Fondsmanager überrascht: Diese KI-Aktien hält er für wichtiger als NVIDIA

Während viele Anleger bei KI sofort an die NVIDIA-Aktie denken, sieht ein milliardenschwerer Tech-Fondsmanager andere Konzern als die wichtigsten Profiteure des KI-Booms.
Werte in diesem Artikel
• Janus Henderson setzt bei KI auf TSMC statt NVIDIA
• TSMC fertigt die Chips fast aller KI-Gewinner
• Experte nennt weitere Favoriten wie Arm und Co.
Der KI-Boom treibt die Aktienmärkte von Rekord zu Rekord. Für viele Anleger ist NVIDIA der unangefochtene Gewinner der Künstlichen Intelligenz. Doch Jonathan Cofsky, Co-Portfoliomanager des Global Tech and Innovation Fund von Janus Henderson, sieht einen anderen Konzern als den wichtigsten Profiteur der KI-Revolution: Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC).
TSMC statt NVIDIA-Aktie: Der eigentliche Gewinner des KI-Booms?
Wie Cofsky gegenüber MarketWatch erklärte, sei TSMC "wahrscheinlich derzeit das wichtigste Unternehmen für die Ermöglichung von KI". Der Grund: Der taiwanische Chipfertiger produziert die modernsten Halbleiter für nahezu alle großen KI-Chipentwickler - darunter NVIDIA, AMD und Broadcom.
Nach Ansicht des Fondsmanagers ist die zentrale Frage für Investoren nicht, welcher Chipdesigner das Rennen macht. Viel wichtiger sei, wie viel Rechenleistung weltweit aufgebaut werde. "Und es spielt keine Rolle, welcher der Halbleiteranbieter sie herstellt, denn sie lassen alle bei TSMC fertigen", sagte Cofsky laut MarketWatch.
TSMC ist aktuell sogar die größte Position im Portfolio des Janus-Henderson-Fonds und hat NVIDIA knapp vom Spitzenplatz verdrängt.
Arm-Aktie könnte vom Aufstieg autonomer KI-Agenten profitieren
Neben TSMC setzt Cofsky verstärkt auf Arm Holdings. Der Fonds hat seine Beteiligung an dem britischen Chipdesigner nach eigenen Angaben Anfang des Jahres ausgebaut.
Man investiere in Arm "in der Annahme, dass agentische Arbeitsabläufe und Agenten deutlich CPU-intensiver sein werden als frühere KI-Generationen. Und Arm verfügt über die am weitesten verbreitete Architektur", erklärt der Experte laut MarketWatch. Insbesondere sogenannte KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben planen und ausführen, benötigen laut Cofsky komplexe Steuerungs- und Koordinierungsprozesse.
Zusätzliche Fantasie bietet laut Cofsky der Strategiewechsel des Unternehmens. Arm entwickle sich zunehmend vom Lizenzgeber zum eigenen Chiphersteller. Dabei soll Meta bereits als erster Kunde gewonnen worden sein.
Software, Daten und Plattformen: Diese KI-Aktien stehen ebenfalls im Fokus
Neben den Halbleiterwerten setzt Cofsky auch auf ausgewählte Software- und Plattformunternehmen, die seiner Einschätzung nach besonders gut vor Disruption geschützt sind. Dazu zählen etwa Datadog und Snowflake, die laut Fondsmanager bereits von KI-getriebenen Effekten profitieren und eine "erneute Beschleunigung ihres Umsatzwachstums" zeigen. Ergänzend investiert der Fonds in spezialisierte Softwareanbieter mit einzigartigen Datenbeständen wie Cadence und Guidewire, deren Geschäftsmodelle schwer kopierbar sind und sich laut Cofsky besonders gut mit KI erweitern lassen.
Auch DoorDash gehört zu den hervorgehobenen Titeln, obwohl die Aktie zuletzt unter Druck stand. Die aktuellen Sorgen der Anleger drehen sich vor allem um Investitionen im laufenden Geschäftszyklus sowie die Abhängigkeit vom konjunkturellen Umfeld. Cofsky betont jedoch den langfristigen Charakter des Unternehmens: DoorDash sei Gründer-geführt und expandiere in neue Bereiche wie den internationalen Lebensmittelhandel - mit Potenzial, sowohl von generativer als auch von physischer KI zu profitieren.
Nicht nur NVIDIA und Co.: Was für Anleger jetzt wichtig ist
"Wir sehen keine Anzeichen dafür, dass der KI-Ausbau in den nächsten paar Jahren endet. Aber die Geschichte zeigt: Wenn man über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren so viel Geld ausgibt, wird es Aufs und Abs geben", sagte der Fondsmanager gegenüber MarketWatch.
Für Anleger könnte die Einschätzung von Janus Henderson eine wichtige Erkenntnis liefern: Wer vom KI-Boom profitieren möchte, muss nicht zwangsläufig auf die bekanntesten Namen wie NVIDIA setzen. Unternehmen wie TSMC profitieren potentiell unabhängig davon, welcher Chipentwickler am Ende die Nase vorn hat, da nahezu alle führenden KI-Halbleiter dort gefertigt werden. Arm wiederum könnte zu den Gewinnern der nächsten KI-Generation gehören, wenn autonome KI-Agenten tatsächlich deutlich mehr Rechenleistung über CPUs benötigen. Darüber hinaus setzt der Fonds gezielt auf ausgewählte Software- und Plattformwerte, die durch KI zusätzliche Wachstumsimpulse erhalten oder über besonders schwer kopierbare Geschäftsmodelle verfügen.
Insgesamt zeigt die Strategie, dass sich die größten Chancen im KI-Boom zunehmend entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von der Chipfertigung bis hin zu datengetriebenen Software- und Plattformmodellen - verteilen.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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