IBM-Aktie dreht ins Minus: Chip-Durchbruch, neue Kooperationen und Analystenlob sorgen vorübergehend für Auftrieb
Ein bahnbrechender Fortschritt in der Chipentwicklung, eine optimistische Analystenstimme und eine neue Cybersicherheits-Allianz geben der IBM-Aktie vorübergehend Rückenwind.
Werte in diesem Artikel
• Technologischer Durchbruch beflügelt IBM-Aktie zunächst
• Neuer Chip verspricht mehr Leistung und Effizienz
• IBM setzt auf revolutionäre "Nanostack"-Architektur
Die IBM-Aktie steht zum Wochenausklang im Fokus der Anleger. Im NASDAQ-Handel gewann das Papier zunächst, drehte dann aber ins Minus und verliert nun zeitweise 1,55 Prozent auf 258,88 US-Dollar, nachdem der Technologiekonzern einen bedeutenden Fortschritt in der Halbleiterentwicklung vorgestellt hatte. Zusätzlich sorgen eine Hochstufung durch JPMorgan sowie neue Partnerschaften im Bereich Cybersicherheit für Rückenwind.
IBM präsentiert Chip-Technologie unter der 1-Nanometer-Grenze
IBM hat die Entwicklung der weltweit ersten Chip-Technologie mit einer Strukturgröße von lediglich 0,7 Nanometern beziehungsweise 7 Angström vorgestellt. Die Innovation wurde am Forschungsstandort Yorktown Heights und auf der VLSI-Konferenz 2026 präsentiert.
Kern des technologischen Durchbruchs ist eine neuartige dreidimensionale "Nanostack"-Architektur. Dabei werden Transistoren vertikal übereinander angeordnet, wodurch sich die Packungsdichte deutlich erhöhen lässt. Laut IBM können auf einem fingernagelgroßen Chip künftig nahezu 100 Milliarden Transistoren untergebracht werden - etwa doppelt so viele wie beim 2-Nanometer-Chip, den das Unternehmen 2021 vorgestellt hatte.
Jay Gambetta, Forschungsdirektor bei IBM, erklärte laut der am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung: "Mit unserer neuen Nanostack-Architektur stellen wir nicht nur kleinere Transistoren her, wir erfinden die Bauweise von Chips neu, um drastisch mehr Leistung und Energieeffizienz zu erzielen."
Nach Unternehmensangaben könnte die neue Technologie im Vergleich zur vorherigen Generation bis zu 50 Prozent mehr Leistung oder eine um 70 Prozent höhere Energieeffizienz ermöglichen. Die Markteinführung wird innerhalb der kommenden fünf Jahre angestrebt.
JPMorgan wird optimistischer für die IBM-Aktie
Zusätzlichen Schwung erhielt die IBM-Aktie durch eine positive Analysteneinschätzung. Wie Investing.com berichtet, hat JPMorgan-Analyst Brian Essex die Aktie am 23. Juni von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Gleichzeitig erhöhte er sein Kursziel von 270 auf 291 US-Dollar.
Als Begründung verwies der Analyst insbesondere auf die hohe Profitabilität des Softwaregeschäfts. Obwohl dieser Bereich weniger als die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschafte, steuere er rund zwei Drittel des Gewinns bei. Aus Sicht von JPMorgan rechtfertigt dies eine höhere Bewertung des Unternehmens.
Cybersicherheits-Offensive stärkt Wachstumsperspektiven
Neben den positiven Nachrichten aus der Chipforschung baut IBM auch seine Position im Zukunftsmarkt Cybersicherheit weiter aus. Gemeinsam mit Palo Alto Networks und Red Hat kündigte der Konzern eine neue Kooperation an. Ziel ist die Integration von Funktionen für virtuelles Patching in das Open-Source-Projekt "Project Lightwell", das mit einem Volumen von rund fünf Milliarden US-Dollar ausgestattet ist.
Für Anleger sendet insbesondere der Fortschritt in der Halbleiterforschung ein wichtiges Signal: IBM beweist erneut seine Innovationskraft und unterstreicht, dass der Konzern auch in Zukunft bei Schlüsseltechnologien der digitalen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen könnte.
Bettina Schneider, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 08.12.25 | IBM Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 07.04.25 | IBM Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 31.03.25 | IBM Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 23.03.25 | IBM Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 30.01.25 | IBM Buy | Goldman Sachs Group Inc. |
