Neue Vorwürfe

Apple-Aktie im Blick: Neue Vorwürfe gegen OpenAI - Beweisaufnahme soll beschleunigt werden


Apple-Aktie im Blick: Neue Vorwürfe gegen OpenAI - Beweisaufnahme soll beschleunigt werden

Ein ausgewertetes MacBook liefert Apple neue Munition gegen OpenAI, das Unternehmen weist die Vorwürfe scharf zurück.

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  • Forensische Analyse eines MacBooks bringt neue Details zum Vorschein
  • OpenAI wirft Apple im Gegenzug schlampige interne Praktiken vor
  • Gericht in San Jose könnte die Beweisaufnahme beschleunigen
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Im Rechtsstreit zwischen Apple und OpenAI um mutmaßlichen Geheimnisverrat hat Apple neue Vorwürfe gegen einen früheren Mitarbeiter nachgelegt. Der Konzern stützt sich dabei auf die forensische Auswertung eines MacBooks, das OpenAI im Rahmen des Verfahrens übergeben hatte. OpenAI weist die Anschuldigungen zurück und wirft Apple im Gegenzug eigene Versäumnisse vor.

Hintergrund ist die Klage, die Apple im Juli gegen OpenAI sowie die ehemaligen Apple-Mitarbeiter Tang Tan und Chang Liu eingereicht hatte. Darin wird ihnen vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse im Zusammenhang mit Hardware-Design, Fertigung und Lieferkettenabläufen missbraucht zu haben, während der ChatGPT-Hersteller selbst in den Markt für Verbrauchergeräte vordringt. Das von CEO Sam Altman geleitete KI-Labor behauptet derweil, Apple nutze die Klage, um einen potenziellen Konkurrenten auszubremsen und Mitarbeiter davon abzuhalten, das Unternehmen zu verlassen.

Neuer Vorwurf: KI-Agent mit Apple-Schaltplan trainiert

In einem Gerichtsdokument vom 31. August wirft Apple dem Beklagten Chang Liu vor, während seiner Zeit bei OpenAI auf den Schaltplan eines Spannungswandlers zugegriffen zu haben. Im März soll er damit einen KI-Agenten mit proprietären Apple-Informationen trainiert haben. Grundlage der neuen Vorwürfe ist die forensische Auswertung eines MacBooks, das OpenAI Apple kürzlich im Rahmen des laufenden Verfahrens übergeben hatte.

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Apple beantragt beim zuständigen US-Bundesgericht nun eine beschleunigte Beweisaufnahme in der Klage wegen Geheimnisverrats. OpenAI hatte zuvor bereits die Abweisung der gesamten Klage beantragt und bezeichnet die eigenen Produkte als vollständig neu gegenüber allem, was es bei Apple gebe.

OpenAI kontert: Apple mache anderen Vorwürfe für eigenes Durcheinander

OpenAI hat die Vorwürfe in einer Einreichung beim US-Bezirksgericht in San Jose am Montagabend zurückgewiesen. Der Streit sei laut OpenAI ein Durcheinander, das Apple sich selbst eingebrockt habe. Der Konzern versuche demnach, die Schuld auf andere zu schieben. Zur Verteidigung von Chang Liu erklärt OpenAI, dieser habe nach seinem Ausscheiden ehemaligen Apple-Kollegen lediglich geholfen, Dateien zu finden oder Fragen zu beantworten, da Apple-Mitarbeiter ihn wiederholt darum gebeten hätten.

Tan, der 24 Jahre bei Apple tätig war, erklärte zudem, er habe vor seinem Ausscheiden Apple-Prototypen zurückgegeben und lediglich nicht vertrauliche Unterlagen behalten, darunter eine Checkliste für den Austritt von Mitarbeitern, die nicht vertraulich war.

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OpenAI verweist außerdem auf Apples eigene interne Praxis: Der Konzern ermutige Mitarbeiter, private iCloud-Konten für Arbeitsdokumente zu nutzen, was es ausscheidenden Kräften erschwere, private und Firmeninformationen zu trennen. Zudem eskortiere Apple scheidende Mitarbeiter sofort vom Gelände, ohne ihnen Zeit für die Rückgabe von Geräten oder die Übergabe von Zuständigkeiten zu lassen. Für sein Hardware-Vorhaben hat OpenAI nach eigenen und Apples Angaben rund 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter eingestellt, was den Personalabfluss bei Apple im Hardware-Bereich verdeutlicht.

Mitarbeiter "können ein Unternehmen wie Apple, das sich mit der Einführung von KI schwer tut, verlassen und zu einem spannenden Start-up wechseln, das innovative Produkte entwickelt", schrieb OpenAI laut Reuters. "Apple mag diese Entscheidungen vielleicht nicht gutheißen. Aber das Unternehmen kann nicht behaupten, dass diese Entscheidungen rechtswidrig sind, und es kann nicht seine eigenen schlampigen Abläufe nutzen, um anderen die Schuld für sein eigenes Chaos zu geben."

Ursprung der Klage und Rolle der Apple-Aktie

Apple hatte OpenAI sowie die früheren Mitarbeiter Chang Liu und Tang Tan am 10. Juli beim zuständigen US-Bezirksgericht wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen im Zusammenhang mit Hardware-Design, Fertigung und Lieferkette verklagt. Die 2024 geschlossene Vereinbarung zur Integration von ChatGPT in Apple Intelligence bleibt laut Klageschrift vom Rechtsstreit unberührt.

Am Markt bleibt die Einschätzung zur Apple-Aktie trotz des Rechtsstreits mehrheitlich positiv: Von 30 Analysten vergeben bei TipRanks 16 ein Buy-Rating, zehn stufen die Aktie mit Hold ein, vier mit Sell. Das mittlere Kursziel liegt bei 338,99 US-Dollar, die Spanne reicht von 245 bis 400 US-Dollar. JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee bestätigte erst gestern seine Buy-Einstufung mit einem Kursziel von 340 US-Dollar, während Jefferies-Analyst Edison Lee gleichzeitig bei einem Sell-Rating und einem Kursziel von 263,66 US-Dollar blieb.

Die Apple-Aktie beendete den NASDAQ-Handel am Montag 0,89 Prozent schwächer bei 316,85 US-Dollar, im Handel am Dienstag ging es letztlich um weitere 2,61 Prozent auf 325,13 US-Dollar nach oben.

Ob das Gericht in San Jose dem Antrag auf eine beschleunigte Beweisaufnahme folgt, dürfte den weiteren Zeitplan des Verfahrens maßgeblich bestimmen.

Martina Köhler, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Marek Szandurski / Shutterstock.com, JarTee / Shutterstock.com

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23.09.26 Apple Neutral UBS AG
23.09.26 Apple Neutral UBS AG
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18.09.26 Apple Neutral UBS AG
17.09.26 Apple Overweight JP Morgan Chase & Co.

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