Strategy-Aktie: Saylor stellt Rückkäufe von Stammaktien hinter Cash-Reserven zurück
Strategy baut lieber Barmittel auf, statt eigene Stammaktien zurückzukaufen. Chairman Michael Saylor lässt aber eine Hintertür offen.
Werte in diesem Artikel
- Cash-Reserven, Vorzugsaktien-Programm und Kreditgeschäft gehen vor Rückkäufen
- Saylor schließt Rückkäufe bei starkem Abschlag zum Nettoinventarwert nicht aus
- Strategy stockte die Dollar-Reserve auf 4,80 Milliarden US-Dollar auf
Strategy-Chairman Michael Saylor hat Aktienrückkäufen von Stammaktien in einem Q&A am Montag eine klare Absage erteilt, zumindest vorerst. Stattdessen priorisiere das Unternehmen den Aufbau von Cash-Reserven, das Vorzugsaktien-Produkt STRC und das Kreditgeschäft. Ganz vom Tisch ist das Thema damit aber nicht: Bei einem sehr starken Abschlag zum Nettoinventarwert würde Strategy Rückkäufe erwägen.
Saylor: Rückkäufe nur als Ausnahme denkbar
Im Q&A am Montag stellte Saylor klar, dass Rückkäufe von Stammaktien vorerst nicht im Fokus stehen. Vorrang habe stattdessen der Aufbau größerer Cash-Bestände, was dem Unternehmen nach seinen Worten mehr Freiheit gebe, Bitcoin zu kaufen, MSTR- oder Vorzugsaktien zurückzukaufen oder Schulden zu tilgen. Zugleich betonte er, man müsse Bitcoin sowohl kaufen als auch verkaufen können.
Saylor riet Investoren zu einem Anlagehorizont von mindestens vier, idealerweise sieben bis zehn Jahren und sprach von schwierigen Jahren, auf die man vorbereitet sein müsse. Zukäufe profitabler operativer Geschäfte als zusätzliche Cash-Quelle schloss er aus, da dies Strategy komplizierter und für Investoren schwerer bewertbar machen würde. CEO Phong Le nannte als zentrale Lehre aus dem STRC-Kursrückgang die Notwendigkeit, genügend Cash für die STRC-Dividendenzahlungen vorzuhalten.
Strategy-Bilanz: Mehr Dollar, kein Bitcoin-Verkauf
Das Wochen-Filing vom 17. August zeigt die neue Prioritätensetzung in Zahlen: In der Woche zum 16. August verkaufte Strategy keine Bitcoin, der Bestand blieb bei 840.447 BTC. Stattdessen gab das Unternehmen über sein ATM-Programm rund 3,46 Millionen MSTR-Stammaktien für 333,7 Millionen US-Dollar aus. Davon flossen 132,2 Millionen Dollar in den Rückkauf von 1.388.720 STRC-Anteilen, 52,4 Millionen Dollar in STRC-Dividenden und rund 150 Millionen Dollar in die Dollar-Reserve, die damit auf 4,80 Milliarden US-Dollar stieg und rechnerisch 2,8 Jahre an Verpflichtungen abdeckt.
STRC soll laut Saylor nahe der Ausgabemarke von 100 US-Dollar gehalten werden: Oberhalb davon ist Strategy bereit, neue Anteile auszugeben, unterhalb stützt das Unternehmen den Kurs durch Rückkäufe. Sollte die Aktie mit einem sehr starken Abschlag zum Nettoinventarwert handeln, würde Strategy Rückkäufe von Stammaktien wahrscheinlich in Erwägung ziehen, so Saylor. Unter dem Rückkaufprogramm für Vorzugsaktien verbleiben noch 653 Millionen US-Dollar, unter jenem für MSTR-Stammaktien noch 1 Milliarde US-Dollar.
Bitcoin-Kurs als künftiger Kompass
Ergänzend erklärte Saylor, dass künftige Bitcoin-Kaufentscheidungen auch vom Abstand des Bitcoin-Kurses zu seinem 200-Wochen-Durchschnitt abhängen sollen. Liege der Kurs weit über diesem Durchschnitt, könne Strategy mehr des eingesammelten Cash zurückhalten, liege er nahe oder unter diesem Wert, könne dies ein Kaufsignal sein. CEO Phong Le hatte bereits am 10. August im Interview mit FOX Business angekündigt, die Bitcoin-Bestände noch im Jahresverlauf 2026 wieder aufstocken zu wollen, ohne einen konkreten Umfang oder Zeitpunkt zu nennen. Er verwies darauf, dass Strategy seit Jahresbeginn rund 175.000 Bitcoin gekauft und nur rund 7.000 BTC verkauft habe.
Strategy-Aktie im Fokus
Die Strategy-Aktie legte am Montag an der NASDAQ letztlich um 4,99 Prozent auf 97,68 US-Dollar zu, am Dienstag gibt sie zeitweise um 3,89 Prozent auf 93,88 US-Dollar nach.
Die Analystengemeinde bewertet die Aktie laut TipRanks überwiegend positiv: 13 Analysten kommen auf ein Strong Buy-Bild mit 12 Kaufempfehlungen und einer Halteeinstufung, das mittlere Kursziel liegt bei 257,75 US-Dollar bei einer Spanne von 125 bis 540 US-Dollar. Cantor Fitzgerald-Analyst Ramsey El Assal bestätigte am 7. August eine Buy-Einstufung mit Kursziel 186 US-Dollar, Mizuho Securities-Analyst Dan Dolev senkte sein Kursziel am 10. August auf 165 US-Dollar, behielt sein Kaufrating aber bei.
Ob Strategy die angekündigte Rückkehr zu reinen Bitcoin-Käufen im weiteren Jahresverlauf 2026 tatsächlich umsetzt, dürfte sich an den kommenden Wochen-Filings ablesen lassen.
Julia Walter, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Strategy
