Preisrutsch und hohe Kosten belasten Bauern


BERLIN (dpa-AFX) - Den Bauern machen hohe Kosten und gesunkene Preise für viele wichtige Produkte zu schaffen. "Wenn wir keine Preiserholungen in unseren Märkten bekommen, dann wird die Landwirtschaft in eine echte Liquiditätskrise hineinlaufen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur vor dem Deutschen Bauerntag an diesem Mittwoch und Donnerstag in Freiburg.

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Die Preissituation sei aktuell für alle Getreidearten miserabel, bis auf Raps. "Manche Landwirte haben schon die Düngung reduziert, einfach um Kosten zu sparen", sagte Rukwied. Sie würden bei der nahenden Ernte so möglicherweise keinen Qualitätsweizen mehr erreichen, sondern nur noch Futterweizen.

Schweinefleisch und Milch unter Druck

Preisdruck gebe es auch in anderen Sektoren. "Bei Schweinefleisch sind wir jetzt bei 1,50 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht", sagte Rukwied. "Vor nicht langer Zeit waren es deutlich über 2 Euro." Da lege nun jeder Schweinehalter letztendlich Geld drauf. Auch die Milchpreise seien nicht zufriedenstellend.

Zugleich lägen die Preise für Stickstoffdünger aktuell um etwa 30 Prozent höher als vor einem Jahr. Beim Obst- und Gemüseanbau komme der zu Jahresbeginn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegene Mindestlohn dazu.

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Nachfrage-Belebung durch Weltmeisterschaft?

"Es gab zuletzt weltweit gute Ernten, das drückt auf die Preise", erläuterte der Bauernpräsident. Dazu komme ein zurückhaltenderer Konsum, wenn Menschen weniger Geld zur Verfügung haben. "Nach der Inflation der vergangenen Jahre wird kostenorientierter eingekauft, teils auch weniger konsumiert. Da brauchen wir wieder ein neues Gleichgewicht." Eine Belebung für die Nachfrage durch die Fußball-WM sei bisher leider nicht zu sehen. "Vielleicht kommt sie noch."/sam/DP/zb

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