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Nagarro vor Übernahme? Aktie steigt um 90% - Persistent will IT-Dienstleister für eine Milliarde Euro kaufen

29.06.26 17:58 Uhr

Persistent Systems will Nagarro für eine Milliarde Euro schlucken - Aktie +90 Prozent | finanzen.net

Der IT-Dienstleister Nagarro steht vor einer Übernahme durch den indischen Konzern Persistent.

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Der Technologiedienstleister aus Indien bietet 81 Euro je Nagarro-Aktie, wie die beiden Unternehmen in der Nacht auf Samstag in München mitteilten. Das ist etwa doppelt so viel wie die Nagarro-Aktie zum Xetra-Schluss am Freitag gekostet hatte. Mit dem Angebotspreis wird das Nagarro-Aktienkapital mit etwas mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Persistent Systems kam zuletzt auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet gut sieben Milliarden Euro. Am Aktienmarkt kam das Gebot von Persistent gut an: Die Nagarro-Aktie legte im Montagshandel deutlich zu. Zuletzt zog der Anteilsschein um rund 92 Prozent auf 77,55 Euro an.

Persistent will mindestens die Hälfte der Anteile erwerben. Rund 20 Prozent der Anteile hat sich das indische Unternehmen von der Gründerfamilie gesichert und damit bereits einen großen Schritt in Richtung der 50 Prozent geschafft. "Auch Mitglieder des Vorstands beabsichtigen, ihre privat gehaltenen Aktienpakete in das Angebot einzuliefern", hieß es in der Mitteilung.

Für Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies ist Persistent als Bieter für den IT-Dienstleister "wie geschaffen". Die Inder schlössen mit dem Kauf eine Portfolio-Lücke in Europa. Der Experte sieht durch einen Zusammenschluss auch Synergien durch Cross-Selling gemeinsamer Produkte. Derweil rät Yannik Siering vom Analysehaus Warburg Research Nagarro-Aktionären, ihre Aktien Persistent Systems anzudienen. Das Angebot von 81 Euro sei fair nach einer längeren Schwächephase der Aktien. Ein höheres Gebot eines anderen Bieters sei unwahrscheinlich wegen der schon von den Indern gesicherten Anteile.

Der Kurs von Nagarro hatte in den vergangenen Jahren unter anderem wegen Bilanzierungsproblemen und eines stagnierenden beziehungsweise sinkenden operativen Gewinns stark unter Druck gestanden.

Seit einem Zwischenhoch von etwas mehr als 80 Euro im Dezember 2025 war die Aktie bis auf das Rekordtief von 32,50 Euro am Mittwoch vergangener Woche abgesackt. Am Freitag zog der Kurs dann im Laufe des Nachmittags kräftig an und schloss mit einem Plus von knapp 20 Prozent bei 40,44 Euro. Nagarro ist seit Dezember 2020 an der Börse notiert, nachdem das Unternehmen von Allgeier abgespalten wurde. Der erste Kurs der Nagarro-Aktie hatte bei 69 Euro gelegen. In den ersten Monaten ging es stetig nach oben. Bevor der Absturz einsetzte, war die Aktie zeitweise mehr als 200 Euro wert.

Nagarro hat nach eigenen Angaben rund 18.000 Mitarbeitende und ist in 38 Ländern aktiv. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen den Umsatz leicht auf knapp eine Milliarde Euro steigern. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging dagegen etwas zurück.

Nagarro-Aktie springt deutlich an

Die Aktien von Nagarro sind am Montag nach einem Übernahmeangebot aus Indien mit 77,80 Euro auf den höchsten Stand seit Dezember nach oben geschossen. Zum Handelsschluss ging es für die Nagarro-Aktie via XETRA um 87,69 Prozent auf 75,90 Euro nach oben. Bereits am Freitag schien die Kaufofferte von 81 Euro je Aktie am Markt durchgesickert zu sein, denn für die Nagarro-Papiere war es im späten Handel um bis zu rund 24 Prozent nach oben gegangen.

Der indische Technologiekonzern Persistent bietet 81 Euro je Nagarro-Aktie und will mindestens die Hälfte der Anteile erwerben, wie beide Unternehmen in der Nacht auf Samstag mitteilten. Damit wird Nagarro mit etwas mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Rund 20 Prozent der Anteile hat sich Persistent bereits von der Nagarro-Gründerfamilie gesichert. "Auch Mitglieder des Vorstands beabsichtigen, ihre privat gehaltenen Aktienpakete in das Angebot einzuliefern", hieß es in der Mitteilung.

Bei den Analysten kam die Nachricht laut ersten Reaktionen sehr gut an: Das Kaufgebot bestätige seine Einschätzung, dass Nagarro deutlich unterbewertet gewesen sei, betonte Analyst Alexander Zienkowicz von MWB Research. Die Transaktion markiere eine klare Abkehr von Nagarros bisheriger Ausrichtung als "öffentliches Unternehmen". Im Januar 2025 habe Nagarro frühere Gespräche über eine Privatisierung beendet und sich dazu verpflichtet, als unabhängiges börsennotiertes Unternehmen den Shareholder Value zu maximieren.

Das Angebot von 81 Euro sei nach einer längeren Kursschwäche fair, bemerkte Yannik Siering vom Analysehaus Warburg Research. Der Experte rät den Anlegern, die Offerte anzunehmen, da ein höheres Gebot eines anderen Bieters wegen der bereits von den Indern gesicherten Anteile unwahrscheinlich sei.

Als Bieter für den IT-Dienstleister scheine Persistent "wie geschaffen zu sein", lobte Martin Comtesse von der Investmentbank Jefferies. Die Inder schlössen mit dem Zukauf eine Portfolio-Lücke in Europa. Der Experte sieht durch einen Zusammenschluss auch Synergien durch den gegenseitigen Verkauf gemeinsamer Produkte.

Der Kurs von Nagarro hatte in den vergangenen Jahren unter anderem wegen Bilanzierungsproblemen und eines stagnierenden beziehungsweise sinkenden operativen Gewinns stark unter Druck gestanden. Seit einem Zwischenhoch von etwas mehr als 80 Euro im Dezember 2025 war es bis auf das Rekordtief von 32,50 Euro am Mittwoch vergangener Woche abgesackt. Bevor der Absturz einsetzte, war die Aktie allerdings zeitweise 212 Euro wert. Nagarro ist seit Dezember 2020 an der Börse notiert, nachdem das Unternehmen von Allgeier abgespalten wurde.

/zb

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: nagarro

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