Zahlen präsentiert

Broadcom-Aktie bricht wegen enttäuschendem Ausblick ein - Gewinn- und Umsatzssprung

04.06.26 22:07 Uhr

Broadcom-Aktie an der NASDAQ von Ausblick belastet: Deutlicher Gewinn- und Umsatzssprung überzeugt Anleger nicht | finanzen.net

Für Anleger von Broadcom wurde es am Mittwochabend spannend. Der KI-Konzern hat seine Bücher für das zweite Geschäftsquartal geöffnet.

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Für Broadcom ist das zweite Geschäftsquartal 2026 mit einem kräftigen Gewinnsprung zu Ende gegangen. Das Ergebnis je Aktie stieg von 1,03 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 1,91 US-Dollar in der aktuellen Berichtsperiode. Damit entwickelte sich das Ergebnis schlechter als erwartet: Analysten waren im Vorfeld von einem EPS in Höhe von 2,40 US-Dollar ausgegangen.

Die Umsätze entwickelten sich deutlich positiv: Nachdem im Vorjahr noch Erlöse von 15,00 Milliarden US-Dollar in den Büchern gestanden hatten, erzielte das Unternehmen im aktuellen Berichtszeitraum einen Umsatz von 22,19 Milliarden US-Dollar und konnte damit die Erwartungen der Analysten (22,13 Milliarden US-Dollar) leicht übertreffen.

Ausblick enttäuscht

Der Chipkonzern Broadcom wächst dank guter Geschäfte mit Chips für Angebote rund um die Künstliche Intelligenz (KI) weiter rasant. Zudem stellt der Halbleiterhersteller eine weitere Beschleunigung des Wachstums in Aussicht. Die Quartalszahlen fielen wie erwartet aus. Die Umsatzprognose für das laufende Quartal liegt über dem von Analysten prognostizierten Durchschnitt. Allerdings enttäuschte die KI-Komponente des Ausblicks bei der Zahlenvorlage am Mittwochabend.

Broadcom gab eine enttäuschende Prognose für den Umsatz mit KI-Chips. Dies deutet darauf hin, dass der Konzern in dieser boomenden Branche langsamer vorankommt als erwartet. Der Umsatz mit KI-Halbleitern werde im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 16 Milliarden Dollar betragen, teilte das Unternehmen mit. Analysten hatten im Schnitt 17,2 Milliarden erwartet.

Insgesamt rechnet Broadcom im dritten Geschäftsquartal mit einem Erlös von rund 29,4 Milliarden US-Dollar (25 Mrd Euro). Das wären 84 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte Broadcom am Mittwoch in San Jose mit. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um knapp die Hälfte auf 22,2 Milliarden Dollar. Der Überschuss legte um 88 Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar zu.

Die Zahlen von Broadcom wurden mit Spannung erwartet, da das Unternehmen nach NVIDIA das wichtigste Schwergewicht beim Ausbau der globalen KI-Infrastruktur ist. Als Marktführer bei maßgeschneiderten KI-Chips (ASICs) und Ethernet-Netzwerktechnik zeigt Broadcom, inwiefern Tech-Giganten auf Alternativen zu NVIDIAs teuren GPUs und Systemen setzen. Die Zahlen dienen dem Markt daher als entscheidender Gradmesser dafür, wie nachhaltig und breit gefächert die Milliardeninvestitionen in den KI-Boom abseits von NVIDIA fließen.

Broadcom-Aktie bricht ein

Die Zahlen wurden am Markt mit Enttäuschung aufgenommen: Die Broadcom-Aktie schloss an der NASDAQ 12,59 Prozent schwächer bei 418,91 Dollar.

Anleger hatten sich von dem Unternehmen, das in US-Dollar gemessen zum sechstgrößten der Welt geworden ist, schlicht mehr versprochen. Die Zahlen, die Broadcom für das vergangene Quartal vorgelegt hatte, trafen zwar am Markt auf positive Stimmen. Analysten sahen jedoch im Ausblick einen Anlass für eine Pause, nachdem sich der Kurs seit April 2025 mehr als verdreifacht hat. Damals konnten die Aktien infolge des ersten Schocks über die Zolldrohungen des US-Präsidenten Donald Trump unter 140 Dollar gekauft werden. Am Mittwoch wurden dann in der Spitze 495 Dollar bezahlt.

Die Vorschusslorbeeren waren damit verteilt. Der Experte Timothy Arcuri von der Bank UBS betonte, der Chipkonzern habe anders als erhofft die KI-Umsatzausblicke für 2026 und 2027 nicht erhöht. Die Messlatte, um immer wieder für positive Überraschungen zu sorgen, liege mittlerweile hoch, kommentierte Blayne Curtis vom Analysehaus Jefferies. Stacy Rasgon von Bernstein Research geht davon aus, dass die Aktien nach ihrer Rally vorerst eine Pause einlegen.

Mehrere Experten sahen in dem Rücksetzer aber auch eine Kaufgelegenheit, zumal die Perspektiven über den kurzfristigen Horizont hinaus bestens seien. Die Dynamik der KI-Geschäfte beschleunige sich dank der starken Auftragseingänge des Chipkonzerns, schrieb Harlan Sur von der Bank JPMorgan. Er blickt nach dem Quartalsbericht noch optimistischer in die Zukunft. Rasgon schrieb, im Jahr 2027 werde die Geschichte wieder interessant.

Claudia Stephan, Thomas Zoller, Martina Köhler, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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Bildquellen: Ken Wolter / Shutterstock.com

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