OpenAI und Broadcom präsentieren Jalapeño: Erster eigener KI-Chip soll NVIDIA-Abhängigkeit verringern

Mit Jalapeño haben OpenAI und Broadcom den ersten gemeinsam entwickelten KI-Beschleuniger vorgestellt. Der Chip soll OpenAI helfen, die Abhängigkeit von externer Hardware zu reduzieren.
Werte in diesem Artikel
• OpenAI und Broadcom haben mit Jalapeño einen KI-Chip speziell für Inferenz-Aufgaben vorgestellt
• Der Chip wurde in nur neun Monaten entwickelt, unter anderem mithilfe von OpenAIs eigenen KI-Modellen
• Jalapeño soll OpenAIs Unabhängigkeit von anderen Unternehmen stärken
Jalapeño: Maßgeschneidert für KI-Inferenz
Bei Jalapeño handelt es sich um einen sogenannten ASIC, einen anwendungsspezifischen Schaltkreis, der nicht wie eine GPU für allgemeine Rechenaufgaben ausgelegt ist, sondern gezielt für einen einzigen Zweck: KI-Inferenz. Darunter versteht man die Phase, in der ein bereits trainiertes Modell aktiv genutzt wird, also etwa beim Beantworten von Nutzerfragen in ChatGPT oder bei der Ausführung von Aufgaben durch KI-Agenten.
Laut einer Mitteilung von OpenAI läuft der Chip bereits im Labor auf Zielfrequenz und -leistung und führt dabei unter anderem Workloads mit GPT 5.3 Codex Spark aus. Erste Tests deuten demnach darauf hin, dass Jalapeño eine deutlich bessere Leistung pro Watt liefert als aktuelle Alternativen. Ein detaillierter technischer Bericht soll in den kommenden Monaten folgen.
Neun Monate vom Design bis zum Tape-out
Bemerkenswert ist die Entwicklungsgeschwindigkeit: Vom ersten Entwurf bis zum Fertigungsstart vergingen laut OpenAI lediglich neun Monate, was das Unternehmen als schnellsten ASIC-Entwicklungszyklus in der Geschichte leistungsstarker Halbleiter bezeichnet. Beschleunigt wurde der Prozess eigenen Angaben zufolge durch den Einsatz von OpenAIs eigenen KI-Modellen bei Design und Optimierung. Neben Broadcom, das die Chip-Implementierung sowie Netzwerktechnologien beisteuert, ist Celestica als Partner für Board-, Rack- und Systemintegration beteiligt.
Weniger Abhängigkeit von NVIDIA
Mit Jalapeño verfolgt OpenAI das Ziel, die eigene Infrastruktur stärker selbst zu kontrollieren. Wer auf zugekaufte Allzweck-Hardware setzt, ist derzeit vor allem von NVIDIA abhängig, wie t3n mit Bezug auf Techcrunch berichtet, sowohl bei der Preisgestaltung als auch bei der Zuteilung von Rechenkapazitäten. Ein eigener Chip ermöglicht es, die Hardware direkt an die eigenen Modell- und Serving-Anforderungen anzupassen. Allerdings dürfte OpenAI für besonders rechenintensive Aufgaben wie das KI-Training vorerst weiter auf externe Hardware angewiesen bleiben. Die ersten Jalapeño-Chips sollen, wie OpenAI erklärt, Ende 2026 in die eigene Infrastruktur integriert werden. Ein Ausbau im Gigawatt-Maßstab ist für die Folgejahre geplant.
Broadcom als zentraler Profiteur
Während das Chip-Projekt OpenAIs strategische Unabhängigkeit stärken soll, profitiert vor allem Broadcom strukturell von der wachsenden Nachfrage nach kundenspezifischer KI-Hardware. Das Unternehmen entwickelt Custom-Silicon nicht nur für OpenAI, sondern auch für Google und Meta, wie das Finanzportal Forbes analysiert. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Broadcom demnach einen KI-Chip-Umsatz von 8,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das dritte Quartal peilt das Unternehmen KI-Erlöse von 16 Milliarden US-Dollar an. Langfristig stellt das Management kumulative KI-Umsätze von über 100 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Markus Maier, Redaktion finanzen.net
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