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Milliarden-Paukenschlag im Liefermarkt: Uber will Delivery Hero übernehmen - Aktie dreht ins Plus


Milliarden-Paukenschlag im Liefermarkt: Uber will Delivery Hero übernehmen - Aktie dreht ins Plus

Uber will Delivery Hero übernehmen und bewertet den Berliner Lieferkonzern mit 12,6 Milliarden Euro. Der US-Fahrdienstleister erhält bereits Unterstützung vom Großaktionär Prosus.

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Der deutsche Lieferdienst-Konzern Delivery Hero schlüpft nach jahrelangen Verlusten unter das Dach des US-Konzerns Uber. Der Fahrdienstvermittler und Lieferdienst aus den Vereinigten Staaten hat sich einen Großteil der Delivery-Hero-Anteile gesichert und will sich in einem Milliardendeal auch den Rest einverleiben. Die Führung des Berliner Konzerns zieht dabei mit und wirbt bei Aktionären und Beschäftigten für den Zusammenschluss. Zugleich will Delivery Hero sein Geschäft in 14 Ländern an einen Finanzinvestor abstoßen.

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Die Offerte des US-Konzerns bewertet Delivery Hero insgesamt mit knapp 13 Milliarden Euro. Mit Kursen von zuletzt um die 40 Euro wurde die Aktie des Lieferdienst-Konzerns rund doppelt so teuer gehandelt wie noch vor wenigen Monaten. Analyst Giles Thorne vom Investmenthaus Jefferies sieht in einer ersten Reaktion auf den Deal kaum Spielraum für die Aktionäre, einen höheren Übernahmepreis durchzusetzen, und auch kaum Chancen, dass ein Gegenbieter auftaucht.

Mitte April hatte das Papier noch weniger als 20 Euro gekostet. Als dann bekannt wurde, dass Uber seinen Anteil aufgestockt hat, trieb dies den Kurs deutlich nach oben. Mit dem jetzigen Gebot von 41,50 Euro greift Uber zudem deutlich tiefer in die Tasche als zunächst geplant: Noch im Mai war von 33 Euro je Aktie die Rede gewesen.

Zuletzt hielt Uber bereits knapp 25 Prozent an dem Berliner Konzern, hinzu kamen Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Zudem gibt der Delivery-Hero-Großaktionär Prosus seinen Anteil von knapp 17 Prozent an Uber ab. Dazu hatte sich die niederländische Beteiligungsgesellschaft im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway.com (Lieferando) bereit erklärt.

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Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, hat sein Deutschland-Geschäft aber vor einigen Jahren an Just Eat Takeaway verkauft und ist hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Wegen seiner starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zählt das Unternehmen jedoch zu den größten Essenslieferdiensten der Welt. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst - auch in vielen Städten Deutschlands.

Uber verpflichtet sich im Zuge des Kaufs dazu, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der Belegschaft in der Bundeshauptstadt vorzunehmen.

Unterdessen will sich Delivery Hero von seinem Geschäft in 14 Ländern trennen, in denen Delivery Hero bisher mit dem Lieferdienst Uber Eats konkurriert. Betroffen sind Österreich, Chile, Zypern, die Tschechische Republik, Ecuador, Griechenland, Moldau, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden und die Türkei. Käufer ist den Angaben zufolge die Beteiligungsgesellschaft SSW Partners aus New York. Sie bezahle dafür 1,4 Milliarden Euro. Voraussetzung ist, dass die Übernahme von Delivery Hero durch Uber gelingt. Jefferies-Experte Thorne wertet den Schritt positiv, denn dadurch dürften Uber und Delivery Hero kartellrechtlichen Bedenken zuvorkommen.

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Delivery Heros Aufsichtsratschefin Kristin Skogen Lund räumte ein, dass der Berliner Konzern in seinem Geschäft zu kämpfen hatte. "Das Liefergeschäft ist hochkompetitiv und in hohem Maße von Skaleneffekten abhängig", sagte sie. "Der Zusammenschluss mit einem starken Partner ist jetzt der richtige Schritt, um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Fähigkeit zur Wertschöpfung für alle Stakeholder von Delivery Hero bestmöglich zu sichern."

