PHLX Semiconductor Index legt kräftig zu: Anleger setzen nach NVIDIA auf neue KI-Aktien

Der PHLX Semiconductor Index hat sich 2026 bereits mehr als verdoppelt - doch der Schub kommt nicht von NVIDIA oder Broadcom, sondern von anderen Chipwerten mit Potenzial.
Werte in diesem Artikel
• PHLX Semiconductor Index legte 2026 bislang um mehr als 100 Prozent zu
• Andere Chip-Aktien übertreffen die Kursentwicklung von NVIDIA und Broadcom deutlich
• NVIDIAs Wachstumserwartungen werden zunehmend anspruchsvoll
PHLX Semiconductor Index mit starker Performance
Der PHLX Semiconductor Index soll die Wertentwicklung einer Gruppe von 30 Unternehmen abbilden, die in den Bereichen Design, Vertrieb, Herstellung und Verkauf von Halbleitern tätig sind. Der Index hat damit einen 100-prozentigen Fokus auf den Technologie-Sektor. Zu den Unternehmen, die im Index enthalten sind, gehören unter anderem Tech-Riesen wie AMD, Arm Holdings, ASML, Broadcom, Intel, Marvell Technology, Micron Technology, NVIDIA und QUALCOMM.
In diesem Jahr hat sich der PHLX Semiconductor Index bereits mehr als verdoppelt. Zuletzt notierte er bei 13.203,57 Punkten (Stand: Schlusskurs vom 26.06.2026). Damit ist er laut MarketWatch auf dem besten Weg zu seinem besten ersten Halbjahr seit Beginn der Aufzeichnungen - und das ohne nennenswerte Unterstützung durch zwei seiner größten Akteure: NVIDIA und Broadcom. Diese machten zum Ende des ersten Quartals mit 12,6 Prozent bzw. 10,30 Prozent den größten Anteil im Index aus. Darauf folgten derzeit bei Anlegern beliebte Werte wie Micron Technology, Marvell Technology, AMD und Intel. Die Top Ten-Komponenten komplettierten KLA, Applied Materials, Texas Instruments und Lam Research.
Aktien von NVIDIA und Broadcom hinken hinterher
Die NVIDIA-Aktie konnte in diesem Jahr bisher rund drei Prozent an Wert gewinnen und notierte an der US-Techbörse NASDAQ zuletzt bei 192,53 US-Dollar. Für die Broadcom-Aktie ging es derweil um rund fünf Prozent aufwärts auf zuletzt 365,02 US-Dollar. Damit bleiben die Papiere deutlich hinter der Performance von Aktien wie Micron Technology (+296 Prozent), Intel (+248 Prozent), Arm Holdings (+206 Prozent) und Marvell Technology (+214 Prozent) zurück (Stand: Schlusskurse vom 26.06.2026).
Bei Micron Technology boomten die Gewinne dank steigender Preise für Speicherchips, während Intel von der Unterstützung des Weißen Hauses, Anzeichen für Fortschritte in der Fertigung und der positiven Dynamik bei den Zentralprozessoren gestützt werde und Marvell von der Nachfrage nach KI-Chips und einem boomenden Markt für Konnektivitäts- und Netzwerkausrüstung profitiere, berichtet MarketWatch.
Anleger sehen Potenzial bei anderen Unternehmen
Wie Gil Luria, Analyst bei D.A. Davidson, gegenüber MarketWatch erklärte, habe NVIDIA zu Zeiten, als Grafikprozessoren noch den größten Engpass beim Ausbau der künstlichen Intelligenz darstellten, "den KI-Handel angeführt". Zwar sei NVIDIA "nach wie vor das wichtigste Unternehmen beim Ausbau der KI", doch inzwischen gebe es mehrere andere Engpässe und Anleger sähen "ein größeres Potenzial" bei anderen Chipherstellern, "bei denen ihrer Meinung nach der Wert noch nicht vollständig widerspiegelt wird".
Jay Goldberg, Analyst bei Seaport Research, sieht in der zuletzt etwas schwachen Entwicklung der NVIDIA-Aktie die Bestätigung seiner bereits seit längerer Zeit pessimistischen Einschätzung. "NVIDIA bleibt hinter den Erwartungen zurück, weil die anderen Unternehmen der Branche mehr Aufwärtspotenzial haben", erklärte er gegenüber MarketWatch. "NVIDIA ist so groß geworden, dass seine Fähigkeit, die Erwartungen zu übertreffen, deutlich geschrumpft ist."
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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