NVIDIA bleibt KI-Champion - Morningstar hält Aktie trotz Rekordbewertung für zu günstig

Trotz einer bereits starken Rally und einer Bewertung im Billionenbereich sieht Morningstar die NVIDIA-Aktie weiterhin im Zentrum des globalen KI-Ausbaus.
Werte in diesem Artikel
• Morningstar setzt den Fair Value der NVIDIA-Aktie auf 280 US-Dollar je Aktie fest
• NVIDIA bleibt ein Wide-Moat-Unternehmen im Zentrum des KI-Ökosystems
• Der Markt unterschätzt wohl das langfristige Wachstum durch KI-Infrastruktur
Das Analysehaus Morningstar geht davon aus, dass der Markt die langfristigen Wachstumsaussichten von KI-Platzhirsch NVIDIA noch immer unterschätzt. Die Aktie wird daher als potenziell zu günstig eingestuft. Den fairen Wert des Titels sehen die Analysten derzeit bei 280 US-Dollar und signalisieren damit, dass der Markt das langfristige Wachstumspotenzial des Unternehmens noch nicht vollständig eingepreist hat. Am Donnerstag geht es für die an der NASDAQ gelistete NVIDIA-Aktie zeitweise um 1,34 Prozent auf 207,40 US-Dollar aufwärts.
Gleichzeitig vergibt das Analysehaus eine Wide Economic Moat-Bewertung bei einer Very High Uncertainty Rating-Einschätzung. Damit signalisiert Morningstar eine Kombination aus starker struktureller Marktposition, aber gleichzeitig erhöhter Unsicherheit hinsichtlich der langfristigen Entwicklung.
Zentrale Rolle im KI-Ökosystem
NVIDIA steht weiterhin im Zentrum des weltweiten KI-Infrastrukturaufbaus. Das Unternehmen profitiert demnach von der anhaltend starken Nachfrage nach KI-GPUs und bleibt ein zentraler Anbieter für Rechenleistung im KI-Ökosystem.
Laut Analyse gibt es derzeit kaum Hinweise großer Kunden darauf, dass der globale Ausbau der KI-Infrastruktur in absehbarer Zeit deutlich nachlassen werde. Morningstar erwartet daher eine weiterhin robuste Nachfrage in den kommenden Jahren.
Wachstumsperspektiven bis 2027
NVIDIA erwarte eine starke Entwicklung der KI-GPU-Systeme in den Jahren 2026 und 2027. Der Wachstumspfad werde dabei vor allem durch den Ausbau der KI-Infrastruktur großer Kunden getragen.
Gleichzeitig geht das Analysehaus davon aus, dass NVIDIA auch darüber hinaus eine zentrale Rolle behält - gestützt durch sein Software-Ökosystem rund um CUDA sowie seine Fähigkeiten in Chipdesign, Netzwerktechnologie und Interconnect-Lösungen. Diese Kombination aus Hardware und Software werde entscheidend dafür sein, dass NVIDIA auch langfristig im Zentrum der KI-Architektur bleibt.
Langfristiger Wettbewerb und Marktanteile
Zwar werde der Wettbewerb im KI-Chipmarkt zunehmen. Insbesondere Google und Amazon dürften verstärkt eigene Chips und KI-Hardware entwickeln, was NVIDIA perspektivisch Marktanteile kosten könnte.
Dennoch erwartet Morningstar, dass sich der Marktanteil von NVIDIA stabilisieren wird - auf rund 68 Prozent bis 2030, verglichen mit etwa 80 Prozent aktuell. Gleichzeitig wachse der Gesamtmarkt für KI-Infrastruktur deutlich weiter, was den Rückgang teilweise kompensieren sollte.
Bewertungsrahmen: Bullen- und Bärenfall
Morningstar beschreibt drei zentrale Bewertungsniveaus: Der Fair Value liegt bei 280 US-Dollar je Aktie. Diese Bewertung basiere auf der Annahme eines starken Wachstums in den kommenden Jahren, gefolgt von einer moderaten Abschwächung ab 2028, bei gleichzeitig hoher Margenstabilität, weil NVIDIA seine Preissetzungsmacht behält.
Der Bull Case liegt sogar bei 420 US-Dollar je Aktie bei ausbleibendem Marktanteilsverlust und starkem Wachstum bis 2030. Im Bear Case sind es hingegen nur 180 US-Dollar je Aktie bei stärkerem Übergang zu alternativen Chiparchitekturen oder schwächerer KI-Nachfrage.
Was das für Anleger bedeutet
Die Morningstar-Einschätzung zeichnet ein Bild eines weiterhin dominanten KI-Unternehmens mit hoher struktureller Stärke, aber auch zunehmendem Wettbewerb. Entscheidend bleibt, ob der globale KI-Infrastrukturzyklus wie erwartet weiter stark wächst und NVIDIA seine Preissetzungsmacht halten kann.
Für Anleger bedeutet das: NVIDIA bleibt ein zentraler KI-Wert mit langfristigem Wachstumsszenario, jedoch auch mit erhöhter Bewertungs- und Technologiesensitivität. Wer investiert ist, sollte insbesondere die Entwicklung des KI-Investitionszyklus großer Cloud-Anbieter und mögliche Marktanteilsverschiebungen im Blick behalten. Neueinstiege hängen stark davon ab, wie viel von diesem langfristigen Wachstum bereits im aktuellen Kursniveau eingepreist ist.
Thomas Zoller, Bettina Schneider, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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