Kurs-Rally bei Almonty Industries-Aktie: Wie der Wolfram-Spezialist die Börse überzeugt
Am Dienstag legte die Almonty Industries-Aktie deutlich zu, während Rückkaufprogramm, Rekordzahlen und ein frisches Analystenvotum für Gesprächsstoff sorgen.
Werte in diesem Artikel
- Aktienrückkaufprogramm signalisiert Vertrauen in den eigenen Unternehmenswert
- Wall Street entdeckt den Wolfram-Lieferanten für sich
- Sangdong-Mine rückt vom Entwicklungsprojekt in den operativen Fokus
Almonty Industries-Aktie im Rally-Modus
Die Almonty Industries-Aktie, ein auf Wolfram spezialisierter Rohstoffproduzent, hat am Dienstag an der NASDAQ kräftig zugelegt, sie schoss rund 8,8 Prozent nach oben und schloss den Handelstag bei 19,12 US-Dollar ab. In den vergangenen drei Monaten legte das Papier um 24,97 Prozent zu, seit Jahresbeginn liegt der Zuwachs sogar bei 117,03 Prozent. Anleger reagierten mit der Rally auf eine Kombination aus dem laufenden Aktienrückkaufprogramm, starken Quartalszahlen und einem frischen Kaufrating von Jefferies. Im Handel am Mittwoch gab die Aktie an der NASDAQ jedoch schließlich wieder 4,13 Prozent auf 18,33 US-Dollar ab.
Rückkauf als Vertrauensbeweis für Almonty
Den Rahmen für die Rally setzte ein neues Aktienrückkaufprogramm, das Almonty Mitte August verkündete: Bis zu 14,4 Millionen Stammaktien, umgerechnet rund fünf Prozent der ausstehenden Anteile, kann das Unternehmen bis zum 24. August 2029 für insgesamt bis zu 300 Millionen US-Dollar zurückkaufen. CEO Lewis Black begründete den Schritt damit, dass der Aktienkurs den zugrunde liegenden Wert des Unternehmens nicht widerspiegle, da Almonty eines der größten und hochwertigsten Wolframvorkommen außerhalb Chinas kontrolliere, während westliche Regierungen und Rüstungshersteller ihre Lieferketten auf nicht-chinesische Quellen umstellten.
Rückenwind kam Anfang September auch von Jefferies: Analyst Laurence Alexander nahm die Bewertung mit Buy und einem Kursziel von 26,25 US-Dollar auf und verwies auf die kommerzielle Phase-I-Produktion, die den entscheidenden Bewährungspunkt für das Unternehmen darstelle. Das Aufwärtspotenzial hänge von einem sauberen Hochlauf der Sangdong-Mine, dem Zeitplan für Phase II und anhaltenden Preisaufschlägen im westlichen Markt ab, wie investing.com berichtet.
Rekordzahlen und Milliarden-Kasse
Auch die Geschäftszahlen lieferten in den vergangenen Wochen Rückenwind: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, das Betriebsergebnis im Bergbau kletterte auf 26,1 Millionen kanadische Dollar und das bereinigte EBITDA auf 17,6 Millionen kanadische Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,80 Millionen kanadischen Dollar nach einem Nettoverlust von 58,21 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahresquartal. Das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 0,62 kanadischen Dollar. Getrieben wurde der Sprung auch vom europäischen APT-Preis, der auf durchschnittlich 3.075 US-Dollar pro MTU kletterte, verglichen mit 453 US-Dollar pro MTU ein Jahr zuvor.
Zum 30. Juni 2026 verfügte Almonty über eine Barreserve von 1,2 Milliarden kanadischen Dollar, nach 268,40 Millionen kanadischen Dollar zum 31. Dezember 2025. Möglich wurde der Sprung durch eine überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar mit einem Zins von 2,25 Prozent und Fälligkeit im Jahr 2031, die im Juni 2026 platziert wurde.
Sangdong und das Wolfram-Defizit
Operativ rückt die Sangdong-Mine in Südkorea in den Fokus: Anfang Juli nahm Almonty dort die Verarbeitung auf und begann, gelagertes Roherz zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat zu verarbeiten, der Übergang von der Entwicklungsphase in den umsatzgenerierenden Betrieb war damit vollzogen. Bei voller Auslastung soll die Anlage eine Durchsatzkapazität von rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr erreichen, eine bereits genehmigte Phase-II-Erweiterung sieht bis zu 1,2 Millionen Tonnen vor. Der globale Wolframmarkt gilt als eng und stark auf China konzentriert, das 2025 rund 80 Prozent des Angebots stellte, was die Lieferketten in Zeiten geopolitischer Spannungen anfällig macht.
Almonty untermauerte die Nachfrageseite Mitte Juli mit einer erweiterten Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders: Die Vertragslaufzeit verlängerte sich um sechs Jahre, die Mengen stiegen um 40 Prozent und die Preise um rund 6,3 Prozent. Die vertraglich gebundenen Jahreseinnahmen erhöhten sich bei aktuellen APT-Preisen auf 490 Millionen US-Dollar.
Evelyn Schmal, Martina Köhler, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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