OTS: Atradius Kreditversicherung / KI wird zum Effizienztreiber in der ...


KI wird zum Effizienztreiber in der deutschen Bauindustrie

Köln (ots) -

- Atradius sieht KI als Schlüsseltechnologie für mehr Effizienz in der

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Bauwirtschaft

- Größte Hebel liegen bei Planung, Kalkulation, Ausschreibung und

Baustellenkontrolle

Künstliche Intelligenz könnte die deutsche Bauindustrie in den kommenden Jahren

deutlich effizienter machen und einzelne Prozesse grundlegend verändern.

Besonders groß ist das Potenzial aus Sicht des internationalen

Kreditversicherers Atradius in einer Branche, die bislang zu den am wenigsten

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digitalisierten Wirtschaftssektoren zählt. "KI baut kein Haus, noch nicht, aber

in manchen Bereichen liegt sie deutlich über der menschlichen

Leistungsfähigkeit", sagt David Engelhardt, Manager Risk Services beim

internationalen Kreditversicherer Atradius. Für Bauunternehmen könnte die

Technologie damit gerade in einem angespannten Marktumfeld zu einem wichtigen

Wettbewerbsfaktor werden.

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Der größte Hebel liegt nach Einschätzung von Atradius zunächst dort, wo

Bauprozesse besonders daten- und dokumentenintensiv sind: in Planung,

Kalkulation, Ausschreibung und Kontrolle. "Der potenzielle Hebel für

KI-Anwendungen dürfte in der Bauwirtschaft größer sein als in vielen anderen

Sektoren", sagt Engelhardt. Bereits heute kann Künstliche Intelligenz

Entwurfsvarianten und Visualisierungen in kurzer Zeit erstellen und hunderte

Konzepte anhand von Vorgaben wie Baurecht, Bauvolumen oder Energieeffizienz

prüfen.

Auch im administrativen Teil der Bauwirtschaft könnte KI deutliche

Effizienzgewinne ermöglichen. Viele Prozesse beruhen auf Text, Daten und

Dokumentation: Leistungsverzeichnisse, Angebote, Nachträge, Rechnungsprüfung und

Bauakten müssen erstellt, geprüft und laufend aktualisiert werden. KI-gestützte

Anwendungen können hier etwa Kalkulationen unterstützen, Rechnungen

automatisiert prüfen oder Baustellen per Foto- und Sensordaten dokumentieren.

Drohnen, Kameras und Sensoren liefern zudem immer mehr Daten, die KI für

Fortschrittskontrolle, Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit auswerten kann.

Von Effizienzgewinnen zum strukturellen Umbruch

Über kurzfristige Effizienzgewinne hinaus könnte KI die Bauwirtschaft auch

strukturell verändern. Bau-Roboter könnten künftig einfache Tätigkeiten

übernehmen und helfen, den Fachkräftemangel abzufedern. KI-Agenten könnten

Abläufe zwischen Büro und Baustelle koordinieren - von der Angebotserstellung

über die Terminplanung bis zur Abstimmung mit Subunternehmen. Digitale Zwillinge

könnten Risiken wie Witterungseinflüsse, Lieferverzögerungen oder

Kostenüberschreitungen früher sichtbar machen. "Der Engpass liegt weniger in der

Technologie als vielmehr bei Daten, Kompetenz und Regulierung", sagt Engelhardt.

"Die aktuellen Effizienzgewinne sind bereits Gegenwart. Der strukturelle Umbruch

dürfte in den nächsten fünf Jahren an Dynamik gewinnen."

Branche stabilisiert sich, Risiken bleiben hoch

Diese technologische Perspektive trifft auf eine Branche, die sich nach mehreren

schwierigen Jahren zwar stabilisiert, aber weiterhin unter Druck steht.

Inflation, Fachkräftemangel, hohe Materialkosten und Kreditrisiken belasten den

Sektor. Gleichzeitig gibt es kleine, positive Signale: Im Wohnungsbau ist die

Zahl an Baugenehmigungen leicht angestiegen. Im Juni 2026 genehmigten die

Behörden den Bau von 21.600 Wohnungen, 13,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 126.300 Wohnungen genehmigt. "Insgesamt ist

ein Aufwärtstrend zu erkennen, dabei muss man allerdings bedenken, dass wir von

einem sehr niedrigen Bauvolumen in den Vorjahren kommen", so Engelhardt. "Von

der ursprünglich durch die Bundesregierung avisierten Zahl an Fertigstellungen

sind wir noch ein gutes Stück entfernt." Stützende Impulse für die Branche

kommen aus dem Tiefbau, etwa durch Schieneninfrastruktur, Energie- und

Wärmenetze, Leitungstiefbau, Rechenzentren sowie Brücken- und sonstige

Infrastrukturprojekte. Nur der Straßenbau entwickelt sich schwächer; das

Infrastruktur-Sondervermögen hat nach Einschätzung der Branchenverbände bislang

noch keinen breiten Effekt in den Auftragsbüchern ausgelöst.

Die Insolvenzsituation jedoch bleibt angespannt. Zwischen Januar und Mai 2026

wurden in Deutschland 735 Insolvenzen in der Bauwirtschaft gezählt, nach 744

Fällen im Vorjahreszeitraum. "Wir sehen allerdings bei den Einzelinsolvenzen

deutlich höhere Schadenssummen, was darauf hindeutet, dass zunehmend größere

Unternehmen betroffen sind", sagt Engelhardt. Auf ein weiterhin angespanntes

Zahlungsverhalten verweist zudem der Anstieg der Nichtzahlungsmeldungen bei

Atradius: Sie lagen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent höher.

Für 2026 rechnet Atradius insgesamt mit einem Rückgang der deutschen

Bauproduktion um 1,6 Prozent. Damit dürfte das Minus jedoch geringer ausfallen

als in den beiden Vorjahren, in denen die Bauproduktion um 3,7 Prozent im Jahr

2024 und um 3,4 Prozent im Jahr 2025 zurückging. Belastend wirken weiterhin das

schwache Wirtschaftswachstum, hohe Energiepreise, komplexe

Genehmigungsverfahren, bürokratische Hürden, gestiegene Baustoffpreise und der

anhaltende Fachkräftemangel.

Ab 2027 erwartet Atradius jedoch eine spürbare Erholung. Der durch das

Sondervermögen der Bundesregierung geschaffene finanzielle Spielraum dürfte

allmählich Wirkung zeigen. "Wir gehen davon aus, dass sich die deutsche

Bauproduktion in den Jahren 2027 und 2028 um jährlich fünf Prozent erholen wird,

mit robusten Wachstumsraten in allen Teilbereichen", sagt Engelhardt.

Pressekontakt:

Atradius Kreditversicherung

Niederlassung der Atradius Crédito y Caución S.A. de Seguros y

Reaseguros

Astrid Goldberg

Pressesprecherin

Telefon: +49 (0) 221 2044 - 2210

E-Mail: mailto:astrid.goldberg@atradius.com

Stefanie Heilken

Pressereferentin

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