN-Formular dient natürlichen Personen dazu, ihren Status als ausländischer wirtschaftlich Berechtigter gegenüber dem zuständigen US-Zahlungsagenten zu dokumentieren und gegebenenfalls Vorteile aus einem Doppelbesteuerungsabkommen geltend zu machen. Die Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar weist darauf hin, dass für natürliche Personen grundsätzlich das W-8BEN vorgesehen ist. Ein ordnungsgemäß ausgefülltes Formular gilt grundsätzlich vom Tag der Unterzeichnung bis zum Ende des darauffolgenden dritten Kalenderjahres, sofern keine relevante Änderung eintritt. Auch das Formular selbst enthält einen Abschnitt zur Inanspruchnahme von Vergünstigungen aus Doppelbesteuerungsabkommen.
Zusätzlich besteht für Anleger aus dem Euroraum ein Währungsrisiko. Realty Income und Main Street Capital schütten ihre Dividenden in US-Dollar aus. Der tatsächliche Eurobetrag hängt deshalb neben der Höhe der Ausschüttung vom EUR/USD-Wechselkurs zum jeweiligen Umrechnungszeitpunkt ab. Eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar reduziert bei ansonsten unveränderten Bedingungen den in Euro umgerechneten Dividendenbetrag, während ein stärkerer US-Dollar diesen erhöht.
Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net
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