Intel-Aktie: Analyst sieht Preisspielraum ohne Nachfrageeinbußen
Trotz höherer Preise für die Prozessoren Core Ultra und Xeon sieht ein US-Analyst bei Intel kaum Risiko für die Nachfrage.
Werte in diesem Artikel
- Intel erhöht die Preise für Core Ultra und Xeon
- Wedbush sieht wegen CPU-Engpässen Preisspielraum ohne Nachfrageverlust
- Offen bleibt, ob auch OEM-Preise für Großkunden mitziehen
Intel hat laut Borncity am 6. Juli 2026 offiziell Preiserhöhungen für mehrere Prozessoren im Consumer- und Servergeschäft bestätigt. Ein Wall-Street-Analyst sieht darin für den Chipkonzern kaum ein Risiko: Wedbush-Analyst Matt Bryson geht davon aus, dass Intel die Preise weiter anheben könnte, ohne dass die Nachfrage darunter leiden würde.
Nachdem die Intel-Aktie am Mittwwoch mit einem kleinen Minus von 0,14 Prozent bei 110,24 US-Dollar aus dem NASDAQ-Handel ging, gewinnt sie am Donnerstag vorbörslich zeitweise 3,41 Prozent auf 114,00 US-Dollar hinzu.
Preiserhöhungen bei Core Ultra und Xeon bestätigt
Betroffen von den Preiserhöhungen sind sowohl Endkunden- als auch Unternehmensprodukte. Bei den Modellen Core Ultra 7 270K Plus und 250K Plus steigen die Preise um 30 bis 50 Euro, ein Aufschlag von rund 15 bis 16 Prozent gegenüber dem bisherigen Niveau. Deutlicher fällt die Anhebung im Servermarkt aus: Der 128 Kern Prozessor Xeon 6980P kostet künftig 13.000 Euro statt zuvor 11.600 Euro, ein Plus von gut 12 Prozent. Medienberichten zufolge hat Intel die Listenpreise für Xeon und Core Ultra Prozessoren bereits zum Start des dritten Quartals angehoben.
Wedbush: Preisspielraum ohne Nachfrageeinbußen
Wedbush-Analyst Bryson begründet seine Einschätzung laut Seeking Alpha mit anhaltenden Engpässen, die vor allem Server-Prozessoren betreffen. Vor diesem Hintergrund sieht er für Intel Spielraum, die Preise anzuheben, ohne dass dies die Nachfrage bremst. Für Anleger interessanter ist laut Bryson allerdings eine andere Frage: Ob sich die höheren Listenpreise auch in den Preisen niederschlagen, die Großkunden und Auftragsfertiger tatsächlich zahlen, oder ob Intel lediglich die Distributions- und Einzelhandelspreise anhebt. Dieses Geschäft macht nach seiner Einschätzung nur einen deutlich kleineren Teil des Konzernumsatzes aus als die Vereinbarungen mit großen Abnehmern.
Intel äußert sich bislang nicht
Auf eine Seeking Alpha-Anfrage reagierte der Konzern aus Santa Clara nicht unmittelbar. Die Preiserhöhung bei Intel reiht sich zudem in eine branchenweite Entwicklung ein: Auch bei Arbeitsspeicher und Solid State Drives sind die Preise zuletzt kräftig gestiegen, getrieben von der Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz. Ob sich dieser Trend auch bei Prozessoren fortsetzt, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten der Hersteller zeigen.
Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger liegt der Kern der Geschichte weniger in der Preiserhöhung selbst als in der Frage, ob sie sich in der Marge niederschlägt. Gelingt es Intel, höhere Listenpreise auch bei Großkunden durchzusetzen, würde das für Preissetzungsmacht in einem eigentlich margenschwachen Geschäft sprechen. Zeigt sich dagegen, dass nur der kleinere Distributions- und Einzelhandelsanteil betroffen ist, wäre der Effekt auf die Konzernzahlen begrenzt. Ein konkreter Beobachtungspunkt ist daher der nächste Quartalsbericht: Kommentare des Managements zur Preisentwicklung im Servergeschäft und zur Bruttomarge dürften zeigen, ob sich Brysons Einschätzung bestätigt.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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