ROUNDUP: Heidelberger Druck will wieder deutlich profitabler werden

10.06.26 10:06 Uhr

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HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen will wieder deutlich profitabler werden. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, soll sich die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 (bis Ende März) spürbar im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Dazu beitragen soll ein Sparprogramm, aber auch die Verlagerung eines Teils der Produktion ins günstigere Ausland. Wie bereits bekannt, war die operative Marge im vergangenen Geschäftsjahr von 7,1 auf 6,6 Prozent gesunken. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Aktie legte im frühen Handel deutlich zu.

Zum Start zog die im Kleinwerteindex SDAX notierte Aktie um bis zu 4,6 Prozent an. Zuletzt notierte das Papier noch um rund 1,3 Prozent höher bei 1,374 Euro. Allerdings hat der Anteilsschein im bisherigen Jahresverlauf um fast ein Drittel an Wert verloren. Binnen zwölf Monaten liegt das Minus bei etwas über zehn Prozent.

Der Umsatz soll im laufenden Geschäftsjahr nach Einschätzung des Managements um Konzernchef Jürgen Otto auf dem Vorjahresniveau verharren, nachdem dieser im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 2,29 Milliarden Euro gestiegen war. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Mai vorläufige Jahreszahlen vorgelegt, die nun bestätigt wurden.

Um die Kosten zu senken, verlagerte Heidelberger Druckmaschinen die Produktion der Speedmaster CX 104 vollständig nach China. Auch gründete das Unternehmen einen neuen Standort in Nordmazedonien, um künftig Kosten einzelner Produktgruppen zu reduzieren. Zudem läuft schon seit längerem ein Personalabbau in deutschen Standorten. Dies trage wesentlich zu niedrigeren Personalkosten sowie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bei, hieß es weiter.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatten gleich mehrere Faktoren auf die Profitabilität gedrückt. Neben vorgezogenen Aufwendungen "insbesondere aufgrund des erfolgreichen Starts im Bereich Verteidigung" bekam der Konzern eine nochmals deutlich abgeschwächte Investitionsbereitschaft unter anderem als Folge des Ende Februar begonnenen Iran-Kriegs zu spüren. Hinzugekommen war auch im vierten Quartal ein ungünstiger Produktmix sowie negative Währungseinflüsse.

Heidelberger Druck hat in Zeiten der Digitalisierung in seinem Kerngeschäft mit Druckmaschinen bereits seit längerem zu kämpfen. Der Konzern hat sich daher ein Standbein mit Ladeboxen für Elektrofahrzeuge aufgebaut und rückt nun in den Rüstungsbereich vor.

Im März hatte der Konzern dazu die Gründung eines Joint-Ventures mit dem US-amerikanisch-israelischen Verteidigungssystem-Hersteller Ondas Autonomous Systems verkündet. Das Gemeinschaftsunternehmen unter dem Namen Onberg entwickelt und betreibt autonome Systeme zur Drohnenabwehr.

Noch in dieser Woche soll auf der Messe ILA in Berlin, eine Absichtserklärung hinsichtlich einer potenziellen Zusammenarbeit mit einem ukrainischen Unternehmen im Drohnenumfeld veröffentlicht werden, hieß es weiter./mne/err/jha/

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