Personalberaterin: Es gibt genug Frauen für Vorstandsposten


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Umsetzung der Frauenquote in der Chefetage großer Unternehmen wird nach Einschätzung von Personalberatern nicht am Mangel qualifizierter Managerinnen scheitern. "Wir wissen, dass eine ausreichende Zahl hoch qualifizierter Frauen für Vorstandsposten vorhanden ist", sagte Simone Siebeke vom Beratungsunternehmen Spencer Stuart für die Vermittlung von Führungskräften. "Es geht um gerade einmal 30 Posten bei Neubesetzungen im Vorstand."

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Das Bundeskabinett hatte einen Gesetzentwurf zur Erhöhung des Frauenanteils in den Chefetagen großer Unternehmen auf den Weg gebracht. Demnach muss in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern künftig mindestens eine Frau sitzen. Bei Firmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes soll generell bereits bei mehr als zwei Mitgliedern in der Geschäftsführung mindestens eine Frau sein. Arbeitgeber hatten in der Vergangenheit beklagt, dass die Besetzung der Topposten teilweise an einem Mangel an Kandidatinnen scheitere.

Nach Einschätzung Siebekes liegt es nicht daran, "dass Frauen nicht wollen oder können". In der Vergangenheit hätten Unternehmen häufig auf eine gewisse Gleichheit von Managementteams gesetzt. "In dem komplexen globalen Wirtschaftsleben braucht es inzwischen mehr sich ergänzende Kompetenzen", argumentierte die Beraterin. "Es muss mehr Fokus darauf gelegt werden, qualifizierte Frauen zu finden. Dazu braucht es Offenheit und Bereitschaft der Entscheider." Im Vergleich zu vielen anderen Ländern hinke Deutschland bei der Besetzung von Vorstandsposten mit Managerinnen hinterher.

Siebeke verwies auf den Erfolg der Frauenquote in Aufsichtsräten. Nach dem seit Mai 2015 geltenden Gesetz müssen Firmen ab einer bestimmten Größe - in der Regel ab 2000 Beschäftigten - frei werdende Posten in dem Kontrollgremium mit Frauen neubesetzen, bis mindestens ein Anteil von 30 Prozent erreicht ist. Mittlerweile liege die Quote bei 35 Prozent, sagte die Beraterin.

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In den Vorständen börsennotierter Unternehmen kommen Frauen einer Studie zufolge bislang nur in kleinen Schritten voran. Die Zahl weiblicher Mitglieder in den Führungsgremien der 160 Unternehmen der Dax (DAX 30)-Familie stieg nach Daten des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY im zweiten Halbjahr 2020 zwar auf einen Höchststand. Doch nach wie vor dominieren Männer die Topetagen. Von insgesamt 681 Mitgliedern der Führungsgremien sind demnach 78 weiblich (Stand: 1.1.2021). Das sind acht mehr als vor einem Jahr.

Der Anteil weiblicher Vorstände stieg auf 11,5 Prozent. Am höchsten ist er in der obersten deutschen Börsenliga, dem Dax, mit 15,7 Prozent. Im MDAX machen Frauen 11,2 Prozent der Vorstände aus und im SDAX nur 8,6 Prozent. In 60 Prozent der Führungsgremien der untersuchten 160 Unternehmen sitzt nach wie vor keine einzige Managerin. "Man kann zur derzeit im Gesetzesverfahren befindlichen Quote stehen wie man will - aber wir können davon ausgehen, dass sie den Anteil von Frauen im Vorstand in kurzer Zeit signifikant steigern wird", sagte der Experte Markus Heinen vom Beratungsunternehmen EY./mar/DP/zb

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