MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

01.06.26 07:30 Uhr

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In Singapur bleiben die Börsen wegen des Vesakh-Feiertags geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Ex-Fed-Chairman Jerome Powell ist in einer allgemeinen Dankesrede mit Blick auf die Notwendigkeit der Eigenständigkeit der US-Notenbank sehr eindeutig geworden. Die Federal Reserve könne nicht überleben, wenn es einer Regierung gelinge, ihre Amtsträger wegen politischer Meinungsverschiedenheiten abzusetzen, sagte Powell, dessen Amtszeit an der Spitze kürzlich abgelaufen ist. Er hob die gesetzlichen Schutzmechanismen gegen die Absetzung von Fed-Vertretern hervor und betonte, dass die Exekutive "keine Rolle bei der Auswahl oder Überwachung der zwölf Präsidenten der Regionalbanken" spiele, die zusammen mit den vom Präsidenten ernannten Gouverneuren über die Zinssätze abstimmen. "Wenn es einer Regierung gelingt, Fed-Beamte wegen politischer Differenzen abzusetzen, werden künftige Regierungen dies ebenfalls tun", sagte Powell. Die Glaubwürdigkeit der Fed, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde, sei "ein unbezahlbares Gut", das er und seine Kollegen "zu schützen verpflichtet" seien. Die Unabhängigkeit der Fed spiegelt den gesellschaftlichen Konsens wider, dass eine Zentralbank, die vor politischem Druck geschützt ist, eher bereit sei, unpopuläre Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation zu ergreifen und damit der Wirtschaft langfristig zu dienen. Powells Äußerungen sind die ersten, die er seit seinem Wechsel vom Fed-Vorsitz zurück zum Gouverneur vor einer Woche getätigt hat. Sie unterstreichen, warum er im Gouverneursrat blieb, statt wie scheidende Vorsitzende traditionell das öffentliche Leben zu verlassen. Das siebenköpfige Gremium genehmigt die Ernennung und Wiederernennung der Regionalpräsidenten, die an der Festlegung der Zinssätze mitwirken. Ein Vorstand, der sich weniger der von Powell beschriebenen Unabhängigkeit verpflichtet fühlt, könnte versuchen, die Institution grundlegend umzugestalten. Sein Eintreten für diese Schutzmechanismen hat derzeit besonderes Gewicht, da der Oberste Gerichtshof in den nächsten Wochen über den Versuch von Präsident Trump entscheiden wird, Fed-Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen. Es war der erste Versuch, in der 113-jährigen Geschichte der Fed, eine amtierende Gouverneurin zu entlassen. Trump nutzte den Vorwurf, Cook habe Hypothekenbetrug begangen, um eine rechtliche Basis dafür zu haben, dass Fed-Gouverneure nur "aus wichtigem Grund" und nicht wegen politischer Meinungsverschiedenheiten abgesetzt werden können. Cook bestreitet jegliches Fehlverhalten und wurde bisher nicht angeklagt.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

10:00 DE/Friedrich Vorwerk Group SE, HV

22:05 US/Hewlett Packard Enterprise Co, Ergebnis 2Q

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Unternehmen Dividende

Societe Generale 1,00 EUR

Technotrans 0,83 EUR

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- DE

08:00 Einzelhandelsumsatz April

saisonbereinigt real

PROGNOSE: -0,5% gg Vm

zuvor: -2,0% gg Vm

09:55 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe

(2. Veröffentlichung) Mai

PROGNOSE: k.A.

1. Veröff.: 49,9

zuvor: 51,4

- IT

09:45 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe Mai

PROGNOSE: 51,9

zuvor: 52,1

- FR

09:50 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe

(2. Veröffentlichung) Mai

PROGNOSE: k.A.

1. Veröff.: 48,9

zuvor: 52,8

- EU

10:00 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe Eurozone

(2. Veröffentlichung) Mai

PROGNOSE: k.A.

1. Veröff.: 51,4

zuvor: 52,2

10:00 EZB, Geldmenge M3 und Kreditvergabe April

Geldmenge M3

PROGNOSE: +3,2% gg Vj

zuvor: +3,2% gg Vj

11:00 Arbeitsmarktdaten April

Eurozone Arbeitslosenquote

PROGNOSE: 6,2%

zuvor: 6,2%

- GB

10:30 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe

(2. Veröffentlichung) Mai

PROGNOSE: k.A.

1. Veröff.: 53,7

zuvor: 53,7

-US

15:45 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe

(2. Veröffentlichung) Mai

PROGNOSE: k.A.