Delivery Hero hat jahrelang unter dem Strich fast durchweg rote Zahlen geschrieben. Einen Überschuss fuhr der Konzern nur im Jahr 2019 ein. Da hatte er sein Deutschlandgeschäft mit den Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de an den Rivalen Takeaway.com (heute Just Eat Takeaway) verkauft und damit einen hohen Sondergewinn eingestrichen.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi und Delivery-Hero-Chef und -Mitgründer Niklas Östberg warben nun für den Zusammenschluss mit Uber: "Durch die Zusammenführung unserer Plattformen bringen wir erschwingliche, zuverlässige Lieferdienste zu Millionen weiterer Menschen in einigen der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt", sagte Khosrowshahi. Östberg dankte seinen Beschäftigten dafür, "dass sie dieses Unternehmen über 15 Jahre hinweg aufgebaut haben".

Jefferies bestätigt Kaufempfehlung für Delivery Hero

Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Delivery Hero angesichts der Offerte des US-Fahrdienstvermittlers und Lieferdienstes Uber auf "Buy" mit einem Kursziel von 42,50 Euro belassen. Das Einschalten des Finanzinvestors SSW Partners, um den kartellrechtlichen Bedenken zuvorzukommen, könnte sich als erfolgreich erweisen, schrieb Giles Thorne in einer am Donnerstag vorliegenden Schnelleinschätzung. Insgesamt sieht der Experte kaum Spielraum für die Aktionäre, einen höheren Übernahmepreis durchzusetzen, und auch kaum Chancen, dass ein Gegenbieter auftaucht.

Delivery Hero-Aktien unter Druck

Die nun offiziell vorliegende Übernahmeofferte von Uber hat Delivery Hero am Donnerstag doch noch positiven Impulse gegeben. Via XETRA steigen sie zeitweise um 1,52 Prozent auf 38,76 Euro.

Auf diesem Niveau hatten sie zuletzt im Oktober 2024 notiert. Das Rekordhoch von 145,40 Euro aus dem Pandemiejahr 2021 liegt derweil in unerreichbarer Ferne.

Uber setzt bei seiner Offerte eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie von Delivery Hero voraus. Bisher liegt der Anteil der Amerikaner bei knapp 25 Prozent. Hinzu kommen Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Zudem habe Delivery Heros Großaktionär Prosus jetzt zugesagt, seinen Anteil von knapp 17 Prozent beizusteuern. Die Prosus-Titel zeigten sich kaum bewegt, während Uber in New York vorbörslich um 0,8 Prozent anzogen.

Delivery Hero sei in der Branche "eines der beliebtesten Menüs auf der Speisekarte", kommentierte Analystin Nizla Naizer von Deutsche Bank Research, die sich noch auf die vorangegangenen Medienberichte bezog. Sie verwies auf den fast 70-prozentigen Anstieg der Aktien seit Jahresbeginn und verdoppelte ihr Kursziel auf 40 Euro. Allerdings erscheine die Bewertung auf dem Niveau der schneller wachsenden und profitableren US-Konkurrenz schon angemessen, begründete sie die weiter gültige "Hold"-Empfehlung.

Das Analysehaus Jefferies bekräftigte seine Kaufempfehlung. Mit einem unveränderten Kursziel von 42 Euro räumt dessen Experte Giles Thorne den Aktien ein minimales Potenzial über die Uber-Offerte hinaus ein. Mit der Einbeziehung des US-Finanzinvestors SSW Partners, der im Falle einer erfolgreichen Übernahme die Geschäfte von Delivery Hero in 14 Ländern übernehmen will, könnten Delivery Hero und Uber laut Thorne kartellrechtlichen Bedenken zwar zuvorkommen. Der geplante Zeitrahmen für den Abschluss der Transaktion bis zum zweiten Halbjahr 2027 zeige aber, dass es sich nicht um eine unkomplizierte Prüfung handeln dürfte.

Thorne sieht insgesamt auch kaum Spielraum für die Aktionäre, einen höheren Übernahmepreis durchzusetzen. Die Chance, dass noch ein Gegenbieter auftaucht, hält der Experte ebenfalls für gering. So scheide die Beteiligungsgesellschaft Prosus als Konkurrent aus. Denn sie sei - entgegen seiner Erwartung - nicht von der geplanten Übernahme von Just Eat Takeaway (Just Eat Takeawaycom) abgerückt, sondern habe Uber verbindlich die Andienung ihrer Delivery-Beteiligung zugesagt.

