ROUNDUP: Gerresheimer verzichtet auf Bill-and-Hold - Korrektur überschaubar


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DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Verpackungsspezialist Gerresheimer ändert im Zuge einer Prüfung durch die Finanzaufsicht Bafin seine Bilanzierungspraxis. Das Unternehmen werde im Konzernabschluss 2025 keine Umsätze aus neuen Bill-and-Hold-Vereinbarungen berücksichtigen und auch zukünftig auf diese Praxis verzichten, hieß es in einer am Montag verbreiteten Mitteilung. Anleger reagierten erleichtert, auch weil die notwendigen Korrekturen früherer Geschäftsjahre überschaubar sind.

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Bei Bill-and-Hold-Vereinbarungen stellt eine Firma Ware schon in Rechnung, obwohl sie diese bislang nicht an den Käufer übergeben hat - etwa weil dieser die Ware aus logistischen Gründen erst später haben möchte. Solche Vereinbarungen sind legal und nicht unüblich. Allerdings gelten recht strenge Vorschriften, wann genau eine Firma solche Geschäfte als Umsatz verbuchen darf. Es soll nicht geschehen, dass eine Firma ihre Jahreszahlen mit vorgezogenen Buchungen aufbläht und sich dadurch in besserer Verfassung zeigt, als sie es tatsächlich ist.

Die Bafin sah bei Gerresheimer im September bei einigen Verträgen konkrete Anhaltspunkte, dass der jeweilige Umsatz schon im Geschäftsjahr 2024 erfasst worden sei, obwohl die Verfügungsgewalt nicht an den Kunden übergegangen sei. Dadurch könnte der Umsatz im Konzernabschluss 2024 zu hoch gewesen sein, argwöhnte die Bafin. Das Unternehmen teilte Ende Oktober mit, dass einer Untersuchung einer von ihm beauftragten Kanzlei tatsächlich Kritikpunkte gefunden habe. Dieser zufolge hätte ein Drei-Millionen-Euro-Umsatz wahrscheinlich nicht schon im Geschäftsjahr 2024 verbucht werden dürfen. Zuvor war die Firma davon ausgegangen, dass alles mit rechten Dingen zugegangen war. Daher sollte die Kanzlei auch den Rest der Bill-and-Hold-Buchungen überprüfen.

Nun kündigte Gerresheimer an, alle derartigen im Konzernabschluss 2024 verbuchten Umsätze von 28 Millionen Euro zu korrigieren. Diese werden stattdessen 2025 erfasst. 10 Millionen Euro, die ursprünglich 2023 verbucht wurden, sollen jetzt 2024 berücksichtigt werden. Durch die Korrekturen sinkt der berichtete Umsatz 2024 um 1 Prozent auf 2,036 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fällt ebenfalls um 1 Prozent auf 419,4 Millionen Euro./he/jsl/la

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Datum Rating Analyst
09.09.26 Gerresheimer Overweight JP Morgan Chase & Co.
03.09.26 Gerresheimer Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
01.09.26 Gerresheimer Hold Deutsche Bank AG
28.08.26 Gerresheimer Overweight JP Morgan Chase & Co.
27.08.26 Gerresheimer Neutral UBS AG

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