1. Veröff.: 55,3

zuvor: 54,5

16:00 Bauausgaben April

PROGNOSE: +0,3% gg Vm

zuvor: +0,6% gg Vm

16:00 ISM-Index verarbeitendes Gewerbe Mai

PROGNOSE: 53,2 Punkte

zuvor: 52,7 Punkte

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell:

Index zuletzt +/- %

DAX Futures 25.140,00 -0,2

E-Mini-Future S&P-500 7.615,50 +0,3

E-Mini-Future Nasdaq-100 30.560,50 +0,5

Topix (Tokio) 3.933,00 -0,6

Hang-Seng (Hongk.) 25.421,83 +1,0

Shanghai-Comp. 4.075,11 +0,2

Freitag:

INDEX zuletzt +/- %

DAX 25.104,70 +0,1

DAX-Future 25.110,00 -0,1

XDAX 25.076,16 -0,1

MDAX 33.352,83 +0,3

TecDAX 4.160,08 +0,8

SDAX 19.192,97 +0,5

Euro-Stoxx-50 6.050,54 -0,1

Stoxx-50 5.190,62 +0,1

Dow-Jones 51.032,46 +0,7

S&P-500 7.580,06 +0,2

Nasdaq Composite 26.972,62 +0,2

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick - Mit einer Fortsetzung der abwartenden Seitwärtsbewegung rechnen Händler am Montag zum Start in die neue Handelswoche. Die Ölpreise legen zwar wieder um gut 2 Prozent zu, echte Enttäuschung über eine ausgebliebene Einigung zwischen den USA und dem Iran gibt es aber nicht. Der Aktienmarkt hatte den Beteuerungen der US-Administration schon am Freitag keinen Glauben geschenkt und daher auch keine Vorschusslorbeeren verteilt. Die Terminkontrakte auf den DAX geben nur 20 Punkte nach und notieren über der 25.100er-Marke. "Marktteilnehmer wollen darauf setzen, dass eine Lösung für die Situation in der Straße von Hormus gefunden wird, aber ein entsprechender Deal bleibt nach sieben Wochen Verhandlungen weiterhin aus", sagt Amarpreet Singh von Barclays Commodities Research. "Die Straße von Hormus bleibt geschlossen und unterbricht mehr als 15 Millionen Barrel pro Tag der weltweiten Ölversorgung", so Analysten von ANZ Research. Im Tagesverlauf im Fokus stehen die Revisionen der Einkaufsmanager-Indizes (PMI). Die bisherigen Daten aus Asien sind klar nach oben gerichtet. In China und vor allem Südkorea sind die Erwartungen deutlich gestiegen, was auch für europäische Exportaktien gute Nachrichten sind.

Rückblick - Die sich ständig ändernde Lage im Iran-Krieg sorgte für Zurückhaltung - gerade vor dem Wochenende. Starke US-Daten am Nachmittag stützten nicht nachhaltig. Auch Aufschläge im Bankensektor von 0,5 Prozent halfen dem Euro-Stoxx-50 kaum auf die Sprünge. Leichten Druck gab es angesichts gesunkener Ölpreise auf Energiewerte, die rund 1,0 Prozent nachgaben. Der Technologiesektor stieg 0,4 Prozent. Hier stützten sehr starke Geschäftszahlen von Dell. Zudem standen Inflationsdaten aus der Eurozone in Fokus: Unter anderem legten die Preise in Frankreich im Mai um 2,8 Prozent zu. Überraschend war aber in Deutschland der Rückgang auf 2,6 nach 2,9 Prozent im Vormonat binnen Jahresfrist. Volkswirtin Ulrike Kastens von DWS führte dies vor allem auf den Tankrabatt zurück. Vivendi sprangen um 3,3 Prozent. Positive Gerichtssignale stützten - nach der großen Zerlegung des alten Konzerns muss den aktuellen Minderheitsaktionären wohl doch noch ein Pflichtangebot unterbreitet werden.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Kaum verändert - Händler äußerten sich zufrieden, dass der DAX die 25.000er-Marke verteidigt hatte. Bei einer positiven Auflösung des Iran-US-Konflikts - und damit möglicherweise dann sinkenden Ölpreisen - sind die Grundlagen für einen Ausbruch des DAX nach oben weiter vorhanden. Dank der Dell-Hausse in den USA zogen Branchenwerte wie Siltronic um 9,2 Prozent an, SAP um 2,4 Prozent und Infineon um 1,3 Prozent. CTS Eventim haussierten nach Erstquartalszahlen um 10,7 Prozent. Diese waren nach Einschätzung von Baader herausragend ausgefallen. Siemens Energy setzten die seit Tagen andauernde Korrektur fort. Händler verwiesen auf die hohe Aktienbewertung, die den Energieausrüster in die Nähe von Chip-Werten gebracht habe. Die Aktien verloren 2,1 Prozent. Mit optischen Minuszeichen zeigen sich viele Aktien wegen ihrer Dividendenausschüttung: So unter anderem Deutsche Bank, IVU Traffic, Kion und Springer Nature.

XETRA-NACHBÖRSE

Von einem ruhigen Wochenausklang sprach am Freitag ein Händler von Lang & Schwarz. Es habe keine wichtigen Unternehmensmelungen gegeben. Die Umsätze seien entsprechend niedrig gewesen, so der Teilnehmer weiter.

USA - AKTIEN

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

June 01, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)