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KI-Aktien vor dem Härtetest: Alphabet, Tesla und Intel entscheiden über den nächsten KI-Boom


KI-Aktien vor dem Härtetest: Alphabet, Tesla und Intel entscheiden über den nächsten KI-Boom

Nach einer monatelangen Rally rund um Künstliche Intelligenz wird der Markt wählerischer. Die Berichtssaison soll zeigen, ob der KI-Handel weiterhin trägt oder an seine Grenzen stößt.

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• Anleger unterscheiden zunehmend zwischen KI-Gewinnern und -Verlierern
• Kapitalausgaben für KI-Infrastruktur erreichen Rekordniveaus
• Ölpreis und Fed-Politik treten als zusätzliche Unsicherheitsfaktoren hinzu

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Der KI-Handel verändert sich

Der KI-Handel hat seinen Status als Selbstläufer verloren. Tony Wang, Portfoliomanager bei T. Rowe Price, beschreibt die veränderte Stimmung YahooFinance zufolge so, dass der Markt zunehmend wählerisch werde und genauer hinschaue. Statt sich allein an Ankündigungen neuer Rechenzentren oder Chip-Deals zu orientieren, richten Portfoliomanager den Blick jetzt gezielt auf Margen, Umsatzwachstum und freien Cashflow der beteiligten Unternehmen, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Diese Verschiebung fällt in eine Phase, in der die Ausgaben der Hyperscaler für KI-Infrastruktur historische Dimensionen erreicht haben. Nach Berechnungen der UBS stiegen die Investitionsausgaben der großen Cloud-Anbieter in diesem Jahr um 76 Prozent auf 673 Milliarden Dollar, wie Reuters berichtet. Die Bank erwartet jedoch, dass sich dieses Tempo deutlich abschwächt: Für 2027 rechnet UBS nur noch mit einem Plus von 25 Prozent, für 2028 sogar mit lediglich 6 Prozent Wachstum bei den Investitionsausgaben.

Neue Maßstäbe für den KI-Boom

Die neue Zurückhaltung speist sich aus konkreten Sorgen um die Finanzierung der KI-Expansion. Die UBS weist in "Daily House View" Mitte Juni darauf hin, dass Bedenken hinsichtlich freiem Cashflow, Verwässerung der Aktionärsanteile und Kapitalrendite berechtigt seien und beobachtet werden müssten, besonders bei Unternehmen, die auf externe Finanzierung angewiesen sind. Gleichzeitig stuft die Bank diese Sorgen eher als Faktor für die Einzeltitelauswahl ein als Bedrohung für den gesamten Investitionszyklus.

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Konkret empfiehlt die UBS Anlegern, sich auf jene Bereiche der KI-Wertschöpfungskette zu konzentrieren, in denen der Zusammenhang zwischen laufenden Ausgaben und Geschäftserfolg am klarsten erkennbar ist. Dazu zählt die Bank vor allem Halbleiter, Infrastruktur, Speicherlösungen, Optik-Komponenten und Ausrüstung für die Chipfertigung, während sie bei stärker spekulativen Geschäftsmodellen zur Vorsicht rät.

Ein Beispiel für diese Nervosität lieferte Oracle bereits im Juni: Nachdem der Softwarekonzern eine über den Erwartungen liegende Prognose für seine KI-Investitionsausgaben vorgelegt hatte, die teilweise über Aktienausgabe finanziert werden soll, verlor die Aktie über Nacht 8,5 Prozent an Wert. Solche Reaktionen würden der UBS zufolge belegen, dass der Markt Ausgabendisziplin und Finanzierungsstruktur mittlerweile genauso genau prüft wie die reinen Wachstumszahlen.

Die Berichtssaison als nächster Katalysator für den KI-Trade

Als entscheidender Testlauf gilt nach Einschätzung von TechTimes die Berichtswoche um Alphabet, Tesla und Intel, die am 22. und 23. Juli ihre Quartalsergebnisse vorlegten.

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Die tatsächlichen Resultate fielen gemischt aus. Alphabet übertraf die Erwartungen deutlich: Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar, während Google Cloud um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar zulegte, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Gleichzeitig verdoppelte sich das Investitionsvolumen nahezu von 22,4 auf 44,9 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahresquartal. Tesla dagegen verfehlte die Gewinnerwartungen: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,33 Dollar gegenüber einer Prognose von 0,51 Dollar, während der freie Cashflow im zweiten Quartal mit minus 1,1 Milliarden Dollar negativ ausfiel, da die Investitionsausgaben für KI und das Robotaxi-Geschäft stark anstiegen.

Welche Kennzahlen jetzt über den KI-Boom entscheiden

Der Fall Tesla verdeutlicht, worauf Investoren inzwischen besonders achten. Konzernchef Elon Musk plant, in 2026 mehr als 25 Milliarden Dollar zu investieren, fast das Dreifache der 8,53 Milliarden Dollar aus dem Vorjahr, mit Fokus auf autonomes Fahren und Robotik statt auf das klassische Autogeschäft. Solche Summen erzeugen Druck, weil sie kurzfristig auf Marge und Cashflow drücken, ohne dass der Umsatzeffekt sofort sichtbar wird.

Bei Alphabet zeigte sich hingegen, wie hohe Investitionen mit sichtbarem Wachstum verbunden werden können. Konzernchef Sundar Pichai erklärte in seinem offiziellen Statement zum Quartalsbericht auf dem Google-Unternehmensblog, dass die KI-Investitionen neu definierten, was in allen Unternehmensbereichen möglich sei. Die Differenz zwischen beiden Fällen macht deutlich, dass nicht die Höhe der Ausgaben allein zählt, sondern ob sich daraus in absehbarer Zeit messbares Umsatzwachstum ableiten lässt.

Rückschläge und Warnsignale im laufenden KI-Handel

Bereits vor der jüngsten Berichtswoche hatte der Sektor Nervosität gezeigt. Ein branchenweiter Ausverkauf bei Halbleiter- und KI-Werten am 17. Juli führte zu einer Marktstimmung, in der laut einem Bericht des Newsletters "The Daily Alpha" die Toleranz für Ausgaben ohne erkennbaren Ertrag gering geworden sei. Analysten hätten in dieser Phase stärker auf die Vorgaben zu künftigen Investitionen geachtet als auf die reinen Gewinnzahlen.

Auch Intel geriet unter Druck: Die Aktie verlor in der Woche vor der Berichterstattung rund 13 Prozent, während der Konsens für den Umsatz bei 14,39 Milliarden Dollar lag. Solche Kursbewegungen im Vorfeld zeigen, dass die Verunsicherung nicht erst mit den Quartalsergebnissen selbst begann, sondern bereits in den Wochen davor an Kraft gewann.

Paul Schütte, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Below the Sky / Shutterstock.com

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07.08.26 Tesla Hold Jefferies & Company Inc.
07.08.26 Tesla Neutral UBS AG
03.08.26 Tesla Outperform RBC Capital Markets
28.07.26 Tesla Outperform RBC Capital Markets
28.07.26 Tesla Buy Deutsche Bank AG