Nach Wahldebakel: Starmer holt Ex-Premier Brown in Regierung


LONDON (dpa-AFX) - Nach den für seine Labour-Partei desaströsen Regional- und Kommunalwahlen hat der britische Premier Keir Starmer Ex-Regierungschef Gordon Brown in die Regierung berufen.

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Der 75-Jährige solle die Regierung als Sondergesandter für globale Finanzfragen beraten, schrieb Starmer in einem Post auf X. Brown sei bestens dafür geeignet, "gemeinsam mit unseren internationalen Verbündeten daran zu arbeiten, ein stärkeres Großbritannien aufzubauen und die Sicherheit sowie Widerstandsfähigkeit unseres Landes zu stärken". Brown war von 2007 bis 2010 britischer Regierungschef, zuvor hatte er ein Jahrzehnt unter Ex-Premier Tony Blair als Schatzkanzler gedient.

Der Schritt traf jedoch selbst in den eigenen Reihen teils auf Kritik. Er zeige, dass Starmer weder ein Verständnis für das Problem, geschweige denn die Lösung habe, zitierte die BBC einen namentlich nicht genannten Labour-Abgeordneten.

Die britischen Sozialdemokraten von Labour mussten bei den Wahlen am Donnerstag historische Verluste hinnehmen. Bei den Kommunalwahlen in England gingen über 1400 Mandate in kommunalen Gremien in verschiedenen Teilen des Landes verloren. Profitieren konnten davon in erster Linie die Rechtspopulisten von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage, die aus dem Stand etwa 1440 Sitze errangen.

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100 Jahre Labour-Dominanz in Wales zu Ende

Besonders die Wahl zum Regionalparlament in Wales war für Labour schmerzhaft: In ihrer einstigen Hochburg wurde die Partei erstmals nicht stärkste Kraft, sondern rutschte auf Platz drei hinter die Unabhängigkeitspartei Plaid Cymru und Reform UK. Labour dominierte die politische Landschaft in dem einstigen Industriestandort Wales seit rund Hundert Jahren - das scheint nun zu Ende.

Starmer wurde bereits im Vorfeld der Wahlen mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Er ist angesichts leerer Staatskassen und geringen Wirtschaftswachstums sowie steigender Lebenshaltungskosten seit Monaten unter Druck. Hinzu kamen etliche gescheiterte Reformprojekte und Skandale. Auch nach der Wahl gab es Rufe nach einem Rücktritt des Premiers - Starmer wies diese jedoch zurück./cmy/DP/mis

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