ROUNDUP: Delivery Hero wird bei Gewinnziel etwas optimistischer - Aktie steigt


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BERLIN (dpa-AFX) - Der Essenslieferdienst Delivery Hero ist mit Zuwächsen ins neue Jahr gestartet. Die Jahresziele bestätigte der Konzern im Großen und Ganzen, wurde aber einen Tick optimistischer. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zeigt sich das im MDAX gelistete Unternehmen nun aber etwas zuversichtlicher und rechnet mit der Erreichung der oberen Hälfte der ausgegebenen Spanne von 910 bis 960 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden hier 903 Millionen Euro verbucht. Bei den Anlegern kam das am Donnerstag gut an.

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An der Börse legte die Aktie am Mittag rund fünf Prozent auf etwas mehr als 20 Euro zu und notierte damit an der Spitze im MDAX der mittelgroßen Werte. Im bisherigen Jahresverlauf hat sie jedoch mehr als elf Prozent an Wert eingebüßt, in den vergangenen zwölf Monaten sogar fast ein Fünftel. Seit dem Rekordhoch von rund 145 Euro Anfang 2021 verlor die Aktie fast 90 Prozent.

In Zeiten der Corona-Pandemie war das Unternehmen zwischenzeitlich fast 30 Milliarden Euro wert und die Aktie war sogar zeitweise im Dax gelistet. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei rund sechs Milliarden Euro und Delivery Hero spielt wieder in der zweiten Börsenliga. Mit Kursen um die 20 Euro liegt der Kurs derzeit auch unter dem Ausgabepreis von 25,50 Euro beim Börsengang im Jahr 2017, aber auch 35 Prozent über dem Rekordtief im März dieses Jahres.

Für Analyst Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Bank RBC hat Delivery Hero die Erwartungen insbesondere mit dem sehr starken Bruttowarenwert (Gross Merchandise Value, GMV) übertroffen und zeige trotz des Nahostkonflikts eine starke Auftragsdynamik. Dazu komme die nach oben hin eingeengte Jahreszielspanne für das bereinigte operative Ergebnis.

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Auch Andrew Ross von der britischen Investmentbank Barclays attestiert dem Unternehmen ein solides erstes Quartal. Das nun erwartete operative Ergebnis am oberen Ende der Zielspanne wertet der Experte leicht positiv.

Im ersten Quartal erhöhte sich der Bruttowarenwert zu konstanten Wechselkursen um 7,6 Prozent auf rund 12,5 Milliarden Euro, wie Delivery Hero am Donnerstag in Berlin mitteilte. Auf vergleichbarer Basis (Like-for-like), bereinigt um Währungseffekte und ohne Berücksichtigung von Zu- oder Verkäufen sowie Geschäftsaufgaben, lag das Wachstum bei 8,8 Prozent. Analysten hatten hier laut einem vom Unternehmen bereitgestellten Konsens weniger auf dem Zettel.

Der bereinigte Gesamtumsatz aller Segmente kletterte um 17,3 Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Auf vergleichbarer Basis lag das Wachstum bei 17,8 Prozent. Rückenwind kam hierbei vom Ausbau des Quick-Commerce-Geschäfts, bei dem die Kunden ihre Bestellungen in kurzer Zeit bekommen. Auch trugen das Abonnement-Geschäft und die Erweiterung der eigenen Lieferlogistik zum Ergebnis bei.

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Für das laufende Jahr peilt das Management beim Bruttowarenwert bei konstanten Wechselkursen und auf vergleichbarer Basis einen Zuwachs um acht bis zehn Prozent an. Der Gesamtumsatz aller Segmente soll um 14 bis 16 Prozent zulegen. 2025 verbuchte der Konzern hier einen Bruttowarenwert von rund 49,2 Milliarden Euro. Der Segmentumsatz lag bei 14,8 Milliarden Euro.

Im März kündigte Delivery Hero den Verkauf seines Taiwan-Geschäfts an den Konzern Grab aus Singapur ohne Schulden und Barmittel für 600 Millionen US-Dollar (rund 514 Mio Euro) an. Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte vollzogen werden. Delivery Hero will den Verkaufserlös zur Schuldentilgung und für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.

Im Dezember hatte der Konzern mitgeteilt, den Verkauf von Unternehmensteilen zu prüfen. Dabei wollte Delivery Hero auch strategische Partnerschaften und Kapitalmarkttransaktionen für Ländergesellschaften ins Auge fassen. Zudem würden "wertsteigernde Maßnahmen zur Kapitalstruktur und Kapitalallokation" geprüft, hieß es damals.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Investoren das Management auf Verkäufe von Geschäftsfeldern drängen sollen. "Unsere Prüfung strategischer Optionen schreitet weiter voran", so Konzernchef und Mitgründer Niklas Östberg laut Mitteilung. Der Fokus liege dabei auf der Schärfung der Präsenz und der Erzielung eines hohen, profitablen Wachstums.

Mitte April hat der US-Fahrdienstleister Uber seine Beteiligung an Delivery Hero durch den Kauf eines Aktienpakets von Großaktionär Prosus aufgestockt. Uber hält nun laut Unternehmensangaben fünf bis zehn Prozent an dem Konzern.

Die niederländische Internet-Beteiligungsholding Prosus hatte sich im August 2025 bereiterklärt, ihre Beteiligung an Delivery Hero deutlich zu senken, um die Zustimmung der EU-Behörden für die Übernahme des Delivery-Hero-Rivalen Just Eat Takeaway (Just Eat Takeawaycom) zu erhalten. Das Unternehmen ist mit einer Beteiligung von 21,8 Prozent aber weiter größter Aktionär./err/niw/zb

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Datum Rating Analyst
10.09.26 Delivery Hero Neutral UBS AG
05.09.26 Delivery Hero Hold Jefferies & Company Inc.
03.09.26 Delivery Hero Outperform Bernstein Research
01.09.26 Delivery Hero Neutral UBS AG
28.08.26 Delivery Hero Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

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