ROUNDUP/Moskauer Bürgermeister: Beispielloser Angriff am Wahltag


MOSKAU (dpa-AFX) - Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin hat der Ukraine am letzten Tag der russischen Parlamentswahl massive Störversuche mit Drohnen vorgeworfen. "Dieser beispiellose Angriff war offensichtlich darauf ausgerichtet, die Wahlen zu sabotieren. Dem Gegner ist dies jedoch nicht gelungen", schrieb Sobjanin auf der Plattform Telegram.

Werbung

Er sprach vom "massivsten Angriff feindlicher Drohnen auf Moskau". Ihm zufolge wehrte Russland seit dem Vortag 1.600 Drohnen ab, davon 450 beim Anflug auf die Hauptstadt. Allerdings hätten einige Drohnen das Gelände einer Ölraffinerie erreicht, eine davon sei in ein Wohnhaus gestürzt, Tote habe es aber nicht gegeben. Auch an allen vier Hauptstadtflughäfen gab es Einschränkungen wegen der Angriffe.

Im Moskauer Umland stieg die Zahl der Verletzten auf 20, wie Gouverneur Andrej Worobjow mitteilte. Zuvor hatte er bereits von mindestens zwei Toten infolge ukrainischer Angriffe gesprochen. Feuer seien an verschiedenen Orten ausgebrochen, mehrere Wohnhäuser beschädigt und Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht worden, schrieb er bei Telegram.

Ukraine bestätigt Angriffe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte Angriffe auf die Region Moskau. Eines der wichtigsten Unternehmen der russischen Ölindustrie und eine Logistikanlage seien getroffen worden, teilte er in den sozialen Medien mit. Er schrieb auch von einem Angriff auf ein Unternehmen in der Region Woronesch und forderte Russland auf, seinen Krieg zu beenden.

Werbung

Gouverneur Alexander Gussew schrieb von 43 abgewehrten Drohnen über dem Gebiet Woronesch. Zwei Menschen seien verletzt worden. Es gebe Schäden an Häusern und Autos.

Duma-Wahl geht zu Ende

Heute endet die dreitägige Wahl für das russische Parlament - die Staatsduma. Nach dem Ausschluss der Opposition gelten alle zehn Parteien auf dem Wahlzettel als kremlnah und unterstützen die 2022 von Präsident Wladimir Putin befohlene Invasion in die Ukraine. Wahlen in Russland stehen schon länger in der Kritik, weil sie als unfair und nicht demokratisch gelten. Unabhängige Wahlbeobachter meldeten bereits Manipulationsversuche und andere Regelverstöße.

Die Wahl wird trotz Protesten der Ukraine erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Die internationale Gemeinschaft sieht im Abhalten von Wahlen in besetzten Gebieten einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Auch auf der schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wird abgestimmt./ksr/DP/zb

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.