Ölriesen im Check

Aktien von ExxonMobil und Chevron: Wie berechtigt ist Trumps Kritik an den Ölkonzernen?


Aktien von ExxonMobil und Chevron: Wie berechtigt ist Trumps Kritik an den Ölkonzernen?

ExxonMobil und Chevron haben dank der hohen Ölpreise Milliarden verdient und bekommen Kritik von Donald Trump. Doch wie viel Einfluss haben die Ölriesen wirklich auf den Preis an der Zapfsäule?

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Rohstoffe

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  • Trump wirft ExxonMobil und Chevron zu hohe Ölgewinne vor
  • Beide Konzerne steigerten den Quartalsgewinn im Iran-Konflikt deutlich
  • Demokraten fordern per Gesetzentwurf eine Übergewinnsteuer auf die Ölbranche
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US-Präsident Donald Trump attackiert ExxonMobil und Chevron wegen ihrer hohen Quartalsgewinne und fordert niedrigere Preise an der Zapfsäule. Für Anleger bedeutet das wachsenden politischen Druck auf zwei der wichtigsten US-Ölwerte, ausgerechnet in einem Quartal, in dem beide Konzerne von den durch den Iran-Krieg getriebenen Ölpreisen kräftig profitierten.

Rekordquartal trifft auf politischen Gegenwind

Auslöser der Kritik sind die Quartalszahlen, die ExxonMobil und Chevron Ende Juli vorgelegt hatten. Der Gewinn von ExxonMobil stieg auf 14,5 Milliarden US-Dollar und damit auf mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts von rund 7,1 Milliarden US-Dollar. Bei Chevron kletterte der Gewinn auf rund 12 Milliarden US-Dollar, ein Plus von fast 400 Prozent gegenüber 2,5 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Trump erklärte Anfang August im Oval Office, die Konzerne verdienten angesichts eines Angebotsengpasses zu viel Geld. "Ich mag das nicht", sagte er und forderte niedrigere Verbraucherpreise. Bereits Ende Juni hatte er das Justizministerium angewiesen, große Ölkonzerne wegen der schleppenden Preissenkungen zu untersuchen.

Ölpreis-Treiber Iran-Krieg und Straße von Hormus

Hintergrund der hohen Ölpreise ist der seit Ende Februar andauernde Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Gastransports verläuft. Iran und Oman arbeiten nach Angaben aus Teheran an Mechanismen für die Sicherheit und Überwachung der Schifffahrt. Gleichzeitig plant der Iran, künftig Gebühren und Entgelte für maritime Dienstleistungen von Handelsschiffen zu erheben, die die Meerenge passieren. Vor Beginn des Krieges hatte Iran für die Durchfahrt weder Maut noch Gebühren verlangt. Nach iranischer Darstellung sollen die geplanten Entgelte unter anderem der Sicherheit, dem Umweltschutz und der Bekämpfung von Kriminalität auf See dienen. Die rechtliche Grundlage ist allerdings umstritten: Das UN-Seerechtsübereinkommen sieht grundsätzlich ein Recht auf Transitdurchfahrt durch internationale Schifffahrtsrouten vor, während Iran diese Rechtslage nicht akzeptiert.

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Die Unsicherheit über die künftige Schifffahrt durch die Meerenge belastet damit weiterhin die Versorgungssicherheit am Ölmarkt. Eine zwischen Iran und Oman angestrebte Vereinbarung bedeutet zudem nicht automatisch eine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus. Für die Ölmärkte bleibt daher entscheidend, ob der Schiffsverkehr tatsächlich auf ein verlässliches Vorkriegsniveau zurückkehren kann.

Kritik trifft auf Gegenargumente

Der Branchenverband American Petroleum Institute widersprach laut einem Politico-Bericht der Darstellung, ein einzelnes Unternehmen sei für die hohen Preise verantwortlich, und verwies stattdessen auf globales Angebot und Nachfrage sowie die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus und andere kritische Schifffahrtsrouten. Chevron und ExxonMobil äußerten sich zu Trumps Vorwürfen zunächst nicht. Der Energieanalyst Clark Williams-Derry vom Institut IEEFA sagte CNBC, die Konzerne hätten einen außergewöhnlichen Barmittelzufluss verzeichnet, diesen aber überwiegend in den Aufbau von Barreserven statt in höhere Investitionen, Dividenden oder Aktienrückkäufe gesteckt. Die Endpreise an der Tankstelle setzen zudem meist einzelne Stationsbetreiber fest, nicht die großen Förderkonzerne selbst.

Politischer Druck vor den Zwischenwahlen

Für den politischen Druck spricht auch der Zeitpunkt: Im Herbst 2026 stehen die Zwischenwahlen zum Kongress an, und hohe Spritpreise gelten traditionell als Belastung für die Regierungspartei. Die Demokraten Sheldon Whitehouse und Ro Khanna hatten bereits im März 2026 mit dem Big Oil Windfall Profits Tax Act ein Gesetz für eine Übergewinnsteuer auf die Ölbranche vorgeschlagen, um die Einnahmen an Verbraucher weiterzugeben. Trump selbst lehnt eine solche Steuer bislang ab und verweist stattdessen auf die laufende Prüfung der Branche durch das Justizministerium.

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Für die ExxonMobil-Aktie und die Chevron-Aktie bleibt entscheidend, ob aus der politischen Rhetorik konkrete regulatorische Schritte werden oder ob es bei der Kritik vor den Zwischenwahlen bleibt. Gleichzeitig dürfte für die Ölpreise entscheidend sein, ob sich die Schifffahrt durch die Straße von Hormus dauerhaft stabilisiert und die kriegsbedingten Versorgungsrisiken nachlassen.

Am Montag legen die Ölkonzerne wieder zu: Exxon-Aktien gewinnen an der NYSE zeitweise 2,79 Prozent auf 157,43 US-Dollar, für Chevron-Titel geht es daneben rund 2,43 Prozent auf 191,10 US-Dollar aufwärts. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Ölriesen ihren Anlegern bislang ein Plus von 27 beziehungsweise 22 Prozent beschert.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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