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Virgin Galactic-Aktie hebt ab: Kursfeuerwerk nach angekündigtem Forschungsflug und juristischer Entlastung


Virgin Galactic-Aktie hebt ab: Kursfeuerwerk nach angekündigtem Forschungsflug und juristischer Entlastung

Virgin Galactic plant für 2027 eine Forschungsmission zur Wirkung von Schwerelosigkeit auf die Menstruation. Die Ankündigung ließ die Aktie zweistellig nach oben springen.

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Virgin Galactic plant Forschungsflug zur Menstruation in Schwerelosigkeit
• Juristischer Vergleich unterstützt Kursbewegungen
• Anleger setzen weiter auf die nächste Fahrzeuggeneration und neue Raumfahrtfantasie

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Der an der New York Stock Exchange gelistete Raumfahrttitel Virgin Galactic hat in der vergangenen Woche gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation Operation Period die Mission OP-01 angekündigt, nach Unternehmensangaben den weltweit ersten Raumflug, der die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf die Menstruation wissenschaftlich untersuchen soll. Der suborbitale Forschungsflug ist für 2027 geplant und soll von der Ingenieurin und Forscherin Manju Bangalore sowie der Luft- und Raumfahrtingenieurin Priya Abiram durchgeführt werden. Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen nach der Einstellung seiner kommerziellen Flüge mit der bisherigen Flotte vollständig auf die Entwicklung der nächsten Fahrzeuggeneration setzt. Parallel beflügelte eine Vergleichsmeldung im Zusammenhang mit zwei Aktionärsklagen den Kurs: Am vergangenen Freitag legte die Aktie um 36,4 Prozent auf 6,18 US-Dollar zu, am Montag kamen an der NYSE weitere 21,04 Prozent auf 7,48 US-Dollar hinzu.

Forschungslücke als Ausgangspunkt

Trotz mehr als 750 Raumfahrern, darunter über 100 Frauen, wurde die Menstruation bislang nie methodisch unter Schwerelosigkeit untersucht. OP-01, entwickelt im Rahmen der Initiative des Redshift Lab von Operation Period, soll diese Lücke schließen und analysieren, wie sich die Schwerelosigkeit auf die Menstruationsphysiologie und den Hormonhaushalt auswirkt. Virgin Galactic positioniert sich als kommerzielle Plattform, auf der Forschende ihre Experimente während des Flugs persönlich begleiten und direkt mit ihren Versuchsaufbauten interagieren können. Bangalore und Abiram würden mit dem Flug zudem zu den jüngsten südasiatischen Frauen im Weltraum gehören.

Das steckt hinter dem Kursanstieg

Darüber hinaus hat die Virgin Galactic-Aktie mit der Nachricht über einen juristischen Vergleich noch einen zweiten Kurstreiber: Die Vergleichsmeldung betrifft zwei Aktionärssammelklagen aus dem Jahr 2022. Diese richteten sich gegen ehemalige sowie aktive Führungskräfte des Konzerns und warfen ihnen vor, im Zeitraum zwischen Juli 2019 und Oktober 2021 wesentliche Informationen über den technischen Zustand der Raumschiffe sowie über regulatorische Hürden gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen zu haben. Im Fokus standen dabei mutmaßlich verheimlichte Beschädigungen an den Stabilisatoren der Trägerflugzeuge im Jahr 2019, Verstöße gegen Auflagen der US-Luftfahrtbehörde (FAA), die im Jahr 2021 zu einem temporären Entzug der Fluglizenz führten, sowie Vorwürfe bezüglich potenzieller Insiderverkäufe durch das Management. Die beklagten Organe des Unternehmens weisen sämtliche Anschuldigungen zurück.

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Virgin mit millionenschwerer Zahlung

Die finanziellen Konditionen des Vergleichs verdeutlichen, dass die direkte bilanzielle Auswirkung für den Konzern als gering einzustufen ist. Die Vereinbarung sieht eine Bruttozahlung in Höhe von 2,75 Millionen US-Dollar vor, die jedoch vollständig von der Haftpflichtversicherung des Unternehmens getragen wird. Für Virgin Galactic ergibt sich daraus kein wesentlicher Mittelabfluss. Über die monetäre Komponente hinaus verpflichtet sich der Raumfahrtkonzern dazu, über einen Zeitraum von drei Jahren spezifische Reformen innerhalb der Corporate Governance umzusetzen, deren genaue Ausgestaltung im Vergleichsdokument geregelt ist.

Einordnung für Anleger

Aus finanzanalytischer Sicht übertrifft die Heftigkeit der Kursreaktion die fundamentale Tragweite der Vergleichsmeldung bei Weitem, da ein Effekt im niedrigen einstelligen Millionenbereich sowie der Wegfall rechtlicher Risiken die massive Ausweitung der Marktkapitalisierung an den vergangenen beiden Handelstagen rechnerisch kaum rechtfertigen können. Die OP-01-Ankündigung liefert demgegenüber ein frühes operatives Signal, dass die neue Fahrzeuggeneration Kontur gewinnt. Konkrete Meilensteine für den Fortschritt des Programms stehen jedoch weiterhin aus.

Gerichtstermin am 28. Juli als nächster Fixpunkt

Das juristische Verfahren ist formal noch nicht abgeschlossen. Die endgültige Bestätigung des Vergleichs durch Richterin Orelia E. Merchant am US-Bezirksgericht in Brooklyn steht noch aus und ist für den 28. Juli 2026 angesetzt. Aktionäre, die Einwände einreichen möchten, müssen dies bis zum 7. Juli 2026 tun. Erst nach der rechtskräftigen Genehmigung werden sämtliche Klagen offiziell abgewiesen. Bis dahin bleibt eine juristische Restunsicherheit bestehen, die Anleger im Blick behalten sollten.

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Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Christopher Penler / Shutterstock.com

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