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12.06.26 13:48 Uhr

+6 Prozent: Coface hebt globale Insolvenzprognose deutlich an (FOTO)

Mainz (ots) - Die globale Konjunktur gerät zunehmend unter Druck: Obwohl der

seit Ende Februar eskalierende Nahostkonflikt im ersten Quartal 2026 kaum

Auswirkungen auf die Insolvenzentwicklung hatte, ist die Zahl der Firmenpleiten

weltweit bereits um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Vor dem

Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen und steigender Kosten hat der

internationale Kreditversicherer Coface seine Prognose deutlich nach oben

korrigiert: Für das Gesamtjahr 2026 wird nun ein Anstieg der globalen

Unternehmensinsolvenzen um 6 Prozent erwartet - mehr als doppelt so viel wie zu

Jahresbeginn prognostiziert. Für Deutschland rechnet Coface mit einem Plus von 5

Prozent.

Das konjunkturelle Umfeld hat sich in den vergangenen Monaten spürbar

abgeschwächt, da sich die Folgen der jüngsten geopolitischen Spannungen immer

stärker in der realen Wirtschaft bemerkbar machen. "Der Anstieg der weltweiten

Insolvenzen um 12 Prozent zu Beginn des Jahres, darunter ein Plus von 22 Prozent

in Nordamerika, verdeutlicht das Ausmaß des aktuellen Schocks", sagt Markus

Kuger, Volkswirt bei Coface. Steigende Beschaffungskosten, volatile

Energiepreise und wachsende Unsicherheit setzen Unternehmen spürbar unter Druck

und dämpfen Investitionsentscheidungen.

Prognose für 2026 deutlich nach oben korrigiert

Vor diesem Hintergrund passt Coface seine Insolvenzprognose für 2026 spürbar

nach oben an. Weltweit wird nun ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um rund

6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet - mehr als doppelt so viel wie die im

Januar prognostizierten 2,8 Prozent. Für Deutschland rechnet Coface mit einem

Anstieg um rund 5 Prozent. "Schwächeres Wirtschaftswachstum, höhere Leitzinsen,

strengere Kreditvergaberegeln, gestiegene Energiekosten und ein hohes Maß an

politischer Unsicherheit wirken sich in Deutschland zunehmend negativ auf

Insolvenzrisiken aus", sagt Markus Kuger. Kräftige Zuwächse werden zudem in den

USA (+8 Prozent), Frankreich (+8 Prozent) und Japan (+7 Prozent) erwartet. In

den Niederlanden dürfte die Zahl der Insolvenzen ebenfalls um rund 5 Prozent

steigen. Moderater fällt der Anstieg in Spanien, Italien und dem Vereinigten

Königreich aus, wo Zuwächse zwischen 2 und 3 Prozent erwartet werden.

Hohe Zinsen verschärfen ohnehin angespannte Lage

Die Finanzierungsbedingungen bleiben ein zentraler Belastungsfaktor. Zwar hatte

sich das globale Zinsniveau zuletzt schrittweise verringert, bleibt nach den

deutlichen Anstiegen in den Jahren 2022 und 2023 jedoch weiterhin hoch - und

Kredite entsprechend teuer. Die aktuelle Situation trifft Unternehmen in einer

Phase, in der viele mit historisch hoher Verschuldung konfrontiert sind.

Entsprechend sensibel reagieren sie auf zusätzliche Belastungen wie die jüngste

Zinserhöhung der EZB - die erste seit fast drei Jahren. In diesem Umfeld bleiben

die unternehmerischen Spielräume zur Refinanzierung begrenzt und damit auch die

Fähigkeit, zusätzliche wirtschaftliche Schocks abzufedern.

Zyklische Branchen besonders unter Druck

Der Druck bleibt vor allem in konjunktursensiblen und stark

finanzierungsabhängigen Branchen hoch. Besonders betroffen sind weiterhin Bau,

Chemie und Textil, die aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit von Produktionskosten

und Nachfrage besonders anfällig sind. In mehreren großen Volkswirtschaften

zeigen sich diese Belastungen bereits deutlich: In den USA leiden Industrie und

Bau unter steigenden Finanzierungskosten und schwächerer Nachfrage. In

Deutschland stehen insbesondere die Chemie- und die Bauindustrie aufgrund hoher

Energiekosten und anhaltend schwacher Aktivität unter Druck. In Frankreich

belasten hohe Zinsen den Bausektor, während die Industrie mit erhöhten

Energiekosten kämpft und der Einzelhandel unter der schwachen Kaufkraft leidet.

In Japan geraten vor allem hoch verschuldete Sektoren durch dauerhaft

restriktivere Finanzierungsbedingungen unter Druck.

"Die Kombination aus hohen Kosten, sinkenden Margen und erschwertem Zugang zu

Finanzierungen schränkt die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen zunehmend ein.

Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen, da sie häufig weniger

diversifiziert und anfälliger für Liquiditätsschwankungen sind", erklärt Markus

Kuger.

Pressekontakt:

Coface, Niederlassung in Deutschland

Sebastian Knierim - Pressesprecher -

Tel. 06131/323-335

mailto:sebastian.knierim@coface.com

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