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25.06.26 10:22 Uhr

Studie: 7 von 10 Banken erwarten höhere laufende Kosten durch Retail

Investment Strategy (RIS)

Hamburg (ots) - Die RIS wird weitreichende Änderungen in der

Wertpapier-Compliance mit sich bringen. Dennoch beschäftigt sich derzeit erst

die Hälfte der Institute aktiv mit den neuen Anlegerschutzregeln, nur jedes

Fünfte hat ein Umsetzungsprojekt begonnen. Gleichzeitig erwarten neben den

höheren Kosten nahezu zwei Drittel der Befragten auch einen hohen

Anpassungsaufwand. Diese Zahlen gehen aus einer exklusiven Marktstudie zum

Umsetzungsstand der neuen Vorgaben hervor, welche das Marktforschungsinstitut

forsa im Auftrag der PPI AG durchgeführt hat.

Als Gründe für die Zurückhaltung nennen die Institute vor allem den hohen

Unsicherheitsgrad der regulatorischen Vorgaben (71 Prozent) - die

Veröffentlichung der finalen Rechtstexte stand zum Zeitpunkt der Studie noch

aus. Die Skepsis in der Branche zeigt sich auch an der geringen Zahl der

Befragten, die auf neue Geschäftsfelder oder Wettbewerbsvorteile durch die

geplanten Regeln hoffen (16 Prozent). Gut zwei Drittel der Studienteilnehmer

gehen davon aus, dass der Einfluss der RIS auf das Privatkundengeschäft gering

oder sehr gering ausfallen wird. "Diese Unsicherheit und die vorherrschende

Skepsis führen dazu, dass die Branche abwartet, bis die finalen Rechtstexte

veröffentlicht werden", resümiert Sandra Reinhard, Director bei der PPI AG.

Vor allem den erforderlichen Aufwand in Bezug auf Zuwendungen und zur

Geeignetheitsprüfung sieht knapp die Hälfte der Studienteilnehmer als eher hoch

oder sehr hoch an. Insbesondere die Hersteller von Anlageprodukten (67 %)

erwarten große Anstrengungen, um das neue Preisbildungsverfahren "Value for

Money" umzusetzen. Demgegenüber scheint das Thema Finfluencer bei der breiten

Masse der Institute keine Rolle zu spielen: Keines der 50 befragten Institute

arbeitet mit ihnen zusammen.

MiFID-Expertin Sandra Reinhard plädiert angesichts des zu erwartenden Aufwands

für eine Änderung der derzeitigen Wartetaktik: "Es ist empfehlenswert, sich

frühzeitig mit den neuen Vorgaben zu befassen. Wie wir bereits aus der Umsetzung

der MiFID II-Vorgaben wissen, kosten die nötigen Anpassungen an IT- und

Beratungsprozessen Zeit und andere Ressourcen. Daher sollten Institute bereits

heute klare Prioritäten nach Aufwand- und Nutzengesichtspunkten setzen.

Frühzeitige Weichenstellungen verhindern Engpässe in der Zukunft."

Über die Studie:

Die Studie "Die Retail Investment Strategy (RIS): Politisch moderat, operativ

anspruchsvoll - wie gut sind Banken darauf vorbereitet?" setzt die Marktstudien

der PPI AG zur MiFID-Regulatorik fort. In der Vergangenheit hat das

Beratungsunternehmen regelmäßig den MiFID-Umsetzungsstand in der deutschen

Finanzindustrie erhoben und daraus einen MiFID-II-Readiness-Index entwickelt.

Die aktuelle Untersuchung zur Retail Investment Strategy knüpft inhaltlich an

diese Vorarbeiten an und erweitert sie um eine gezielte Analyse der Auswirkungen

der RIS auf das Retailgeschäft. Sie basiert auf einer Befragung von 50

Finanzinstituten mittels computergestützter Telefoninterviews (CATI) anhand

eines strukturierten Fragebogens. Die Studie wurde im Februar und März 2026 von

forsa durchgeführt und beleuchtet den aktuellen Vorbereitungsstand der Banken

vor Veröffentlichung der RIS. Dieser erste Teil bildet die Basis für den neuen,

fortlaufenden RIS-Readiness-Index der PPI.

Interessierte Finanzinstitute können die Studie hier (https://www.ppi-group.eu/d

e/banken/regulatorik-compliance/wertpapier-compliance/mifid-kernthemen/studie-re

tail-investment-strategy.html?utm_source=finanz-szene&utm_medium=pressemeldung&u

tm_campaign=mifid-studie-2026&utm_id=114&utm_term=ppi_presse) herunterladen.

Über die Retail Investment Strategy (RIS)

Die Retail Investment Strategy ist eine neue, europaweite Finanzmarktrichtlinie,

mit dem die Europäische Union den Kapitalmarktzugang sowie den Anlegerschutz von

Retail-Investoren stärken will. Die RIS-Vorgaben betreffen die gesamte

Wertschöpfungskette von Finanzinstituten und bewirken Änderungen in mehreren

zentralen EU-Rechtsakten: MiFID II, OGAW, AIFMD, PRIIPs, IDD. Inhaltliche

Schwerpunkte sind die Einführung eines neuen Preisbildungsverfahrens ("Value for

Money") sowie Nachschärfungen bei Zuwendungen ("Provisionen") und

Marketingregelungen (v.a. zu "Finfluencern"). Die Veröffentlichung der finalen

Rechtstexte wird im Laufe von 2026 erwartet. Die neuen Regelungen treten 30

Monate nach Publikation in Kraft. Sie gelten sowohl für Hersteller als auch

Vertreiber von Anlageprodukten.

- Ende -

Die PPI AG

Die PPI AG ist seit über 40 Jahren als Beratungs- und Softwarehaus erfolgreich

für Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister tätig. Als stabil wachsende

Aktiengesellschaft in Familienbesitz verknüpfen wir Fach- und

Technologie-Know-how, um Projekte kompetent und unkompliziert umzusetzen. Im

Zahlungsverkehr nehmen wir in Europa mit unseren Standardprodukten eine

marktführende Stellung ein. Rund 900 Mitarbeiter konzentrieren sich dabei ganz

auf den Erfolg unserer Kunden.

Pressekontakt:

PPI AG

Geerd Lukaßen, Pressesprecher

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