Sowohl MWB Research als auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hoben ihre Kursziele für Delivery Hero an - von 33 Euro, was der Uber-Offerte aus dem Mai entspricht, auf die nunmehr gebotenen 41,50 Euro. Er habe den Aktionären damals von einer Annahme abgeraten, betonte LBBW-Analyst Thomas Hofmann. Die aktuelle Offerte halte er hingegen "im sehr wettbewerbsintensiven Umfeld, bei dem Skaleneffekte ausschlaggebend für den Erfolg sind", für angemessen. Auch MWB-Experte Alexander Ziencowicz rät den Aktionären nun zur Annahme. Die nun offiziell vorliegende Übernahmeofferte von Uber hat Delivery Hero am Donnerstag keine positiven Impulse gegeben. Mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 38,38 Euro blieben die Titel des Essenslieferdienstes klar unter den vom US-Fahrdienstvermittler gebotenen 41,50 Euro je Aktie. Auf diesem Niveau hatten sie zuletzt im Oktober 2024 notiert. Das Rekordhoch von 145,40 Euro aus dem Pandemiejahr 2021 liegt derweil in unerreichbarer Ferne.

Uber setzt bei seiner Offerte eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie von Delivery Hero voraus. Bisher liegt der Anteil der Amerikaner bei knapp 25 Prozent. Hinzu kommen Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Zudem habe Delivery Heros Großaktionär Prosus jetzt zugesagt, seinen Anteil von knapp 17 Prozent beizusteuern. Die Prosus-Titel zeigten sich kaum bewegt, während Uber in New York vorbörslich um 0,8 Prozent anzogen.

Delivery Hero sei in der Branche "eines der beliebtesten Menüs auf der Speisekarte", kommentierte Analystin Nizla Naizer von Deutsche Bank Research, die sich noch auf die vorangegangenen Medienberichte bezog. Sie verwies auf den fast 70-prozentigen Anstieg der Aktien seit Jahresbeginn und verdoppelte ihr Kursziel auf 40 Euro. Allerdings erscheine die Bewertung auf dem Niveau der schneller wachsenden und profitableren US-Konkurrenz schon angemessen, begründete sie die weiter gültige "Hold"-Empfehlung.

Das Analysehaus Jefferies bekräftigte seine Kaufempfehlung. Mit einem unveränderten Kursziel von 42 Euro räumt dessen Experte Giles Thorne den Aktien ein minimales Potenzial über die Uber-Offerte hinaus ein. Mit der Einbeziehung des US-Finanzinvestors SSW Partners, der im Falle einer erfolgreichen Übernahme die Geschäfte von Delivery Hero in 14 Ländern übernehmen will, könnten Delivery Hero und Uber laut Thorne kartellrechtlichen Bedenken zwar zuvorkommen. Der geplante Zeitrahmen für den Abschluss der Transaktion bis zum zweiten Halbjahr 2027 zeige aber, dass es sich nicht um eine unkomplizierte Prüfung handeln dürfte.

Thorne sieht insgesamt auch kaum Spielraum für die Aktionäre, einen höheren Übernahmepreis durchzusetzen. Die Chance, dass noch ein Gegenbieter auftaucht, hält der Experte ebenfalls für gering. So scheide die Beteiligungsgesellschaft Prosus als Konkurrent aus. Denn sie sei - entgegen seiner Erwartung - nicht von der geplanten Übernahme von Just Eat Takeaway (Just Eat Takeawaycom) abgerückt, sondern habe Uber verbindlich die Andienung ihrer Delivery-Beteiligung zugesagt.

Sowohl MWB Research als auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hoben ihre Kursziele für Delivery Hero an - von 33 Euro, was der Uber-Offerte aus dem Mai entspricht, auf die nunmehr gebotenen 41,50 Euro. Er habe den Aktionären damals von einer Annahme abgeraten, betonte LBBW-Analyst Thomas Hofmann. Die aktuelle Offerte halte er hingegen "im sehr wettbewerbsintensiven Umfeld, bei dem Skaleneffekte ausschlaggebend für den Erfolg sind", für angemessen. Auch MWB-Experte Alexander Ziencowicz rät den Aktionären nun zur Annahme.

/gl/zb

BERLIN/SAN FRANCISCO (dpa-AFX)

Bildquellen: Delivery Hero, Delivery Hero

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28.05.26 Uber Buy Jefferies & Company Inc.
08.02.23 Uber Outperform RBC Capital Markets
17.11.21 Uber Buy Goldman Sachs Group Inc.
13.09.21 Uber Buy Goldman Sachs Group Inc.
16.12.20 Uber overweight JP Morgan Chase & Co.