ROUNDUP: Hafenarbeiter bestreiken sechs deutsche Seehäfen


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HAMBURG/BREMERHAVEN (dpa-AFX) - In deutschen Seehäfen haben bis zu 24-stündige Warnstreiks von Hafenarbeitern begonnen. Die Warnstreiks betreffen die drei nach Umschlag wichtigsten deutschen Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven sowie die Häfen Bremen, Emden und Brake. Umschlagsunternehmen berichten der Deutschen Presse-Agentur, dass der Warenumschlag eingeschränkt oder teils zum Erliegen gekommen ist.

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An einer Kundgebung am Hamburger Containerterminal Burchardkai beteiligen sich rund 2.100 Hafenarbeiter, wie eine Sprecherin von Verdi in Hamburg sagte.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sagte, die Warnstreiks in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven dauerten seit Montagabend an. "Die anderen (Emden, Brake, Bremen) sind heute Morgen eingestiegen." Die Warnstreiks sollen alle am Abend enden.

Warnstreiks treffen Umschlagsbetriebe

Der Bremer Hafenlogistiker Eurogate, der Containerterminals in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven betreibt, teilte mit, die Arbeit an den Terminals sei wegen der Warnstreiks weitgehend eingestellt. "Notbesatzungen nehmen zwar vereinzelt Containerbewegungen auf dem Yard vor, aber Schiffsabfertigungen sind aktuell nicht möglich."

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Drei der vier Containerterminals in Deutschlands größtem Hafen Hamburg betreibt der öffentlich-private Hafenlogistiker HHLA. Ein Sprecher der Hamburger Hafen und Logistik AG sagte, am Containerterminal Burchardkai sei die Abfertigung eingeschränkt. Verzögerungen seien die Folge. "An den Terminals CTA und CTT sehen wir keine Beeinträchtigungen."

Ein Sprecher des Hafenumschlagsunternehmens J. Müller Weser, das in Brake und Bremen tätig ist, teilte mit, mit Verdi sei eine Notdienstvereinbarung geschlossen worden. Diese stelle eine Grundbesetzung sicher. "Gleichwohl trifft uns der Streik massiv. Schiffsabfertigungen sind zum Erliegen gekommen."

Der Sprecher von J. Müller Weser sagte, der Weitertransport werde dadurch erschwert, dass Bahnstrecken ausgelastet seien. Derzeit führt der Rhein wenig Wasser, was dazu führt, dass Logistikunternehmen Binnenschiffe nur eingeschränkt nutzen können und Transporte auf die Schiene verlagern.

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Verdi lehnt Arbeitgeberangebot ab

Hintergrund des Warnstreiks sind Tarifverhandlungen zwischen Verdi aus Berlin und dem Arbeitgeberverband Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) aus Hamburg, die im Juli begannen. Verdi fordert für die rund 11.000 Beschäftigten 8,2 Prozent höhere Stundenlöhne bei einer Laufzeit von einem Jahr.

Der ZDS hat zwei Angebote vorgelegt. Das jüngste sieht unter anderem vor, dass die Stundenlöhne um 5,1 Prozent steigen. Der Vertrag soll 19 Monate laufen. Verdi lehnt das Angebot ab. In einer Befragung unter Hafenarbeitern habe die Mehrheit mitgeteilt, dass der Vorschlag nicht ausreiche.

ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger bedauert die Ablehnung des Angebots und hält die Warnstreiks für unverhältnismäßig. Sie beeinträchtigten die Zuverlässigkeit der Seehäfen und setzten Lieferketten von Industrie und Handel weiter unter Druck, sagte Keisinger. Es könne Auswirkungen auf Importe und Exporte geben. Die globalen Lieferketten seien bereits angespannt./lkm/DP/stk

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