Österreichs Kanzler beharrt trotz Kritik auf E-Fuel-Strategie
WIEN (dpa-AFX) - Österreichs konservativer Kanzler Karl Nehammer will trotz Warnungen des grünen Koalitionspartners an der Entwicklung von E-Fuel-Technologie für Verbrennermotoren festhalten. Die österreichische Automobilindustrie mit einer jährlichen direkten und indirekten Wertschöpfung von 27 Milliarden Euro müsse für alle Technologien offen bleiben, sagte Nehammer zu Beginn eines nationalen "Autogipfels".
"Mir als Bundeskanzler ist es wichtig, dass wir als Produktions- und Forschungsstandort gerade in der Autoindustrie erhalten bleiben", sagte Nehammer vor dem Strategietreffen mit Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern, das von Protesten von Klimaschützern begleitet wurde.
Die mitregierenden Grünen und die Oppositionsparteien kritisierten Nehammers Fokus auf klimaneutrale synthetische Kraftstoffe - sogenannte E-Fuels - und wiesen auf die weit höhere Energieeffizienz von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen hin. Grünen-Politikerin Gebi Mair forderte die Kanzlerpartei ÖVP auf, zu einem "klima- und menschenfreundlichen Kurs" zurückfinden. Ansonsten werde die Koalition "schweren Zeiten entgegen gehen" sagte sie der Nachrichtenagentur APA.
Die EU-Staaten hatten Ende März beschlossen, dass ab 2035 keine Neuwagen mit Verbrennermotoren mehr zugelassen werden dürfen. Nehammer unterstützte die Ausnahme für E-Fuel-Fahrzeuge, die auf Druck Deutschlands ausverhandelt wurde./al/DP/jha